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Der israelitische Lehrer · 1869-08-11 · 32 (11.8.1869) · p. Seite 370

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
32 (11.8.1869)
Date
1869-08-11
Page
Seite 370 (sequence 6)
Language
German
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370 trunkenen kamen aus'der nahen Kaserne eitle Anzahl Soldaten dem Bedrängten zu Hülfe, und es entspann sieb ein vollkommener Kamps. Die Soldaten hieben mit Säbeln und Bajonnetten drein und verwundeten mehrere Personen. Die Juden vertbeidigten sich, indem sie den Angreifern einen Steinregen entgegenjrndetrn. Den Patrouillen, welche herbeigeeilt waren, um dem Scandal ein Ende zu machen, gelang dies erst, nachdem ne einige Schüsie in die Luft abgefeuert hatten. Viele Juden und Soldaten . wurden hierauf arretirt und die Drdnung wieder hergestellt, ‘ Litera-risches. Die traditionellen Sy-nagogengesänge, herausgegeben von N. H. Katz und L. Waldbott. Selbstverlag von N. H. Katz in Emmerich, II. Theil, enthält Gesänge für Neujahr. Meist einstimmige Gesänge und Recitative, wie im ersten Theil (für r), dock scheinen die Herren Herausgeber. die Bemerkungen in der Recension des 1. Theiles berücksichtigt zu haben, indem dem vorliegenden Theil auch einige 2- und 4stimmige Chöre beigegeben wurden, was den Werth jedenfalls erhöht. Uebrigens sind die einslimmigcn Sachen vorherrschend, wie das naturgemäß ist; denn der einstimmige Gesang wird sich gewiß selbst in den größeren Synagogen .Bahn brechen. Es sind darum diese Gesänge, namentlich kleineren Gemeinden und besonders angehenden Cantcren bestens zu empfehlen und dies insbesondere auch deßwegen, weil sie den Vorzug der Wohlfeilheit vor. allen andern haben. Leitfaden der Weltgeschichte von O. Sommer. Für die oberen Klassen von Lürgerschulen, zweite Auflage. Verlag von A. 'Brubn in Leipzig. 1868. 5 Gr. Ein kurzgefaßtcr. mit einer Zeittafel versehener Leitfaden, der die geschichtlichen Daten von der ältesten bis auf die neueste Zeit umfaßt und beim Unterricht sehr gute Dienste leisten wird. Leitfad'em für den Unterricht in der deutschen Sprache. Eine nach methodischen Grundsätzen bearbeitete Schick- Grammatik für höhere Lehranstalten von Ed. Wetzel und F. Wetzel. Berlin bei A. Stubeurauch. 1868. Preis 12'/-2 Sgr., mit der Oriegraphie 15 Sgr. Wenn auch in neuerer Zeit von sehr vielen Seiten die Ansicht verbreitet wird, man könne des systematischen Sprachunterrichts in der Schule entbehren, so hat doch die Erfahrung gelehrt und sind viele Pädagogen wieder zu der Ansicht gekommen, daß dem nicht so sei, und daß die spgen. Concentration des Unterrichts hier zu geringem oder gar keinem Resultaten führt. ES wird immer nöthig sein, System in diesen Unterricht zu bringen und die« kann eben nur durch einen gesonderten grammatikalischen Unterricht geschehen Vorliegendes Werk ist natürlich für Elementarschulen zu weit angelegt, aber höhere Lehranstalten werden eS mit Vortheil benützen können, da es Alles enthält, was dem Scküler in diesem Unterrichtsgegenstande zu wissen nöthig und da die ganze Anordnung und Ausführung eine ausgezeichnete ist. Lehrstoff und Lebrform der Formenlehre. Für Schulen und zum Selbstunterricht von P. H. Krchn. 2. Aufl. Hamburg 1868. Herm. Grüning. Darüber ist man längst einig, daß die Formenlehre in die Volksschule gehöre, aber die meisten Lehrbücher für diesen Gegenstand sind ihrem Zweck (für die Volksschule) nicht entsprechend, weil sie zu wenig die, Anschauung berücksichtigen' und sich zu viel ins Abstrakte verlieren. Und gerade bei diesem Gegenstand, wenn er von dem Kinde mit Liebe erfaßt und gute Früchte bringen soll, ist Anschannng die Hauptsache. Vorliegendes Werkchen geht von diesem Grundsätze aus und führt idn auf sehr geschickte Weise durch, so daß, wer nach demselben unterrichtet, gewiß recht günstige Resultate erzielen wird. Schreibunterricht, bearbeitet von F. Harlmann in 3 Cnrsen, deutsche und englische Schrift. Iserlohn bei I. Bädeker. Sehr schöne Vorlagen, methodisch fortschreitend und namentlich zur Erzielung einer sauberen kaufmännischen Handschrift mit Vortbeil zu gebrauchen. Alsheim. K. Marx. Aeuilkelori. Der Schmuggler. Fortsetzung.) „SBifet Ihr was?" sagte ein stämmiger Bauernknecht, der offenbar dem Kruge zu fleißig zugesprochen hatte, — .wenn die Affiffen heute daS Urtheil sprechen, so wird der Kerl gleich heute auch noch gehängt. Die Pfaffen braucht man dabei nicht; der beichtet nicht! Ha, ha! Man sollte gleich noch io rin Dutzend Juden fangen und fie mit hängen, da hätte der Kerl dort Gesellschaft und könnte .Judenschule" halten Da» gäbe ein Vergnügen : Sicht wahr, Ihr Leute? Und seht, dort kommt einer." Wirklich kam ein Jude, bleich und abgehärmt, zur Thüre herein, während man sonst heute noch keinen solchen im Städtchen gesehen hatte. Es war Halme, der als Zeuge gerufen war. <Bx \ gab kein« Antwort, schlich sich still in eine Ecke und verlangt« ein« kleine Erfrischung. .Run, Jude," schrie der aufgeregte Bauernknecht, .keine Antwort? Bist nicht zufrieden, wenn wir

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