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Der israelitische Lehrer · 1869-07-28 · 30 (28.7.1869) · p. Seite 353

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
30 (28.7.1869)
Date
1869-07-28
Page
Seite 353 (sequence 5)
Language
German
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353 düngen, sei eS, das! sie von einzelnen Lehrern oder fortgeschrittenen Gemeinden ausgingen, fanden in ihm, kam die Zache vor sein gutachtliches Forum, zumeist einen Gegner. Während er so auf dem Princip der religiösen Freiheit berrmreitet, bat man noch nie gehört, daß er einem Nicht Theologen je gestattet hätte, eine Trauung vorznnehnen, was doch vor allem Andern sich begründen ließ, und so war er wieder ein Gegner, daß in'Nürnberg e n sogenannter Laie ohne spezielle Erlaubnis; sprechen dürfe. — Bayern war also in Leipzig durch zweitRabbiner, einem Advokaten und einem Kandidaten vertreten. Wenig Mannschaft bei so großem Bedürfnis;. Aber wir siird gar klug und drücken die Augen selbstgefällig zu. Go wird sckon besser werden, wenn Allee geschwunden ist..-' Wie Sie wo >l merken, ist Fhr Coyrespondent kein Gegner der Sunode, vielmehr ein wärmer Freund derselben, weil er immer mehr einiiehl, daß dem Bewußtsein unserer Zeitgenossen Rechnung zu tragen ist. ßr ist auch keiner'von denen, welcher der allen Unsitte ergeben iß. tlie an jedem Buch, das-ein Anse geschrieben, jede Institution, welche ein solcher in's Lebe» gerufen hat oder rufen will re., irgend einen Ausdruck oder eine ungehörige Bestimmung lustig herausgreist um sie als lächerlich oder fehlerhaft zu bezeichnen, und dadurch das Ganze zu diskrcditiren. Wenn er aber gleichwohl einen Beschluß*» der Snnode als zweck-, widrig, unpraktisch und inkonsequent bezeichnet, so ist . er dabei von guter Absicht erfüllt und will damit zeigen, wie auch mim gebildetsten Männer im.Punkle des Schulwesens, w e die christliche», leicht auf falsche Fährte gerathen. Iedermännigtich weiß, wie wir Juden durch Idbl hundert, langen Truck vor fünfzig Jahren noch uUscren gar nickt lieblichen Jargon, unsere noch weniger als angenehm und empfeblcnswertbe, durch die Reiigicn gar nicht gebotene, Eigenart in Manieren, Kleidung und Belegungen batten. Sie sind durch den erinöglichten Umgang mit Christen, durch Gesetz, durch Besuch der höheren und niederen Schulen und ganz besonders durch die in allgemeinen Anstalten und im Umgang mit ihres Gleichen gebildeten Lehrer vielfach im Schwint en begriffen. Es isbdies aber namentlich noch lange i.;: Gebrauch des richtigen jdeulschen Ausdrucknicht ganz "der. Fall.; Man erkennt -in dem jungen Manu, dem Städter, den Juden nicht. Tbut er aber den Mund auf oder gcräth er in Eifer, flugs kann man darauf schwören, daß, man einen solchen vor sich sal. Rur durch enges! Iufaminrnleben mit den chr ßlichcn Mitseininaristen, des Studenten mit seinen Commilitonen ,'c., vetflüwtet sich die Eigenheit in Sprache und Manieren. Durch eigene *) Sie waren, Herr Redakteur! bei diesem Beschluß gewiß, entweder uicht anwesend, oder Hamit nicht nnoerstandcn. lZch kam in der Religionsunterrichtssragc nicht cum Wort und stimmte gegen die Resolution« a im cSanz n. _ Red.» Anstalten für Israeliten aber wird sie verewigt und in daS Volk gebracht. Doch der Beschluß lautet „zumal für ReligionS'.ehrer." Nichts unrichtiger als . das. Ein ReligionSlchrer — an und für sich ein Ding, das nicht leben und nicht.Kerben kann — soll und muß ein ganzer Lehrer sein, wie ein anderer. Schullehrer. Er will es ja allmälig werden, und wenn auch nicht, er muß gerade so pädagogisb^ebildet, gerade so in Methodik und Didactik .'e. zu .Haufe sein, wie der Lehrer der Volksschule. Aber gerade da liegt der Hase im Pfeffer. Wer unterrichtet worden iß, meinen die Herren, muß auch wieder unterrichte» können; und das große Wie? beim Unterricht bar kein Folio bei ihnen. Und woher die tüchtigen Lehrkräfte für solche Anstalten nehmen? Nun, das kann freilick jeder Thcolog. zumal wenn er »ich den so schwer erringenyn, alle Tüchtigkeit verbürgenden Doktor-Titel erworben; mehr bedarfS. nicht. Aber die Herren gerathen mit iick selbst doch in Widerspruch. Während ne sich in ss. 2. des Beschlusses in ihrer vierten Siyung dafür erklären, daß in den höheren allgemeinen Anstalten ein höherer Religionsunterricht für jüdische Zöglinge eribeilt werden soll, während ne in z. Ü. für confejiionslose Schulen sich erklären, proponiren sic in li. gerade für die Lehrer, besonders die Religionslebrer, eigene BildungSanßalten, ne „würdigten die bestehenden (auch ckie Bamberger und Reblofcrs Anstalten?) und wünschten lebhaft.deren Vermehrung." Warum hier nicht auch, wo sie am nölbigslen sind, gemeinsame, Anstalten mit gesondertem Religionsunterricht, wie es nur eventuell beantragt wird? Die Alten sind klüger. *> Sie wissen, was sie wollen. Herr Bamberger in Würzbnrg bat Konsecuenz gezeigt, daß er eine eigene Lehrerbildungsanstalt in's Leben gern; n und der Erfolg entspricht seinen Intentionen. Aber eine Reformsvnode darf keine geson--. derte iSrael. Lehrerbildungsanstalten befürworten: sie j schneidet sich sonst in ihr eigen Fleisch. Nnr^ da« , Zusammenleben der angehenden "Lehrer der verschieveizen Consessionen, das die Kirchlichen überall nicht wollen, veickürgt vor allem die Versöhnung der Eonj fesiionen, die allgemeinen Geltendwcrdnng der Reli-; gion, der Humanität, welche die des IudentbnmS ist. * Aus Urttcrfraufen im Juli Sie verlangen; fleißige Berichte über das Schulwesen und seine Organisation Der für seinen Berus lebende Lehrer wird ne auch bereitwill-g mittheileu. Allein eö ist nicht immer ein Vergnügen an d'ese Arbeit zu gehen, zumal wenn man bedenkt, daßman bei Aufdeckung "I So Hai Herr Rabbiner i'amberger a» die Spitz: seiner" Anstalt nicht einen G,lehne,i, k. in n Toktor gestellt, die ihm so; nahe lagen, wohl aber einen tüchtigen vralttichen Schullehrer, Herrn Stern.

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