Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 28 (14.7.1869)
- Date
- 1869-07-14
- Page
- Seite 339 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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339 die Matrikeln der israelitischen Gemeinde eingetragen können, aber die Partei der „Orthodoxen" sich ' ' " ‘ werden , entsetzt sich über diese Neuerung Die Einführung der allgemeinen Civilregister würde diesen dogmatischen Streitigkeiten ein Ende machen. (Die BcschneidungSfrage kam aüch in der Synode zur Besprechung. Es wurde ein diesbezüglicher Antrag gestellt, und eine Commission ernannt, welche für da« nächste Zahr Vorlage zu machen hat. Redaktion.) , Heimath; war doch in'ienen Zeiten Amerika das gelobte Land bayrischer Juden, wohin mehr als di« Hälfte >unger Leute zog, ] die sich in der Heimath keinen Heerd gründen konnten. — Bald! hatte ich einen angemessenen Wirkungskreis. Ich arbeitete mit . , Kraft und das Glück war mir hold. Ich schrieb erst wieder nach der Heimath, als ich schon ein^ kleine Summe Geldes schicken konnte. Ich erhielt keine Antwort. Ich schrieb zum zweiten, dritten und vierten Male — immer blieb ich ohne Antwort. Iseuittetou. er Schmuggler. Erzählung von I. Klingenstein. (Fortsetzung.) Als ich asrf dem Berg« war, schaute ich zurück. Torft unter der Sch oelle meines Hauses stand sie noch, der treue Engel meines Lebens, dm Arm, wie fegnmd, nach mir auSge frrcckt. — Am Fenster, daS von einem Lichte matt belmchtet war, stand eiye andere Gestalt» die auch nach niir ausschaute -es war, meine Mutter ich fühlte es, der andere Engel meines Leb ms - — die treum Herzen — ich sah sie nie wieder <n Ich schaut! Torf im tiefstes mir heraus, aus den Arm« war verklungesr. Doch war es thmeren Lippesi noch dm auf der and SchrecklNsstell« gestreckt. Ob Mörder nicht vorüber hcimathlo'cr ' sucht«» ' War ich burkch«, so Ich hielt mich Fortietzung von Frauircish Antwort, oie Anzeige benachbarten schwere Strasse sollt« weiter, emgezogcn der 2t »)! noch einmal zurück. Dort lag das hetmathliche Frieden. Kein Laut drang von ihm mehr zu Huch das Horn des Wächters, das vorhin mich meiner verzweifelten Golde aufgeschreckt hatte, Ich konnte kein Haus »»ehr unterscheide», chir, als klänge noch jetzt das „Jeworechacho" von zu mir herüber, als sähe ich und fühlte ich jetzt n Arm gegen mich auSgcstreckt , . . Doch dort, <rn Seite des Dorfes, im Walde, an einer — dort lag ein Todter. von meiner Haitd dahin er vielleicht jetzt schon aufgefunden und sie den Ich schauderte. Ich konnte vor der Stelle schlug eine andere Richtung ein. — Ich'war ein Flüchtling. Dir Nuckkeftr. kurz vorher ein immer doch heiterer Handwerkschzog ich jetzt Frankreich init zerrissenem Kensüthe dort eine tleine Weile auf, um die Mittel zur iner Rciic mir .« verschaffen. Ich schrieb schon aus an »leine Fainilie. Ich erhielt trostvolle Brigadier >var nicht gestdrbeu - doch hatte er ui meinem Attentat» gemacht, das ein Bauer des Drtes mit angesehen hatte. Ich würde wohl eine bekam»»». ftbet ich war doch kein Marder. Ich sie kämen bald nach; di« Hoffnung war wieder Ich hatte Glück in Amerika, gewann so viel Geld, daßich schon daran denkm durste, mich nach meiner, heimathlichen Stätte umzuschaum und meine Famllie zu mir komnien zu kaffen — aber meine Unruhe wegm des AuSblcibms jeder Antwort wuchs. Mir ahnt« Schreckliches. Aus ineiner Heimath warm wohl Einzelne nach Amerika gekommen, aber Niemand konnte mir über meine Lieben genügende Auskunft geben. Ich schrieb zun vierten Male — zwei Jahr« waren fast seit meiner Abreise verstrichen — und als ich wieder keine keine Antwort erhielt, da trieb es mich nach der Heimath zurück — mochte daraus entstehen, was da wollte. Und wen» das Zuchthaus mich ausnehmen würde, ich mußte sehen, was ' auS »reinem Weibe, meinem Kinde, das ich noch nie geschaut, und meiner Mutter geworden. Ich hatte mir eine hübsche Sumnie erspart, sie reichte hin, mit Allen die Rückreise'zu wagen. Mit einem Dampfboot« machte ich die Reise über'S Meer, der Heimath zu. Wie im Flug« durchzog ich Frankreich. Der Bart, den ich mir in der Fremde hatte wachsen lassen, sollte mich unkenntlich machen. Aus der Grenze lauste ich mir anständige Kleider. Ich ging den Tag und die Nacht und wieder den Tag über, nur wenige Stunden der Ruhe pflegend. In einer Nacht, in derselben Stunde, wo ich vor Monde» auSgezogen war, klopkte ich an das Fenster nieines Hauke». Mein Herz schlug hörbar. Ich hatte keine Gedanken mehr. Golde! ries ich, Golde! Eine krenide Stimme gab mir! Antwort. j „Wer da?" „Macht nur auf, uh bin'», Euer Mosche, kennt Ihr mich nicht?" „Schmäh Israel" rief da eine mir unbekannte Stimme — es war nicht die eines meiner Lieben. »Du bist's?" Und die Thürc ward aufgerikke». Bawono'dnu harabim, * ) wo kömmst Du jetzt her? „Nicht das ist's! Laut mich kragen. Wo ist meine Golde, meine Mutter, meine Schwiegermutter„Lamaan I haschem ulemaan horachamim ", sprach der redselige Ehajim, der Schächter und Gemeindesiener, „Zippor Haje steh aus, mach einen Kaffee, Molche, Sattiermoiche ist oa. kömmt von Amerika, steh auf, mach einen Kaffee. Setz Dich, Mosche, fa? Dich, baivonoienu harabim. Was soll ich Dir Alles sagen." „Ich will keinen Kaffee, miq nicht setzen, bin ich nicht ge- «oanderl — Gott weiß wie lange, bei Tag ans Nacht, mich denkt's nicht mehr, »in zu wiffen wo m:in Fle ich und '»lut ist Ich gme Oceans. I h » weiter — nach dem freien Lande jcn>eitß des traf F.euizde und B.'kannte in Missen aus eer *) Um unsere Sünden ivillen. **) Um Gott nno «einer Bärmh'rjigkeit will!». I