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Der israelitische Lehrer · 1869-07-21 · 29 (21.7.1869) · p. Seite 344

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
29 (21.7.1869)
Date
1869-07-21
Page
Seite 344 (sequence 4)
Language
German
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„Die jüdische Synode erkennt das Judenthum in Uebereinstimmung mit den Principien der neueren Gesellschaft und des Rechtsstaates, wie diese Principien im WvsaiSmus verkündet und in der Lehre der Propheten entwickelt worden, nämlich in Uebereinstimmung mit dem Princ'p der Einheit dcS Menschengeschlechts,-d.cr Gleichheit aller vor dem Gesetze, der Gleichheit aller in Pflichten und Rechten dein Daterlande und dem Staate gegenüber, so wie der völligen Freiheit des IndivirurcknS in feiner religiösen Ueberzeugung und dem Bekenntnis; derselben; die Synodeerkennt in der Entwicklung und Verwirklichung dieser Principien die sichersten Bürgschaften für das Iudentbum und seine Bekenner in der Gegenwart und Zukunft, die lebenokräftigsten Bedingungen für den uneiugeschrär.kteir Bestand und die höchste Entfaltung des-JudenthumS; die Svnode erkennt deshalb in dem Frieden aller Religionen und Eoiifcssiönen untereinander, in der gegenseitigen - Achtung . und in der Gleichberechtigung derselben, sowie in dem nur mit geistigen Waffen und in streng sittlicher Weise geführten Kampf um die Wahrbeit Ejneö der großen Jiele der Menschheit; die Svnode erkennt, daher als eine der w,escnt- ' lichen Ausgaben deö Judenthums, diese Principien zu bekennen, zu fördern, zu vertreten und dafür zu wirkt» und zu schaffen.-, — —" (Fortsetzung folgt.) Wochenbericht. Odcrnheim, 12. Juli. Wir wollen nicht vergessen^ unsere geschätzten Leser an die am 25. d. M, also wenige Tage, nachdem unser Blatt in deren Hände kommt, in Ludwigshafen statiffndende Versammlung nochmals freuirdlichst zu erinnern. Es sind schon aus den verschiedensten Gegenden Anmeldungen uns zugckommen und bei der Hcchwicht'gkeit der Fragen, welche, verhandelt werden sollen, dürfen wir eine recht zahlreiche Bctheiligung erwarten. Solche Lchrerscste babcn stets etwas Erbebendes und.wir freuen unS im Voraus auf die Genüsse für Geist und Herz; senden im Voraus unsere Grüße an die uns durch Streben und Beruf Verbundenen. Gleichzeitig babcn wir geaM unsere bayrische Collegen eine Schuld abzutragen, der wir hiermit genügen wollei;.' Wir hatten die Nr. 26, die eine Ein- ' ladung für dieselbe enthielt, dazu bestimmt, in kielen > Exemplaren in Bayern verbrestet zu werden. Die : Jabl der Exemplare der bcirefsenden Nu: mer reichte > jedoch hierzu nickst aus,-rbwcbl wir eine weit giößere I Auflage hatten drucken lassen und ist diese jetzt gjan; ver-; griffen. Wir wollen uns daher erlauben, dcu belref-! senden Paffus hier zu wiederholen. Er lautet: „Ander, in den ersten Tagen des Septembers i staithabenden allg. ha yer'schen Lehrerversammlutg zu Würzburg werden sich voraussichtlich auch viele isr. Lehrer auS Interesse an der dort verhandelt werdenden Sache betheiligen. Sie dürste abl r auch eine erwünschte Gelegenheit bilden, nebenbei au h die Interessen des iSr. Lehrer-, namentlich des R ligionslehrerstandes, in eingebender Weise un> iw einer besonderen Vei sainmlnng, wozu sich leicht ciii entsprechriides Lokal anffinde» dürste, zu besprechen und .zu berathen. Wir laden daher die Eollegen aller Kreise dringend dazu ein.*) De Religionslchrer insbesondere sollten des Worts ei, gedenk sei»: '? '2 '? ’jx i'x ox. Außerdem würde i solche Tage immer gewiß Vielen erwünschte Gele, enheit zur gegeiffe tigen Aussprache und zum freundscf aftlichen Verkehr bilden. Wir Lehrer kennen keine P irteien und sind uns ja Alle -einander gut." Möge auch diese Einladung von Erfolg sein. El wird unS herzlickst freuen, in Würzburg mit recht vi llen der wackeren bayr. Ecllegen znsammenzutreffcn. Red. deS I. L. BÜdiNsten, M. Juni. Vorigen Sonntag ist ir Himbach, hiesigen Kreises, eine gräßliche Tbat verü t worden. Juda Straus, ein junger, sehr wohlgi littcncr Geschäftsmann, wurde am genannten Tage ir dem Augenblicke, als er aus dem dortigen WirthSh «use einen Stuhl holen wollte, rücklings erdolcht. Ein Schrei des Entsetzens entfuhr allen Anwesenden Angesichts deö aus d/r klaffenden Stichwunde strömend n Blutes und deS>Aamme>s seines greisen Vaters u rd seiner jungen Gattin. Ein Motiv zur Erklärung d S Meuchelmords ist durchaus unerfindlich. Der im Moment anwesende evangelische Geistliche, Pfarrer 2! .'elfer in EckartShausen, gab dem Beileid der christlichen Bevölkerung am Grabe deS Gemordeten (der ( fraelit ist) in einer herzergreifenden Rede Ausdruck. Aachen, 0. Juli, Die Synagogen-Gemeinde zr Aachen hat früher den Mangel xjneö eigenen Sck'ulhauscS viele Jahre hindurch empfunden. -- Dieses nnabweisliche Bedürfniß einsehcnd, ist eS dem unermüdlich für das Wohl der Gemeinde überhaupt, nie der Schule insbesondere strebenden Präses des DorsiandeS E. I. Levy zuzujchreiben, daß die Re- I räsentan en-Versammlung beschloß, neben der Sdnagoge ein neues Schulhauö zu errichten. - Der völlig geräumige, dem Bedürfn-ffe der Schülerzahl ein- *, Wir bitten den Herrn Corrcspondenten oder bester > och einen der Herren Lehrer auö Würzburg selbst. Tag i.nv O v t, wo die jüdischen Lehrer sich treffen können, ge- > auer zu bestimmen. Gewiß werden auch nichlbayerische l ehrer die «Gelegenheit gerne ergreifen, einmal die strebsamen > genossen ans dem Baycrlande kenne» zu lernen. Co wirdz. B. 1 er Schreib,w dieses mit GoileS Hülse sicher erscheinen und j ür eine recht weite Verbreitung dieser Emladungsiiuniuier wird gesorgt. - Red-

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