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Der israelitische Lehrer · 1869-08-11 · 32 (11.8.1869) · p. Seite 366

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
32 (11.8.1869)
Date
1869-08-11
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
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366 Festtage) gespielt werden sollte, wurde, als zu den Ritualfragcn gehörig, nicht debattirt. Nachdem solchergestalt die anscheinend schwierigsten Punkt« der CultuSordnung erledigt waren, ging man zu 2. der Anträge der Cultuscommission zurück. Dieser lautete: „Die Hapbthorath sind in der Landessprache zu verlesen." Wir erklärten unfern Widerspruch gegen diesen Paragraphen und seine Fassung, konnten aber nicht zum Worte gelangen. D i e Haphthoras bezeichnet die bestimmten H. nach der herkömmlichen' Ordnung. Wenn die Versammlung dazu noch beisügkd „dieselben können auch den Chttubim entommen werden," so ist dies, dem einjährigen CycluS gegenüber, der seine feste Haphthoraordnung hat, ein Widerspruch, der etwa sprachlich nur durch die Hinweglasiung des Wortes „die" zu beben wäre, j Unser Widerspruch gebt aber weiter. Die deutsche j Haphthora bat nur Sinn und-Bedeutung dem dreij jährigen EycluS gegenüber, für den zweitbeiligen einjährigen Cyclus invbesondepe hat sie keinen Sinn; denn: soll'etwa auch am Sabbatnackmittag Hapbthoravorttag sein? Und wenn die kleinere oder größere Beziehung zur Sidra, die die Haphthora gewöhnlich bat. sich nun auf den anderen Theil bezieht, der eben zur andern Zeit vorgelesen wird; wie dann? Mehr noch! Herr vr. Adler, jetzt in New-Pork, früher in Alzen,' hatte einst bei der Neorganisation > des Gottesdienstes in der isr. .NeligionS-Geme.nde j Odernheim den, richtigen Grundsatz aufgestellt: überall, wo das deutsche-Element nicht belehrend, aufklärend' oder erbguend wirke» könne, solle unter alle» Umständen lieber das Hebräisckc sieben gelassen werden. Denn, sagte er-, das Hebräische ist Uni Versal medici n: Der mit dem Inhalt Unbekannte kann sich dabei'denken,. waS er mag. Nicht so, wenn wir die deutsche..einjährige Haphtborao'rdnung einfübren würden. Sollten wir jedes Jahr mit den Haphthoras über die Kundschafter des Josna, über die der Geburt Simsvn's vorhergehenden Erscheinungen, über die vier Aussätzige^ die Wundergeschichten Elisas u. A. m. wieder vor unsere Gemeinden treten? Würde das erbaulich, belehrend oder — langweilig sein? Würde es die Achtung vor der Bibel erhöben? Darum darf die deutsche Haphthora nur eingeführt werden, wenn sie die sorgsamste Auswahl ermöglicht und historische Haphthoras sich nicht allzu oft wiederholen, also nur etwa beim dreijährigen Cvclus. *) * j Es dürfte von ganz besonderem Interesse sein, zu erfahrnes daß der „jüdisch-theologische Berein" eme Schöschmg der Breilauer Rabdinerschüle, der,also der Synode gegenüber auf konservativem Standpunkte stehend sich betracht««, der etwa zu gleicher Zeit mit der Synode tagte, den dreijährigen Cyclus in ernste Erwägung zog! Gewiß, ein beachtenswerthes Moment. Am Ende — könnte die Synode von den „deftructiven Tendenzen" jener Lerlammlung sprechen? Und die „unantastbare" i Orthodoxie wird wohl sagen >^» >W>. I Der die Haphthora betteffende Paragraph wurde jldoch fast einstimmig angenommen: die Haphthoras d misch, Auswahl aus den Chetubim kann sein rc. 3 und 4 wurden, als zu weiten Debatten 2 ussicht gebend, für die nächste Versammlung zurückaclegt. Sie betrafen die Sabbatmorzengebete bis Borchu. Es wurden hierauf die §§. 8, 9, 10, 11, 12 r nd 13, die von den Gebeten an den drei Festen, sowie lioschhaschono und Jomkippur handeln, fast ohne i Debatte in der Fassung angenommen, das; die Piutim c n den 3 Festtagen ganz in Wegfall zu bringen sind, cm Roschhaschono und Jomkippur nur'einige, besonders hochgehaltene Stücke in hebräischer Sprache beikehalten werden,, im Uebrigen Gebete und Betrachtingen über die Bedeutung der Feste in der Landess?rache eingeschaltet . werden sollen. Hr. Gottheil s irach für Lluswahl von Piutim aus dem pvrtugie s scheu Macksor, fand jedoch keine Unterstützung. Borchu bis zur Thefilla und Hallel sollenbleiben, (sin 'Antrag des Hrn. Or. Notbschild über Kürzung l nr> eventuell Uebersetzung von Hallel fand nicht die cenügende Unterstützung. Geschem, Tal, Hoschanoth > nd dergl. sind zu überarbeiten. Es wurden zum c Schlüsse Anträge für den Gottesdienst an den Halbfcsten Chanukka, Tisckeabeab und Purim dcrComi iission zur Vorlage für das nächste Jahr übergeben. Damit waren die Verhandlungen über diesen Gegens and erledigt. Sonntag den 4. Juli, Nachmittags - Uhr, fand die Schlußsitzung der Synodalverfamml ing statt. Bei Beginn dieser Sitzung zog Or. ' ihilippsou einen Antrag, der über die Stellung der Synode zu den bedeutenden Fragen der Gegenwart innerhalb des JudenlhumS sich aussprechen sollte, urück; desgleichen zog Hr. I)r. Wollner seinen schon ' rüher genannten Antrag zurück „über die Beziehungen er Synode zu Bibel und Talmud" mit der aus- > rücklichen Erklärung, daß er befürchtet habe, die Versammlung würde in „destruktiver" Weise Vorgehen, a aber dies nickt der Fall gewesen, die Versammlung ich völlig auf positivem Boden bcwege, so halte er etzt seinen Antrag für irrelevant. Diese Erklärung vurde von Einigen mit Wohlgefallen. von Anderen nit Zeichen des Mißfallens ausgenommen. Seine vörtliche Wiedergabe im Protokoll wurde insbesondere Kaustandet. Auch wir wollen eS dahin gestellt sein assen, ob e>n Mitglied einer Versammlung in der Versammlung selbst berechtigt war, ein solches Urtheil aut werden zu lasten. Damit hattedie Versammlung hre sachllche Aufgabe erfüllt. — Eine große Maste weiterer Anträge kam zur Verlesung und wurdd den Commissionen für das nächste Jahr übergeben. Es wurde sodann beschlosten, die stenographischen

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