Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 31 (4.8.1869)
- Date
- 1869-08-04
- Page
- Seite 359 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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S59 stützt und mojbiftcirt; von anderer Seite auch mit grvßer Energie bekämpft und schließlich mit 29 gegen 24 Stimmen cbgelehnt. Zum Schlüsse dieser Sitzung wurde der von.de» HH. vr Lön aus Szegedin, Astruc aus Brüssel, Schreiber diefis und noch vielen andere» anwesende» Mitgliedern lind freunden der Alliance israelite universelle ei 'gebrachte Antrag deS Inhalts: „Die 'Synode erklärt ihre lebhafte Sympathie für die AI iancc israelite universelle, welche einem wesentlichen Bedürsfnisse der Zu de n »eit entspreche und sie spricht den ausdrücklichen Wunsch aus, das; das Wirken der Alliance, welches sich bereits vielfach all segensreich bewährt hat, in den weitesten Kreisen Theilnahme und Ilnterstützuug finde" unter ranschendcm Beifall und durch Acelamation angenommen. Hr. Astruc als Mitglied des (stntralcomites dankt für diesen Beschluß. Indem wir die erste Synode zeichnen, dürfen wir wohl nicht des Sabbatgottesdienstes in der Leipziger Synagoge vergessen, den wir gleichsam als einen intcgrirenden Brstan stheil der Synode betrachten. Bekanntlich ist die Leipziger Synagoge sehr groß und schön; daS Jahr über wohl ziemlich leer, soll sie jedoch während der Messe, ü! «erfüllt sein Ter Gottesdienst ist sehr hübsch, schliert sich jedoch im Ganzen dem Herkömmlichen, an, und außer der Orgel, die nur den Chor begleitet, finden wir keine eingehende» Reformen. Hiergegen wir die Rede des Hrn. Ist Goldschmirt an diesem Sa >bate eine ausgezeichnete und entschieden den Reformb strebungen günstige. Es war auch allerdings interessant, eine so außerordentlich erleuchtete Versammlung im Gotteobause zu beobachten und wohl noch nie dursten die Segenosprüche zum Aufrufe», — sie wurden von art auoaezeick» ten Rabbiner. und dem Präsidenten der Persammlung — Hrn. Professor Lazarus gesprochen, so bemerkenswerth gewesen sein. Nack tem Gottesdienste fand eine vertrauliche Sipung statt. Obwohl vertraulich — zeigte sie doch wenig Berti aurn. Es kam kein Beschluß über die Tagesordnu ng zu Stande; jedoch wurde in Anbetracht, daß die Meisten der Mitglieder ihre Anwesenheit nicht über Sonntag auodehnen konnten, beschlossen, Sonntag Abend tue Synode zu schließen. In de Morgensitzung des nächsten Tages — Sonntag den 4. Zuli, Vormitags 9 Uhr. wurde vouz rliabbinen, Hrn. Dr. Kanserling' aus Endin gen« Lengenau mit Bezug aus eine demächsr stattfindende Versammlung des schweizerischen Thierschutz- Vereins, in welcher ohne Zweifel auch die rituelle Jchlachtfrage zur Debatte kommen dürfte, folgender Antrag eingebracht: Die Synode wolle erklären: l) daß das Zudenthum den Schutz der Tbicie nicht nur empfiehlt, sondern auch gebetet, 2» das? das Judenthum jeden Verdacht.der Thierguäterei in seinen religiösen Institutionen, im Besondern in den Gesetzen über die Schcclstta, abweist. Der Antrag wurde obnr Debatte einstimmig angenommen. Das Bureay war übereingekommen, bei Fortsetzung der Debatte über die Liturgie aus dkn diesbezüglichen Anträgen diejenigen beranszugreifen, welche von principieller Bedeutung für die ganze Gestaltung des Gebetsbuches sein dürften, um über diese eine . Einigung möglichst zu erziele», weil man nicht wissen konnte, ob die anderen minder einschneidenden Anträge der Commission sämmilich dnrchberatben werden konnten. Es wnrde daber zurrst zu den §§. o, 6 und 7 geschritten, welche lauteten: Die Lbesilla soll in jedem Abschnitt des Gottesdieuiies nur einmal gesprochen werden? t>, Terlesveränderungeu in den Stellen, wo die Bitte um Wiederherstellung der Thieropfer und die persönliche Rückkehr nach Jerusalem ausgesprochen wird, sind vorzunedmen. s 7. enthielt die Modalitäten dieser Terteeveränderilng. "j>. ö. wurde obue Debatte, «s. 6. mit dem Zusatze angenommen, daß s. 7. wegsallen, dagegen zu Zs. 6 gesagt werden solle, daß die Modalitäten der Tcrtesveräuderuugcn und deren Ausführung einer besonderen Commission?n überlassen seien. Wochenbericht. Odernbeim 2l. Juli. Wir und wohl auch viele andere unserer Eollegen empfingen vor einigen Tagen nachfolgrndco gedruckte Circular. Der Gedanke ist gut, wohlgemeint. Ob durchführbar? Wir werden ihn demnächst wohl zur Sprache, bringen und dir ( Meinung der College» vernehmen. DaS Circular! lautet: | „Elmshorn (Holstein im Juli 1869. Sehr ges ehrrer Herr College! Wir leben gegenwärtig in einer Periode, in welcher die verschiedenen Zweige mensch-