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Der israelitische Lehrer · 1869-09-08 · 36 (8.9.1869) · p. Seite 402

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
36 (8.9.1869)
Date
1869-09-08
Page
Seite 402 (sequence 6)
Language
German
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hätten keine jUrsache, sich zu beschweren. Da aber bekanntlich es leichter geht, zu befehlen und zu verlangen, als zu thun und zu geben, so wurde der Mangel an einem Lehrplan schon oft verhängnißvoll für den Lehrer. Möge der Ausschuß diesem Punkte seine Aufmerksamkeit zuwenden und bei hoher Kirchenbehörde'es dahin bringen, einen Lehrplan mit Berücksichtigung der örtlichen Schulvcrhältnisse zu schaffen. Aus Baden im August. Aus einer bei Wolf in Dresden erschienenen Schrift E. M. Oettinger's über Richard Wagner's „Judenthum in der Musik", ersehen wir, daß außer den Componislen Mendelssohn, Meyerbeer, Halevy und Offenbach *) noch folgende berühmte Männer jüdischen Herkommens sind oder waren; Ter frühere englische Premierminister d'Jsraeli, der frühere französische Finanzminister Achille Fould, der Präsident des norddeutschen Reichstages Martin Simsen, der erste Dichter und der erste Prosaiker von Dänemark, Henrik Hertz und Moritz Goldschmitt, der Ccmpcuift des Ungar. Ragccfi-Marschs, Markus Rcszarielgyi, der erste Klavierspieler der Gegenwart, A. Rubiftstein?), die Schauspieler Rott, Davison, Dessoir, Döring (auch Sonnenthal und Lewinsky in Wien);'die Sänger und.Sängerinnen: Sontheim, Lucca^-Bettelheim und Hermann Crillag 3',; die erste Tragödin' von Frankreich, Rachel; die Maler Beit und Bend emann;' die Schriststeller Börne, Heine, Saphir, Berthold Auerbach und viele Andere mehr. Bayern im August. An der städtischen Handels- und Gewerbsckmle in München, deren Direktor bekanntlich Hr- Or. Brentano, und an der auch Hr. Baum als Religicnslehrer für die isr. Schüler angestcllt ist, wird nunmehrnoch eine tüchtige Lehrkraft unsres Glaubens Hr. Kitzinger auö Ansbach, als Lehrer der Handelswissenschaften und der französischen und -italienischen Sprache zur Anstellung gelangen. .Hr^ Kitzinger, ein gründlich gebildeter Kaufmann, als welcher er. einige Werke geschrieben, war bisher Borstand eines Handels-Lehr-Jnstituts, das sein Schwiegersohn, Herr Hausmann, fortsühren wird, und Borstand der ior. Ciltusgemeinde, die er stets würdig repräsentirt hat. Der Magistrat gedachter Hauptstadt Hab dem ab- Zndernden Beschluß der Gemeindebevollmächngten, der isr. Cultusgcmeinde zum Bau einer zweiten Synagoge 30,(00 fl. -zu verwilliaen, zugestimmt, und es ist nun an dieser, zur Verwirklichung dieses Projekts ernste und nachhaltige Schritte zu thun, damit es nicht gehe, wie mit der Organisation ihrer Schule, 1) F. Hiller (getauft). .. 2) Einer der ersten Violinvirtuosen: Joachim (getauft,. Selbst Bieuxtemps soil Jude lein. 3) Auerbach (Red.). deren durchgreifende Ausführung schon so lange in, > Werke ist und nicht zum Abschluß kommen will. Sie haben gewiß in den »Zeitungen von der > Emeute gelesen, welche von den ultramontanen Hetzern vor einiger Zeit in Forckbeim in Scene gesetzt wurde, die namentlich unserm wackern College» und Mitglied unsers Vereins, Herrn Kleemann, galt. Kleeman, war nicht nur der Man», welcher durch'sofortige berichtigende Mittheilungen an alle betreffenden'Blätter! den Vorfall ins rechte Licht zu stellen verstand, er hatte auch den Mutb, den Volksboten-Zander wegen ihm in seinen Berichten zugefügtcr Ehrenkränkung durch einen Münckener Advocaten zu verklagen , in Folge dessen der saubere Herr zu 6 Tagen Gefängniß und in alle Kosten, die nicht unbedeutend sein möge», vrrurtheilt wurde. Die anfangs angemeldete Berufung hat er, die wohlverdiente Strafe wahrscheinlich anerkennend, zurückgenommen. Der in diesen und in ähnlichen Vorkommnissen unrühmlich verwickelte katholische Pfarrer Mahr aus'Ebermannstadt war als Entlastungszeuge nach München citirt worden. nared "tim pnovd via Herr Advokat Dr. Josephthal in Nürnberg versendet bereits Aufrufe an alle isr. Gemeinden Bayerns, zur Auswanderung der nvthleidenden Bevölkerung in Westrußland rc. durch Geldmittel beizutragen. Soll diesem tiefgehenden Uebelstand für die Folge Abhülfe geschaffen und die Gemeinden nicht durch immer erneuerte Collecten und später wahrscheinlich durch einzelne Subjette, mit welchen wir dermalen schon so häufig auö der slavischen Bevölkerung überschwemmt werden, sortwäbrend belästigt werden, jo muß so bald als möglich auf diese Weise geholfen werden. — Der projektirte Lehrerbund in Elmshorn liegt uns zu fern. Der Süden wird wohl in den Norddeutschen Bund kaum eintreten wollen. (?) Aus Franken Die Nr. 29 der allg. Zeitung des Judenthums bringt einen kurzen Rechenschaftsbericht über die Einnahmen und Ausgaben des Instituts zur Förderung der jüdischen Literatur. Derselbe schließt mit einem Defizit von 191 Thlr. 8 Gr. II Pf. ab. Soll und darf ein so abschließende» . iechnungswesen eine Honorar-Ausgabe von 1289Thlrn. 25 Gr. billiger Weise einstellen, und noch dazu für einige wenige Werke, deren! Werth nicht ein allgemein anerkannter ist? Ueberhauptj, wer verwilligt den» die Honorare und nach welcher Norm? Man sollte de» Mitgliedern wohl einige näbere Aufschlüffe nicht vorenthalteu und eine» detaillirten Bericht veröffentlichen. Ein Mitglied dieses Literatur- Bereins.

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