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Der israelitische Lehrer · 1869-07-14 · 28 (14.7.1869) · p. Seite 336

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
28 (14.7.1869)
Date
1869-07-14
Page
Seite 336 (sequence 4)
Language
German
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— 33i> — legung eines -Organisations-Statutenentwurfs beauftragt. Der Gemeindetag wird einberufen, sobald eine der unter II. bezeichneten Bedingungen einzetrofsen ist, frühestens im Laufe des nächsten Jahres. V. Die durch die Ausführungsbeschlüsse dieses GemeindetagS entstehenden Kosten werden auf die in dem letzteren -vertretenen Gemeinden verhältnißmäßig repartirt. ' (Fortsetzung folgt.) Warum babjtn so viele Kinder keine Freude an der Schule und ist hievon nicht die Schule selbst eine Mitursa^e? Beautworret von 2. Hrtöak, Lehrer in Fellheim. " > Jedermann weiß, wieviel davon abhängt, daß ein wohlgeordneter Unterricht auch ordentlich benützt, und um diese» zu können, auch ordentlich besucht werde. Der Besuch des Unterrichts ist nur dann ersprießlich , wenn er willig und mit Freuden geschieht. _ Daß so manche Kinder keine Freude an der Schule haben, wird A. von Heilen mancher Eltern veranlaßt, öfters auS Pflichtvergessenbeit, indem solche ihre Kin- ' der bei jeder Gelegenheit, wo jie dieselben^;» irgend einer Arbeit gebrauchen können, von der Schule zurückhalten , und ihnen Gleichgiltigkeit, zuletzt Unlust gegen die Sckule einflößen; ' Andere hingegen gehen in ihrem Eifer zu weit, und ghQben, sie können ihre Kinder nicht früh Igenug zum Schulbesuche anhalten, oft nur, um derselben los 'zu werden, um der Mübe überhoben zu sein, sich mit ihnen abzugeben. Kann auch solchen Kindern, wegen zu »preisen Alters, der Eintrül in die. Schule oft nickt gestattet werden, so avird dock die Lchule mißbraucht, indem ne den Kleinen gleichsam als Popanz, als eine Anstalt, wo die Dressurpeilscke herrscht, dargestellt, und denselben damit gedroht wirk. wenn sie ihren Befehlen nickt folgen wollen. ' werden die Kinder abgegejckreckt, daß sie mi: Gittern und Bangen die de.reten, dieselbe als. --sucht- ( Strafarbeit»-) and d'en Lehrer als Jucktmeistcr betrachten, deck fleißig Stock und Ruthe bandbäbe. io daß es oft längerer -Zeit becarj. bis -der Vebrer ,ick ihnen zugänglich nackcn kann. -" ' ' - ' Ukancke Eltern >chi. roirn und lästern über reu Lehrer unc 'ein Irenen bei der geringsten Brran- (as'iing. -rne c.i.i'b bei •>-,u K'nsern so, mi U'ckt Schule Haus eine Scheu, doch 'eine gewisse Abneigung und Geringschätzung. Biele Kinder hingegen, deren Eltern bessere Begriffe von einem Lehrer, richtige Kenntniß von dem Treiben der Schule haben, und ihren Kindern Achtung, Liebe und Vertrauen gegen jenen einflößen, besuchen gewiß mit, Freude die Schule. Bei diesen bedarf eS weder der Versprechungen und Aufmunterungen, noch des Zwanges; sie eilen mit Freuden und Liebe dahin, wo ihr Geist und Körper auSgebildet wird. Es ist hiernach außer allem Zweifel, wie auch die Erfahrung lehrt, daß zum großen Theil Lust oder Unlust zur Schule vom häuslichen Leben abhängt. 8. Aber auch die Schule selbst kann einen nicht unbedeutenden Einfluß darauf üben. Ohne alle vorbereitende Erziehung — und doch sollte Miterziehung Gehülfinder öffentlichen - Anstalt sein — vielweniger vorbereitenden ' h ä u Slichen Unterricht betritt das Kind die Schule. Der Lehrer erhält häufig die Aufgabe, aus kleinen Unmenschen zuerst leidliche Menschen zu machen. Früher verlangte man bl.oS, daß die Kinder in verschiedenen nützlichen Kenntnissen unterrichtet werden; jetzt aber muß der Lehrer auch i^och die ungezogenen oder verzogenen Kinder gleichsam auferziehen und erziehen, und wird von Seiten vieler Eltern, die sich um die Kinderzucht wenig oder gar nichts annehmen, diese dem Lehrer gänzlich zugeschobeni Dem Lehrer liegt jetzt eine doppelte Pflicht ob, nicht nur zu lehren und zu unterrichten, sondern auch zu e r z i e h e n. Um nun nicht eine Mitursache zu sein, daß Kinder keine Freude an der Schule haben, sondern diese Freude vielmehr erweckt und befördert werde, soll I. der Unterricht so beschaffen sein, daß er den Kindern interessant, angenehm, anziehend sei, keine Kraft zu sehr -überspannt, weder Eckel noch Bangen erzeugt werde. II. Die Erziebung soll vernünftig und angemessen sein. Hierzu wird cr-ordert, daß der Lehrer Religion und die nölhigen Kenntnisse und Gewandheit habe; daß er seinem großen Berufe mit allem Eifer obliege; daß er bei den Gebrechen der Kinder viel Geduld zeige; denn die gereizte Ungeduld verderbet durch B'.icke. Worte, Handlungen, vorzüglich durch wildes Aunabren nfld zürnendes Schlagen viel an d'it zarten «Gefäßen. noch an e h r an den jungen Herzen,' unk es trete ein strenges Verfahre» nur' ein. wo es unumgänglich nothivendig ist. Unseve Jugend leidet an Gebrech m; dieses gibt ikder Schulmann, jeder verständige Vater zu. Ob di? Jugend -bemals schlimm, ob ich/mmer, als jetzt war/von welcher Quell-' es der'van. in gleichviel.

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