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Der israelitische Lehrer · 1869-08-04 · 31 (4.8.1869) · p. Seite 358

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
31 (4.8.1869)
Date
1869-08-04
Page
Seite 358 (sequence 2)
Language
German
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356. — rufen, viel stärker hervorrreten lasse, als dieser Modus, der vielen Anwesenden so überaus schlimm erscheine. Wenn in der einen Svnagoge ppo in der Zeit gelesen würde, wo in den anderen man 'JJD21 moo verträgt, so kennte der, dem man ppo vorliest, wohl übersetzen: -ose er 'o apy’ ern, Jacob sieht, daß ein Bruch vorhanden! Hiergegen betonte Herr I)r. Gottheil mit ernsten und warmen Worten den Umstand, daß man den grauen und der Zuzend, die die Bibel in der Üebersetzuuz vor sich liegen haben, wohl nickt alles vorlesen könute und dürfte. Der Antrag wurde mit großer Mavorität verworfen. ES kam svdann ein Antrag des Ritter Josef v. Wert- ■ beimer zur Perlejung, des Inhalts, daß der einjährige CvcluS beibehalten, jedoch die Sidra, das für den Sabbat-Vormittag bestimmte Stück in vier Lheile zerlegt, von welchen ein Tbeil am Sabbal-Bormittag, ein anderer am Sabbal-Nachmittag, ein dritter und vierter am Montag und Donnerstag früh zur Vorlesung kommen solle. Dieser Antrag wurde von Herrn Rabbiner vr. Aub auS Berlin dahin modificirt, daß die Thoravorlesung nur in zwei Stücke, auf Sabbat Bor- und Nachmittag berechnet, getheilt werden sollte, mit welcher Modification sich ^err von Wertbeimer einverstanden erklärte. Die Antragsteller hoben insbesondere den Umstand hervor, daß dieser Modus dem Bestehenden mehr Rechnung trüge, und den Kalender (nö) und das Simchaththorafest nicht derangire. Von mehreren Seiten wurde gegen diesen Antrag gesprochen. Es wurde darauf hingedeulet, daß dadurch nur den größeren Gemeinden, welcke auck für den Sabbat-Nackmittag ein Publikum haben, gedient sein könnte, daß aber dem größten Tbeil der Gemeinde, welcher nur einmal am Sabbatb die Svnagoge befucke - und;war am Sabbat-Vormittag - der zweite Theil einer jeden Sldra durchweg enuogen und dadurch der ganze Zusammenhang gestört würde, was jedenfalls nock weniger zu empfehlen sei, al» der vorhergehende Antrag. Biele Geme inden hätten aber gar keinen Sadbat-Nachinittaggottesdienst, oder höchstens ein nothdürftigrs Minian. Hr. Ör. Philippson betonte den Umstand, daß man sich mit der Thora, nicht mit dem Auslesen' derselben je am Simchatbthora freue, die „Freude am GeseHe" müsse nicht nothwendig mit dem Schlusie der Tboravorlefung Zusammenhängen. Der Antrag der Herren Aub und Werth imer kam zur Abstimmung. Zu unjerm großen Erstaunen erhielt derselbe 26 Siimmen; gegen denselben stimmten 27. Es war also nach dem Anträge Auds die Zwetthe lung auf Sabbat ^Bor- und Nachmittag beschlossen. Der dreijährige Cyclus, seit fünf- und zwanzig Zähren für die Reformgemeinden durch die Rabbinervcrsammlung entschieden, in mehr al» lOO jüdisch-deui scheu Gemeinden eingelebt, kam somit gar nicht zur T iscussion. Wir wiederholen: wir waren von diesem Bes hlusse überrascht, und wie unS, so erging e« noch sehr nieten der Anwesenden. Sicher würden sonst noch mehr we und gewichtigere Argumente gegen diesen eigenartigm Beschluß vorgebracht worden sein. Wir werden uns auf einer anderen Stelle darüber auSfprechen. Wir müsten hiergegen jetzt schon hinzufügen , d iß am Sonntag eine ErÜLrung dahin abgegeben vurde, daß die Synodalversammluug mit ihrem Beschlüße durchaus nicht diejenigen Gemeinden, in welchen der dreijährige Cyclus eingeführt sei, oder noch eingeführt werden solle, einer ungesetzlichen Handlung beschuldigen wolle, daß vielmehr die Kürzung durchauslnothwendig und vom gesetzlichen Standpunkte also auch der dreijährige CycluS zulässig sei. Die ganze Sonode trat dieser Erklärung bei. In der s e ch st e n Sitzung, welche am Freitag Nachmitlag zwischen 3 und 6 Uhr stattfand, kamen noch mrhrere Anträge über die Thoravorlesung zur Berathu ig und Beschlußfassung. So hatte vr. Gustav Philippson (Berlin) einen Antrag eingebracht, daß am. Zoznkippur-Nachmittag statt des herkömmlichen Abschnittes das 9. Kapitel des 3. Buches MoseS (ivin Dlanp) vorgelesen werden sollte. Bon den verschiedensten Rednern, die im Grnnde alle dafür sprachen, wurden die Gründe der Alten für den herkümmlichen Abschnitt und unsere Gründe gegen denselben klar gelegt unsd der Antrag schließlich angenommen. Geiger auS Frankfurt stellte den Antrag, die besonderen Abschnittes für Parschath Sachor und Parschath Parah wegjjtlasien; der Antrag wurde abgelehnt Hr. Seminarlebrer Steinhardt aus Hiloburghausen beantragte die Borlesslng nicht mehr mit dem Trop, sondern in! sinngemäßer Weise vorzuuehmen. *) Der Antrag wurde j angenöminen. Eine sehr interessante und eingehende j Debatte erhob sich über den Antrag des Herrn! ZernschewSky, das „Aufrufen zur Thora" aufzuheben, i Er motivirt seinen Antrag, indem er hervorhebt, daß > der gegenwärtige UsuS seinem ursprünglichen Zwecke! durchaus nicht mehr entspreche, da daS Aufrufen dazu! bestimmt war, die Aufzerufenen zum Selbstvors lesen aufzufordern. Er bezeichnet es als störend, j Es tolle daher der Vorbeter vor Beginn und am I Schlüsse der Vorlesung die herkömmlichen Benediki tionon sprechen. Der Antrag wurde vielfach unterr) Suter unserer geehrten Correspondenten auS Bayern schreibt uns hierüber folgende Anfrage. In der Synode zu Letpt, ist auch von dem „Trop^ dte R de gewesen. Woher stammt dies Won? etwa aus dem Englischen ltr>>p-erhebe» tc.T Wte käme dann bri in unsere Sprache? Schreiber dieses fragte viete gebildete "Männer; sie konnte» es ihm nicht sagen. ES schein einet der Wärter zu sem, das wir immer nachsagen» »hnz an seine Abstammung zu denken. Wer weiß etwaS darüber t rr Artmb

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