Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 29 (21.7.1869)
- Date
- 1869-07-21
- Page
- Seite 343 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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343 Der Re du kr schließt mit einem tiefempfundenen Gebete. - Herr I>r. sltler, Land-Rabbiner in Cassel crflr'ff hierauf daö Lyort nie Pläsierut der v, r,äbr gcg Rabbiuervcrsam »lnng. Cr drückt seine Freude ans, das; die Versa umlung zu Stande gekommen- So fiel, aber auch sei» Her; sch ägt, er kann doch die Sorge nicht beshwichtigcii, die Serge nämlich :- „wird unsere versau» ilnng euch bbre Zwecke erreiche»? wird sie B stau > haben? wird sic sich von Jahr;n salir wiederholt u? Die Bkitglicder der ersten Syitodalrcrsaminlung tragen eine schwere Derantwortuchkeit; denn ist diechnncde dao einzige -I>!ittel, das dcr> stersahrcnheit i i den Gemeinden entgegentreten tan» — und sollte die Snnode ibrcnstweck niclu erreichen, wer weis;, wie siele ^\ah\e bingebeu, bis wieder einmal eine;n Stande kommt, und müßten wir sagen: Wir haben^ cs verschntdcl! — o Gott, wie könnten wir das veranickorte»!" Redner kommt nnir ans die Vorwürfe destrnuiver Tendenzen, die man der Rabbiiicrvcrsauimluu^z gemacht. Aber: „Wer zerilöien will, die Reiigioiität in den Gemeinden ßernören will, der kommt nicht rur Versammlung, der bleibt ruhig;u Hanse und wirf! sich behaglich in die 'Arme des studrfrcrcntismnS. Wir find confervativ." . „Der wahre Cenicrvalisiiius siist ncmlich der, welcher das lebendige Judenthum, daS^ Leben des studciilblstiio erhalten will, das Leben, ick meine, die geschichtlichen Criiinerungen der 'Derzeit, die erhabenen Lehren, die göttlichen Grundsätze der Gesittung und der Tugend, und wohl auck jene religiösen Fermen, durch welche dies Alles zum Ausdruck remtfit. Aber der falsche Confervatisnrns denkt nur daran, das;'.i erhalten, aus welchem das Leben entflsiienz er sucht den Leicknam eiuzubalsarnire», dgmit er nicht verwese und nickt zu Grabe getragen werde, der uns hier chonung für die die Gesetze Eemrinde doch Der wahre Conservatisinus ist eS, usammcnruft. — Otcturr fordert die Glaubcnsbrüder und Schwestern, die mit inniges Liebe in der Meinung, auch die Formen des Gesetzes feien göttlichen Ursprungs, an den menschlichen Satzungen hänge». Cr spricht von Denjenigezi, welche keine Schcnung verdienen, von sich abschüttLlten, aber in. der als die Conservativcn, als die Erhalter des Gesetzes gelten wollen. Cr spricht von den- Schwierigkeiten, die die Unkunde der göttlichen Quelle unserer heili >zcLn Religion dem Wirken der Synode.entgegenstellt. Cr gesteht, daß die Lahl der sich betbeiligenden Gemeinden eine viel größere sein müßte. Erteilet das daher: „Einmal, das es viele gibt, die für das> waö wir wollen, gar k rin Verständnis; haben, dann aber auch viele, die zwar das Persiändniß haben, aber in ihren pessimistischen Anschauungen alle unsere Bestrebungen für erfolglos Halts» .... An nuS ist es. das; wir in unserer Versammlung die Meglicklsit eines Erfolges zeigen .... Sowie eine Mutter ihr Kind liebt und für das Kind alles tbnt, alles aistlbietet. damit es bcranwachsr, gede.be und seines tzcbe r Bcstimmuiig crieiche, so lieben wir, die wir diese Versammlung zu Stande zu bringen gestrebt habe», so* liebe» wir die'e Versammlung und wünschen, das; sie die Mutier zcin möchte von der Tcckter des nächsten Jahres und vcn Enkeln und Urenkeln bis in die 'pätcue» stellen." Redner schließt, sodann seine oft vcn Beifall unterbrochene Anrede, m t dun Wunsche: Liebet tsie Wahrheit n»k den Frieden. Rach diesen Vegrüßungswerten "wurcke mittels geschriebener Wahlzelle' und in gencinnen Walu-, gänae» Herr Prof l)r. Lazarus aus Boolln mit stl» vcn. id! Stimmen zum Präsidenten, Herr Geiger ans Fraukiurt znm ersten »rid Herr Rsit-r stoseph von Wcrlbeinicr aus Wien znm z oeiw» S/eil.eUrcter erwählt. .Außerdem wurden die HH. ist. b-ngel von' Tic», Wcrlbeim aus Berlin, »r. Honig nanu auü! Breslau und b'ltvrkat Cm l Lebiiiaiiin ans Dresden : zu Schrirlsührern ci iraiiul Sämmtliche iaerreii nehm.n! die Wahl an; die Herren Vorsitzenden in cinsprechendcn Anreden, wovon wir insbesondere die des Herrn Prof fsor Ilr. Lazarus, d.cr lsterecktigkei und Strenge verspricht/ und die des Herrn von Werldnruer,. der ans ' Wiens alte. Anhänglichkeit und se ne >:ämpsc für die i Reform verweist, hcrvcrheben. Schluß der ersten! Sitzung um ’>'/■> Uhr. Am zweiten 'Tag — Mittwoch kbn : 0. ^juiu ' crösstict der Vorsitzende die Sitzung mit einiacn l warmen Worten zur Crinneriing an die wütige „Fahrzeit," an den Sterbetag eines Manncs, l er bind) seine wissen'chasitichrii Bestrebungen sich grcßcs Verdienst -um das Zudcutbum erworben hat — eit Reuchliu. „Tie Wisscnschäft dcS FudeuthumS aiicrtciincn, heißt bas Fubculhui» auerkemien." Tic Bcsiammlung er- > erhebt sich von ihren Litzen. Rach über die . Tagesordnung gibt der lä tgercr Debatte orsitzeude daS - Wort .Ccrru Ur. Ludwig Pbilippsou, zür Begründung eines tbcoretischen Antrags. Der R dncr mctivirt seinen Antrag mit warmen Worten, sink em er auf die -Geschichte des ZudcntbumS, feinen Gegensatz zum Hciteaihum, die Bedeutsamkrit des Moments hiuweist, die uns zur Pflickl macht, heute hiuzr treten vor die Gesellschaft, um zu verkünden, daß wir in unseren religiöstn u»d gesellschafilichrn Grundgesetzen mit der Mensch seit im Einklang sind. Hx. Ur. tliothschild spricht uir auü formalen Gründen gegen den Antrag; den er neck nickk für opportun, nicht für zeitgemäß hält, es wird jedoch beschlossen, daß die AmendemcntsslSller sich mi: dem Antragsteller in einer Commission, über 'den Wc rtlaut der Declaration einigen, die also lautet: