Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 32 (11.8.1869)
- Date
- 1869-08-11
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4896751-5428712-5432040--2544-4898886- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hungen 1× ep/1044798
OCR text
367 Berichte jedoch von einer Commission durchgesehen und berchtigt, in deutscher, französischer, polnischer „nd englischer Sprache erscheinen;u lassen, wenn sich dafür V:rleger fänden, die sich diesem Geschäfte olme >'pfcr son Seiten der Versammlung unterziehen wollten. Nachdem nun von Seiten des Präsidiums der £aiif ai die Mitglieder der Commission der vorjährigen R> dbinerver.ammluugausgesprochen wprde und Hr. 0r. Adler diesen Dank insbesondere Hrn. I)r. L. Philippson zusprach, was von der Versammlung unter laütem Beifall und Aufstchen von den Sitzen anerkannt wurde, war die Zeit gekommen, wo die Vorberal Hungen für.die nächste Synodalversammlung stattsindin mußten. Ein Antrag dahin, das; von zwei zu zwei Zähren Synodalversammlungen stattfinden sollten, wurde verworfen, hiergegen bestimmt, das; die nächste Lvnode im Jahre 1870 ftattfinden soll, -seit un) Ort bleiben dem Präsidium überlassen. Hierauf kam ein gedruckter Antrag des Hrn. I)r. Wahl ais Erfurt zur Debatte über die Modalitäten, unter welchen die Versammlungen berufen werden sollten. §. 1. enthielt, das; zu den nächsten Versammlungen berufen werden sollten: Rabbiner, jüdiscbiheologishe Gelehrte und Vertreter der Gemeinden Nachdem dieser PassuS bereits angenommen war, stellte bei- Schreiber dieses den Zusatzantrag, hinter: „Vertuet« r der Gemeinde" zu stellen, und Lehrer an öfj :ntlicken israelitischen. Schulen.*) Der Antrag machte schon bei seiner ersten Verlesung Aussehen Leichen des Beifalls - und Zeichen des Mißfallens wurden zu gleicher Zeit laut. Es wurde der Widerspruch erhoben, daß dieser Antrag eigentlich zur Geschäftsordnung 'gehöre, die bei Beginn der Versammlung en bloc angenommen wurde; man könnte ihn also jetzt nicht mehr debattiren. Das Präsidium dagegen erklärte, daß eS sich hier um die B eru sun g der n ä di st e n Versammlung handle, dieser Einwurf daher irr:llevant 'sei; der Antrag wurde unterstützt, und cS ward uns die Aufgabe, denselben zu motiviren. Wir waren hierauf nicht vorbereitet und können dähcr hier unsere Worte nicht wiedergeben, da wir unS t erselben nicht mehr genau erinnern. Der stenographisch! Bericht wird sie mittheilen. Aber wir fühlten mit großer Befriedigung, daß wir im Sinne und Gel te eines großen TheileS der Versammlung sprachen, denn wir wurden von häufigem Beifalle unterbroc jen. Wir machten darauf aufmerksam, daß die Verso mmlung die Bedeutung der jüdischen Schule, und des jüdischen Lehrersrandes sicher anerkenne; die ' *) Wijr überall so! Form von einer gesetzt! verstehen unter öffentlichen) israelitischen Schulen t, «<lch, als jüdische Schulen uMer irgend einer den betreffenden Landesgesetzen anerkannt sind und chen Beaufsichtigung, Prüfung der Lehrer rc. unterliegen. (he israelitische Schule sei ein Faktor, mit dem man überall rechnen müsie. Die Synode habe die UpterrichtSsrage debattirt; da sei sicker der Lehrerstand am ehesten befugt und im Stande, mitzusprecken; die vorliegende Frage an und.für sich erscheine nicht von großer Bedeutung. Es würden ja nutz die kommen. die ein Interesse haben; die hätten auch dieBerecktigung, mitznsprechen, weil aus dem Interesse die Befähigung reiultire. Diele könnten nickt kommen^weil das die bekanntlich nicht überfüllten LebrerkaMi^rcbt zuließew Ick selbst hätte die Reise aus eigenen Mitteln nicht machen können. Aber das sei sicker, daß die Svnode ihr Zustandekommen hauptsächlich der Wirksamkeit der Lehrer verdanke. Diese haben das Licht in die kleinen Gemeinden getragen, welche eine so große -Zahl erleuchteter Dfvutirten bierbcrgesendet. Der Lehrerstand würde ec «als ein Zeichen ber Anerkennung betrachten; es w» rde ihn ani'poryen, für die Svnode und für die Auq ihrer Tepden;en zu wirken, wenn man seinen genehmige. Er würde sich dadurch gebobei und das würde ein Sporn zu seiner Hebung Hr. vr. A u b, Rabbiner i» Beilin, sprack den Antrag: ' Es gäbe wohl sehr brave Lehrer: die könnten ja als theologische Gelehrien kommen aber auch „a über f" und ihm sei sogar daß in seinem früheren Rabhinatc ein Sckneitergeselle" als Lehrer fimklionirie. Er eö gäbe bekannt, Ehrsamer zäbe seit 30 Zabren Unterricht, könne also auck milspjwchen in Fragen des Unterrichts k. Hr. Dr. Gustav Philipps»» (auS Berli «) sprach für den Antrag in warmen und beredte» Worten. Hr. vr. Landau dagegen, mit deil Gründen ees Hrn. vr. Aub: „Der Jugendunterricht sei zwar die Kr> ne seiner Wirksamkei; aber hier brauche man theolog. Ken Es hatten fick eine große Reihe Red rer für den Antrag einzeichnen lassen: die Herren v'. Gottbeil liuS Manchester, vr. L u d w i; P h ilippson, vr Rothschild aus Alz'v, vr. Kays erlin g aus Endingen-Lengenau u. A. Ob auch Gegner? „Ich Hab' es wohl vergesst n." Es wurde jedoch Schluß beantragt. Jtn Schlußworte betonten wir, daß wir nicht geduldet, sondern ausdrücklich in unserer Eigenschaft als Lehrer hier eintre en, nicht „tolerirt" sein wollen, „obgleich wir Lehi er sind Wir könnten wohl kommen als theologisch Nelehrte; wer könnte es uns versagen? aber wir wolle i kommen als Lehrer! Die Synode ist k e i n Rabbinerversammlung! ES wurde abgestimmt. Das Präsidinn erklärte, daß der Antrag die Majorität habe. Di« Gegner waren damit nicht zufrieden. „Namentlich« Abstimmung, Zählung" wurde, gerufen. Die. Zärlung ergab 32 Stimmen für unseren Antrag; die! Zersammlnng bestand nur noch aus etwa 50 Mitglied« m. Wir breituug Eintritt fühlen sein. — gegen ntnisse."