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Der israelitische Lehrer · 1869-07-14 · 28 (14.7.1869) · p. Seite 337

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
28 (14.7.1869)
Date
1869-07-14
Page
Seite 337 (sequence 5)
Language
German
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337 Das Uebkl existirt und soll abgeändert werden durch weise Führung, die aber, will sie daS sein, mehr anziehend als abstoßend sein soll. Sie wird anziehend sein, wenn sie mit L i e b e und Güte geübt wird. Der Lehrer erwerbe sich daher vor Allem die Liebe und das Vertrauen der Kinder; aber keineswegs dies durch falsche Liebkosungen, Schmeicheleien oder kleine Geschenke; sondern durch wahrhaft väterliches Benehmen — Ernst mit Saiiftmulh gepaart. Das L e h r w o r t des Guten: „Sei aufrichtig, sei arbeitsam, sei gcboram ro!" finde in. dem Leben des Guten einen stets gegenwärtigen Dolmrtschl was es heißeautrichtig, mäßig, arbeitsam re. kein. Das Drohwort des Guten hat einen eigenen Donner, und borgt ihn von dem Respekte, den das Gute einflößt. Daher sei der 72) Ueber Hospitäler und Lazarethe. *) 73) Der Farbensinn. 74) Die monumeutale Darstellung der Reformation. 75) Das mechanische Wärmeäquivalent. 76) Der Streit über die Entstehung beS Basalts. 77) Der Weinbau im Rheingau. 78) Ueber ArbeitStheilung. 79) Heinrich Pestalozzi. Erzieher gut, Lebensweise a die Kinder nacsahmen lernen. Die Sprrche der Liebe offenhart sich am Deutlicksten dr rch Freundlichkeit bei den Kindern. Ein freundliches Gesicht, das aus einem wohlwollenden Herren entspringt, gewinnt und befördert An, äherung und Vertrauen der Jugend, treten gar oft Fälle ein, wo der Lehrer Maßt ist, Ern st zu zeigen, sondern Strafen vorzugehen; wo aber ungemein Allerdings nicht nur vera wobl gar m it Milde das rohe Gcmüth bändigen kann, ist strafende Härte überflü stelle sich dem Kinde in seiner ganzen 8 Bild des Guten hin, dem es Ng- Auf angeführte Weise dürfte eine Schule nicht' leicht Mitursache sein, wenn Kinder keine Freude zu ihr Haben. Literarisches. , Die Anhäufung des .uns vorliegenden Stoffes und insbesoidere die massenhafte Anhäufung von RccennonSschiiften macht es uns zur Pflicht, ferner mit den Rcce riioneu, wenn sie nicht Schritten von besonderer und hervorragender Bedeutung besprechen, kürzer zu sein. Wir werden daher, ganz so wie-andere Jcitjckriften, die Titel der Schriften alsbald m'ttheile» , chbald 'fic uns zukommen, einzelne kurz ihre», Inhalte »ach besprechen, aus andere später zurncktoiiilnen. Von der Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge von Virckow und Holtzendorff (Berlin, Eharisiiie) sind ferner frschienen: *) Es dürfte unseren Lesern, bekannt sein^ daß diese Schrift zu einer Polemik Veranlaffung geboten hat, dieuns als Israeliten von besonderem Interesse ist. In einer Note hatte Virchow nämlich gesagt: „Die Meinung von dem wesentlich christlichen Charakter der HoSpital-Entwickelung, welche ich in dem vorliegenden Vorträge ausgesprochen habe, ist von Einzelnen meiner damaligen Zuhörer als eine das Judenthnm verletzende aufgefaßt worden. Einen mir damals zugegangenen Brief über dicfen Punkt habe ich schon bei einer anderen Gelegenheit (Mein Archiv für path. Anat. und Physiol. und für klinische Medicin, Bd. 44. S. 144) veröffentlicht. Ich bemerke hier nur noch ausdrücklich, daß eS sich für mich um eine rein historische Frage bandelt, bei welcher religiöse oder ponfessionclle Nebengedanken mir ganz .fern liegen und fern gelegen haben, und bei deren Beantwortung religiöse oder konfessionelle Empfindlichkeit ganz am unrichtigen Orte ist ^Historisch ist es, daß die Juden, so lange sie einen Staat bildeten, keine Hosspitäler gehabt haben, weder für sich, noch weniger für Fremde, und daß sie auch in ihrer Zerstreuung einen bestimmenden Einfluß auf die Gestaltung der Krankenpflege niemals geübt haben. Ich weiß wohl, daß eS den, Juden geboten war, einen Fremdling, der in. Judäa wohnte, zu lieben wie sich selbst lMos. 3, 49, 33— 34), aber der jüdische. Staat baute sich auf Intoleranz, ja.auf absoluter Ausschließlichkeit auf, und das mußte er, weil er ein hierarchischer Staat war. Er machte die Propbezcihung (Moi. 5, 7, Ist) | wahr: „Du wirst alle Völker fressen, die der Lerr, Dein Gott, Dir geben wird. Du sollst ährer" nicht schönen." Man vergesse doch nickt, daß selbst i das orkhodore Judenthum unserer Tage von jenem Judenthum der alten Jcit gänzlich oe> schieden . ist, und daß unter dem sckweren Drucke von Jahrhunderten das Judentbum überhaupt Vieles vergessen nur Vieles gelernt hat, auch Vieles gelernt, was wir ' im historische» Sinne ch-.inlick nennen. was jedoch ' im philosophischen Sinne ebensogut menschlich gei nannt wezren kann. Ich für meine Person 'trage rein Bedenken, sogar anzue:tcni:en-.vch ras moderne und liberale Judenthum Manches dazu bcig >eagen bat. den rein menschlichen K.'rn des Christen!'',uns, der von io rsieleu dogmatischen - umflrwt mar,

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