Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1869-09-08 · 36 (8.9.1869) · p. Seite 401

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
36 (8.9.1869)
Date
1869-09-08
Page
Seite 401 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4896751-5428712-5432048--2584-4898922
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

401 gjrt es zu wünschen, daß die künftighin abzuhaltende Lehrerversammlung auch einmal in der Landdrostei Lunch, tagte. Diese billige Fordernng ist um so mehr einer Berücksichtigung würdig, als dem Ostfriesen die Communication mit den andern Landdrosteien meistentheilS abgeschnitten ist, denn von hier aus gehen keine Eisenbahnen, keine Chausseen und die Reise per Achse verursacht viel Kosten und Zeitaufwand, zumal die Dienstrinnahme des Lehrers ohnedies spärlich genug abgemessen ist. Auch sind die meisten Lehrer Ostfri'eSlands gleickzeitig Schochtim und können nicht lange von Hause abwesend sein. Die bis jetzt noch abgehaltenen jüdischen Lehrerversammlungen in der Provinz Hannover haben meine« schwachen Erachtens den Schein eines Privilegiums von sich gegeben, weil diese ausschließlich nur in den Landdrosteien Hannover, Hildesheim und Stade tagten. Warum Vinn auch nicht einmal in der Landdrostei Aurich? Wozu man Pflichten hat, muß man auch ein Recht haben. — Ueber die Stellung des,Schulwesens zu den jetzigen staatlichen Verhältnissen behalte ich mir zu einer andern Zeit zu referiren.vor. Indem ich mit den Worten: „pj/dbti popd" schließe, fühle ich mich meinerseits tief gedrungen, dem ehrwürdigen Herrn Landrabbiner vr. Meyer zu Hannover meinen wärmsten Dank für sein unermüdeteS Streben um das Wohl des Vereins und der Schulinteressen aus der Ferne abzustatten. Aron, Lehrer. 2lu4 dem Münsterlande, 23. Aug. Die Worte Ihres X Y 2.-Correspondenten vom Rhein in Betreff der Beverunger Lehrer-Angelegenheit baben ihren Iweck nicht verfehlt; sie hatten die Erklärung der rheinisck-westsälischen Lehrer in diesen Blättern zur Folge; sie waren die Veranlassung, daß der brave College Fleischhacker auf der vorjährigen Conferenz in Hannover solches Gebühren mit den richtigen Worten abfertigte; sie sind aber auch vielleicht mit die Ursache, indem sie die Collegcn auf ihre gegenseitigen Interessen aufmerksam machten, daß die Badener Collegen so entschieden gegen ein unipürdiges Subjekt, welches sich die Stelle seines Collegen gegen Ehre und Gewissen anzueignen kein Bedenken trug, vergingen. Trotz alledem haben wir heute über einen ähnlichen Fall, den sich eine Dreiheit zu Schulden kommen gelassen hat, zu berichten. An den Flüssen EmS, Weser" und Main gibt es definitiv angestellte Lehrer, welche etwas voll dem flüssigen Elemente, woran sie wohnen, in ihrem Charakter haben. Denn sie haben sich, trotz Ihrer Aufforderung, Herr Redacteur, um die am Seminar in Münster ausgeschriebenen Stellen beworben, und eo ist wahrlich nicht ihre Schuld, wenn sie die würdigen Collegen nicht aus ihrer Stellung verdrängt haben. Wir wissen ihre Namen und ihre amtlichen Charaktere sehr gut, verschweigen sie aber für heute mit der warnenden Bemerkung, daß wir ihre That nicht vergessen und sie, sobald Derartiges ihnen wieder zur Last fällt, an den Pranger der Publicität stellen werden. Merkt Euch das! Auch für -Lehrer gilt des Propheten unsterblich Wort: 1X3’ "|OD TD-inDl Grmitte» 24. August. Mein College Mandel in Lippstadt war von der dortigen Turngemeinde zum Turntag nach Aachen als Vertreter deputirt, eine Ehre, welche bei der hier obwaltenden scharfen konfessionellen Trennung um so mehr hcrvorgehoben werden muß, als Juden sich hier einer Wahl noch niemals zu erfreuen hatten. Daß der College seinen Anftrag würdig auszuführen suchte, versteht sich von jselbst. Bemerkt zu werden verdient aber, daß derselbe beim Festmahle, da« von mehreren Tausend Personen, worunter die Spitzen der Behörden, der Humanität in geflügellen körnigen Worten einen Toast auSbrachte, der die allgemeine Feststimmung noch bedeutend steigerte; daß aber nach ihm der Vertreter der Turngemeinde Barmen gegen den vom Regierungspräsidenten v. Äardeieben Sr. Majestät ausgebrachte Toast in höchst unpatriotischer Weise sprach, welches die Entfernung des Regierungspräsidenten und die Schließung der Rednerliste, obgleich noch mehrere Redner eingeschrieben waren, zur Folge hatte. Bei der hierdurch mit Recht entstehenden Unruhe verschaffte sich College Mandel nochmals das Wort und schlug folgenden Protest vor: „Die Vertreter der Turngemeinden protestiren gegen die Acußerungen des Sprechers des Barmener Turnvereins, indem siö dessen Worte für nicht taktvoll und unpatriotisch erklären," Dieser Protest fand, allgemeinen Beifall. Mandel mußte ihn sofort zu Papier bringen und wurde er dann von den meisten Anwesenden unterschrieben und durch den Neuner-Ausschuß dem Regierungspräsidenten überreicht, welcher ihn wohlwollend annahm und erklärte: „Hierdurch sind Sie und ich gerechtfertigt'" Möchten die Lehrer stets bei ähnlichen Gelegenheiten ihrem Patriotismus Ausdruck zu geben die Geistesgegenwart haben! Wolfs dorf. AuS Baden Die israel. Lehrer blicken mit einer gewissen Zuversicht aus ihren gewählten Ausschuß, dieser werde sich zur angelegentlichsten Aufgabe machen, wichtige Standesangelegenheiten und Fragen einer günstigen Lösung entgegenzuführen. So wurde" unter Anderem swon längst der gewiß billige Wunsch laut, einen Lehrplan für den Religionsunterricht zu erhalten. ES ist leider in bas Belieben eines jeden Rabbiners gesetzt, zu fordern, was und wieviel er will. Wenn die Rabbiner in den Orlen, wo sie sitzen,. selbst den Religionsunterricht zu ertheilen hätten nnd ihre Leistungen alsdann zur Grundlage eines Lehrplanes genommen würden — wahrlich, die Lehrer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.