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Der israelitische Lehrer · 1869-08-25 · 34 (25.8.1869) · p. Seite 384

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
Seite 384 (sequence 4)
Language
German
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384 behandelnde schriftliche Ausführungen rechtzeitig eingesendet werden ' wollen, überwiesen werden. ES ist nicht zu zweifeln, daß wie das Interesse für diese Konferenz ein äußerst lebhaftes ist, sie anch segensreich wirken wird, und ist zu wünschen, daß diesem Streben des Lehrer- und Vorsängerstairdes ein freundliches und förderliches Entgegenkommen geeigneten Orts nicht mangeln mözc. Lairdsberq a. d. 'W.. 13. Ang. Das „neumärkische Wochenblatt bringt einen kurzen aber sehr treffenden Bericht über die Svnode in Leipzig, der jedenfalls'aus einer sehr geübten und für Alles Schöne und Große, für den Fortschritt im Judentbum begeisterten Feder stammt. — Dieselbe Nummer dieses Blattes enthält auch den „Erneuerten Notbruf" des Memeler Eomitös für die Israeliten in Westrußland, mit einer Nachschrift von einem (Semite, das sich hier zu diesem Zwecke und zwar aus den Herren L andr a t h Jacobs, Bürgermeister M e n d a in, Stadtrath Benno B u r ch a r d. t, Bumke und H e i n r i ch Pick gebildet hat. Krakau. 10. Ang. Ein neuer Morkara- Fall wirk dem „N. W. telegraphirt: Sonntags Nachts wurde ciu fünfzehnjähriges Jndenmädchen in einem nabegclegenen Dorfe von zwanzig verkleideten Minnerir geraubt und in ein Krakauer Kloster gebracht. Zwei von den Thätern wurden in Wieliczka verhaftet. Die.Polizei will ohne bischöslichc Erlaubnis; nicht einschrrilen. Arakau, 1l. Aug. Die „Neue Ir. Pr." erzählt die neueste Klo st er-undMortarage schichte wie folgt: „In Konsocice neben Wieliczka wohnte bei ihrem Verwandten, einem Wirthshanspächler, eine junge Israelitin. -Am 8. l. M., als der Pächter abwesend war. übersielen über zwanzig verlarvte und verkleidete Männer das Haus und verlangten die Uebergabe des Mädchens; als dies venveigert wurde, nölhigte man dir Hausfrau durch Schläge dazu, und das Mädchen, welches am 10. l. Mts. heirathen sollte, wurde trotz Widerstandes fortgeschleppt. Es wurde natürlich gleich eine Untersuchung angestellt, ein Bergmann und noch ein Schuldiger verhaftet. Die Untersuchung hat ergeben, daß dieser Bdrgmann die Heiralb des betresiendeu Mädchens mit Gewalt hinterlreiben wollte. Deßhalb entführte er sie mit Hülfe seiner Genossen mit Gewalt und krackte sie in das Klöster der Visiterinnen zu Krakau. Die Anverwandten der Entführten wendeten sich unverzüglich an den Herrn Pvlizeidirektor Englisch und baten, das Kloster der Visiterinnen untersuchen zu lassen und das Mädchen -zubefreien. Der Herr Direktor versprach. alles Mögliche zu thun, um die Schuldigen ausfindig zu mackeu, zur Revision eines Klosters bedürfe es aber einer Erlaubnis; vom Biicho'e. Man war nicht - zufrieden mit dieser Erklärung und wendete sich an den Staatsanwalt. Dieser scheint die Sache energisch in die Hand genommen zu haben. Denn es verlautet, daß eine Commission an Ort und Stelle entsendet wurde. Man will auch wissen, daß die Nonnen das Mädchen entlassen haben." Eine passende Illumination hierzu dürfte folgendes Inserat über die bekannte Krakauer Klostergeschichte geben, bas von einein Herrn Lugmiadumsky im „Anzeiger von Baden-Baden," wohl als Kladderadatschia zur Erheiterung des dortigen Badepublikums unter der sehr drastischen Ueberschrift „Neuestes über die K oftcrgeschichte in Krakau" erschienen und vielleicht auck von einer oder zwei al'en Frauen für baare Münze genommen wird: Es lautet: „Nach soeben eingegangener zuverläisiger Privatnachricht hat sich die mit unerhörtem Geschrei in die Welt getragene Klostergeschichle in eine boshafte Jndenintrigue aufgelöst. An der ganzen Geschichte ist, was das Kloster und die betbeiligten Klosterfrauen anbelangt, auch nicht ein wahres Wort. Diese beispiellose Judenintrigue verhält sich nämlich so: DaderJudenterrorismus trotz allen osicnen und geheimen Gewaltlhäsigkeiten gegen daS züchtige Klosterleben nichts ausrichten konnte, so wurde eines Abends von sieben mit teuflischer Bosheit erfüllten Juden beschlossen^ eine verkomm.ne Landstreicherin in das Kloster einzuschmuggcln und solche in ein wüstes, den Juden aber wohlbekanntes Gemach einzusperren; sobald dies-geschehen war, wurde niit unerhörter Frechheit eine Anzeige bei der Polizei-gemacht, welche sich im ersten Augenblicke blenden ließ, und so entstand der Scandal. — Was das ehrwürdige Kloster selbst anbelangt, so ist die in demselben herrschende Reinlichkeit, Sittsamkeit unk Offenkundigkeit ohne Gleiche», wie wohl schwer anderwärts dergleichen oorgefunden werden kann. Dies - zur Steuer der Wahrheit." Paris. Wir erfahren aus Pr. i., daß wieder mehrere Juden und Jüdinnen den musikalischen Preis am Conseroatorium erlangt haben. Solche Thatsachen, so geringfügig sie auch sind, verdienen dennoch registrin zu werden, weil Haß und Vorurtheil den Juden immer noch eine vorzüglich materialistische Richtung zu- und den Sinn für Kunst und Wissenschaften, besoiu kers die Musik, absprechcn. Von dem Borurcheil gegen Juden zeugt auch die Mittheilnng, daß Mozart sich anfänglich weigerte, das Libretto zur „Hoch reit des Figaro," von dem Juden Da Ponte geschrieben, zu acceptirrn, so verlegen er auch um ein solches Libretto war und so vorzüglichen Erfolg er auch später mit dieser Oper erstelle. Es bedurfte erst dazu der Intervention eines andern befreundeten Juden. Dies war im Jahr 1783. Wie rob aber auch selbst beute noch daS Vorurtheil gegen die Juden Ist, da-

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