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Der israelitische Lehrer · 1869-08-25 · 34 (25.8.1869) · p. Seite 382

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
Seite 382 (sequence 2)
Language
German
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%— 382 handeln, da ihre gesetzlichen Einkünfte (in den größten Gemeinden nicht über 300 fl.) viel zu gering sind, um bei den lheuern Zeitverhältnissen leben;u können, sie sind also um ihrer selbst willen gezwungen, solchen schlimmen Verhältnissen Vorschub zu leisten. Seitdem die Gemeinden selbstständig geworden, ließen die betreffenden Vorstände es auch nickt fehlen, daß die Lebrer ihre Allgewalt süblten. Letztere standen bis vor kurzem noÄ unter dem Schutze der katholischen Geistlichkeit, die selbstständige Gemeinde wollte sich von derselben nicht bevormunden lassen, und aus dieser Veranlassung wurden Zänkereien heraufbeschworen, bei welchen fast immer die Lebrer den Kürzeren zieh?« mußten. Jede Gemeinde mit einer oben bezeichneten bestätigte» oder auch nickt bestätigten hebräisch-deutscken Schule bat eine Sckulkom- «ission, die aus den verschiedenartigsten Elementen zusammengesetzt, den OrtSrabbiner gewöbnlick als Obmann "an der Spitze hat. Der Rabbiner, und stehe er auch noch sehr auf der Höhe der Zeit, muß. seine Stellung erheischt es, den religiösen Wiss'ensckaften auf Kostest der profanen den Vorrang lassen, der Rabbiner, io aufgeklärt, so gebildet, so gelehrt er auch sein mag,- ist in der Regel kein Schulmann, weil er nie Gelegenheit hatte, an Schulen zu wirken, er ist bis jetzt nicht einmal mit dem Religionsunterrichte, der doch bei jeder Konfession dem Seelsorger obliegt, betraut worden, da die Religion in der' Muttersprache auch unter Obhut der SchuldistriktS- Aufsicht als Schulbehörde gestanden. Kein Wunder, wenn zumeist der Rabbiner die unschuldige Veranlassung jener lseberbürderung ist, an welcher Lehrer und Schüler so schwer zu tragen haben, daß erstere vor der Zeit entkräftet, letztere in der Entwickelung gehemmt werden. Unter Umständen, wie sie in dem Mischen Schnlwesen jetzt bestehen, kann sich die moderne Schule nicht Bahn brechen, der Tag ist kurz, die Arbeit groß!.. Wie kann an Leibes - und Gesangs- Uebungrn gedacht werden, wenn man dem Geiste und dem Gedächtnisse so viele Exerzitien auflezt? Wie kann die körperliche Entwickelung mit der des-Geistes gleichen Schritt halten, wenn die Schuljugend so lange den Sckulstaub einalhmen muß? Um der guten Sache, um der künftigen Generation willen muß da Abhilfe werden. lMähr. Korresp.) Woher stammt „Trop?" Diese Frage Ihres Correspcndenten in Nr. 31, angeregt durch die bezügliche Debatte in der Leipziger Snnodälversammlnng, glaube ich beantworten zu können. Man versteht unter „Tropen," „tropischer" Rede- und Singweise die „Figuren" in der Rhetorik und Musik. Es werden also mit „Trop," wie mit „Figural"-Musik, hie Coloraturen und Verzierungen des Gesangs bezeichnet. Schon Raschi gebraucht dieses Wort ('piö) an Kidd. 71, a, wo er darunter die Coloraturen des Gesangs versteht, in denen sich die Worte des Priestersegens verlieren und nicht gehört werden. Dasselbe bedeutet der „Trop" bei den biblischen Vorlesungen (Tora und Haphtora), und in gleicher Weise, wie der Talmud an der angeführten Stelle die Coloraturen, den „Trop" bei Duchan der Kohanim verwirft, würde er auch wohl über denselben bei den Tora - Vorlesungen gerichtet haben. Hier aber scheint er sich erst in späterer Zeit eingeschlichen zu haben, denn der Vortrag mit o'vxv (diesen Ausdruck gebraucht Karo, ru'li Isserles) bedingt keinen „Trop". Das Wort entstammt bekanntlich dem Grieckischen „TropoS" (r?«/r„»), . waS „Weise" bedeutet. Auch im Deutschen sprechen wir von „Weise" deS t^esango. Schon Zuuz hat die richtige Abstammung vermuthet, jedoch ohne sie zu erklären und zu rechtfertigen. Alzey. vr. Rothschild. lieber denselben Gegenstand erbalten wir (dankend) ferner folgendes Schreiben: Buttenhausen (Würtemberg), 11. Aug. Sehr geehrter Herr Redakteur! Fn der mir. soeben zngekommenen Nr. 31 des „Israelitischen Lehrer" richten Lie an die Leser dieses Blattes die Frage, woher das Wort „Trop" stamme. — Es scheint mir kein anderes, als da» griechische Wort %g6noz zu sein, da« neben seinm verschiedensten Bedeutungen auch äp/ioiix»; die Bedeutung „Tonart" hat. DaS Verbum heißt bekanntlich rgtruo „drehen," „wenden" u. s. w. Auffallend war mir stets, daß sich daS Wort „Trop" wohl im Munde der Juden in Mittel- und Süddeutschland, nicht aber derer in R»rddeutschland findet. Mit vorzüglicher Hochachtung - vr. Silberstein, Rabbiner. Wochenbericht. Bon der Saar, (Reg.-Bez. Trier), 10. Aug. Seit lange schon batten wir nichts über'die Mark»- Haindorff'sche Stiftung und die Wirksamkeit des neuen Direktors vernommen. Letzterer wird gewiß schon erfahren haben, daß der größte Tbeil seines Lehr planes, den er in diesem Blatte veröffentlicht hat, nicht ausführbar sei und wird sich begnügen, wenn seine Seminaristen das gewöhnlich Nöthige erlernen. In dieser Woche aber hat die genannte Stiftung wieder ein Lebenszeichen, das aber kein Wohlleben andeutet, von sich gegeben. Der Sekretär der Stiftung fordert nämlich, gemäß Beschlusses des CuratoriumS, unseren Herrn'Oberrabbiner Kahn auf, die geeigneten Lebrer oder sonstig geeigneten Personen zu bezeichnm, welche vorarzssichtlich bereit wären,

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