Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 32 (11.8.1869)
- Date
- 1869-08-11
- Page
- Seite 368 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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368 hatten die Majorität. Das Resultat wurde von Bielen mit großem Beifall ausgenommen. Eine Pause trat ein. — Wir gestehen, daß uns dieser Sieg des Lehrerstandes seinen gewickttgen Gegnern gegen-, über innigst erfreute und erhob. Tie Bedeutung des hier errungenen Sieges geht nach unserer Allsicht weit über die vorliegende thatsäckliche' Fragehinaus. Es ist die Anerkennung des Lehrerstankes als eines - Faktors im Gemeindcleben. Der Lebrer ist nicht der Diener der Gemeinde, sondern der vollberechtigte Beamte, der bei Regelung der religiösen, unterrichtlichen und anderen Fragen im Gemeindeleben eine Stimme hat, — als Lehrer. — ES war ein würdiger Abschluß, für die Berbandlungen der Svnoke und nickt das llnbedeutenste in ibrem Wirken. Wir eilen';um Schlüsse'unserer Berichterstattung. Hr. Professor I)r. Lazarus brachte noch einige Andeutungen, Ansichten, die er entwickelte: über die Organisation der künftigen Snnodalvcrsammlungen, über die Ausbringung. der Kosten, über Drucklegung der Motivirungen ' für die'Anträge an die Svnode vor den Versammlungen, worauf eine Pause eintrat, wäbrend welcher das Schlußprotokoll veristcirt wurde. Hierauf hielt der Vorsitzende eine Schlußrede. Wenn wir es unterlassen, aus dieser Schlußrede Auszüge bier mitzutberlen, so geschieht es, weil wir an unsere Leser die dringende Mahnung richten müssen, sick entweder in - den Besitz der ganzen Rede oder des stenograpbischen Berichts *) **) zu bringen und sich diesen herzerhebeuden Genuß nicht zu versagen. TaS war eine Rede! Tie Versaminlnng war hingerissen vpn;er Gewalt der ans der Tiefe eines großen Geistes, eines edlen jüdischen Herzens kommenden Worte, wie wir im Leben wohl keine noch vernommen. Hier, wie vielleicht nie seitdem in Fsrael die deutsche Sprache gesprochen wird, sprach sich mit hinreißender UeberzeugSkrast die Erhabenheit der jüdischen Foeen aus. Noanie waren wir, — und wie wir, so gewiß auch die übrigen Anwesenden; das bezeugte der unaufhörliche, fast bei jedem Sätze sich wiederholende rauschende Beifall tiefer überzeugt von der hohen Bedeutung, von der erhabenen Aufgabe der Männer der Regeneration, des Fortschritts im Zudenthume. Wie in diesem Mann, der ein berühmter Philosoph und ein Kennen des Iudenthums zugleich,'so müssen überall Iudentbum und Wissenschaft Hand in Hand gehen, um die großen ^iele der Menschheit zn erreichen. ^>n entsprechenden ebenso meisterhaflenWorten sprach Ober-Rabbiner T>r. Löw aus Szegedin den Dank der *) Man vergleiche Antrag des Herrn vr. Rothschild zu den Lultusfragen, **) Erscheint demnächst bei Louis Äerschel in Berlin. Be sammlung aus. Bei dem Worte: „Wir segnen Si gri fen —- konnte Hr. Professor vr. Lazarus nicht weier hören. Eine Blässe überzog sein Gesicht; er bat aufzuhören.-— Die erste israelitische Synodalversammlung war geschlossen. j Gott segne Sie" mußte er schließen. Tief er- Wochenbericht. Odernbeim 27. Juli. Die Lehrerversammlun z in Ludwigshafen war von etwa 50 Lehrern aus Baren, Hessen und der bayr. Pfalz besucht.'?- Wir fud ten in einer Resolution den Gemeinden die Bede» tung des Religionsunterrichts nahe zu legen und sprichen über das Minimum desselben, das auch da niö t fehlen darf, wo ein Weitergehen durch die Verbal niste versagt bleiben. Heiter und gemütblich waren bie Männer vereinigt, für die eS eine Freude war, gle chftrcbende Genossen aus verschiedenen Ländern fen ien zu lernen. Näheres wird der Bericht bringen. Odernheini 1. Aug. Wir erhalten bezüglich deej Cirkulars auS ElmSborn, i'ehrerverein betreffend, weiches wir'bereits ili der vorigen Nummer brachten, voi den Herren vr. Adler und Flcischhacker aus Harbuig nachfolgende Bemerkungen zu jenem Aufrufe. Bis heikle den 27. c. haben wir circa 400 dieser En culare verschickt und sind bereits 200 BciirittSerk:ä ungen eingegangen. Diejenigen Herren, welche das elbe nicht erhielten, werden ersucht, hiervon Ro:ir zu nehmen und eS als empfangen zu betrachten Um Mi ßd'eutungen vorzubeugen, wollen wir den Zweck deS 'Vereines näher angeben. Derselbe wird folgende Tendenzen verfolgen: 1) Wird er sich beinüben aus pädagogischem Gebiete seine Mitglieder durch ein gei tizes Band zu vereinen, dieselben durch Veröffentlich ing ihrer Arbeiten zu rastlosem Studium an;uspo men, so daß die Wechselbeziehungen ihrer Arbeiten unt ^einander höchst segensreich auf ibre Bestrebungen wie auf ihr wffsenschaftlicheS Leben überhaupt eiuwirken werken Denn nur auf diese Weise wird es mö flick, die Resultate dev Pädagogik zu übersehen, auf ihre Fortschritte, wie ihre Mängel und Lücken haus merksam zu sein, die Punkte möglicher Erweiterung entdecken, Jrrlhümer zu widerlegen und den Dämme ungszustand aufzubellen. Er wird sich jedoch auf keil keil e -religiöse Tagesfrazen einlaffen und überhaupt ie religiöse Färbung annehmen; 2) Wird er bestre! »-sein, bei der Negierung zu erwirken, den jüdischen Leh ern eine feste Anstellung zu verschaffen; 3) Die im sircular angegebenen. Wir wollen damit jedoch nicht dem verwerflichen Kommunismus huldigen oder gar sogenannte StrikeSherbeiführen, vielmehr wollen wir ruf solider und rechtlicher Basis das Berhältniß