Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 27 (7.7.1869)
- Date
- 1869-07-07
- Page
- Seite 327 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 327 aus Ttf de« lauf der Stelle." Später wurde die ^orm tp1;» ffflr selbstständig flntemmcn und es bildete sich mbfO m« dem präpesitionellrn 7: vielleicht ist auch "«« der alte Artikel für p.i also tn Tut». An Top. ad Bcr. 11,6 sub v. "osr Ende findet sich ipk by. Des Wort ip;p ist aramäische F'uturalform; die Erklärung ans ’.T ist unnöthig. Bei cm hätte an „Dragvman" erinnert werden können. Wir ermuntein den fleißigen und gelehrten Verfasser zur Fortsetzung seinen bxicalischen, erklätenden »nd. verdolmetschenden Ssrbeiten dcö TbalmudS. Möchte ihn das jüdische wie i^ichtjüdische Publikum dariii unterstützen. Schma JiSiraül. Fünf Reden über das israelitische Gotwebekenntniß von vr. Ad. Iellinek. Wien 18KL. Verlag der Beck'schcn Universitäts- Buchhandlung. Die vorliegenden Predigten deö berühmten Kanzelrrdners bilden dir erste Abtheilung ri»er größeren Sammlung:! Gott, Welt und Mensch »ach der Lehre des Indenthums. Dir erste Rede bildet die Einleiturg. Der Redner schildert Inhalt und Kraft deS Schma in einer fin§irlen Vision, die ihn in den Tempel zu den alten P cpheten, auf die Schlachtfelder der alten Gcttestämpjer, aus den Richtplatz der alten Märtyrer, in das LehrhouS der alten Gottesgelehrten, in die Ctndirstube der philosophischen Denker, in die Wohnung der begeisterten Psalmendichter, in dieNähe der ielomitischem Glaubenshelden und in die Synagoge der gegenwärtigen Juden führt. Alle werde» vom Inhalt des Sä'ma begeistert, von der Kraft desselben elmuthigt, sie leben und sterben dafür, denken darüber, dlnn der Philosoph findet darin den Ausdruck seines abstrakten Gottesbegriffs, seines geistigen GotteSgcdankenS, der absoluten Idee, des raum- und zeitlosen Seins. I« dem Schma ist aber auch der jüdische Gottesbegriss sublimirt zur reinen Liebe "im Gegensätze zu dein Gotte des.Moslems, der ihm die Ge- * danken der Rache und deS Fanatismus, der Intoleranz .und Lieblosigkeit einflößt und das Schwert des Todes, dir Brands ickel der Vernichtung in die Hand drückt, um sich uid seinem Gotte damit zu diene». Das Schma wendet sich darum nickt bloS an die Denkkraft der Juden, um ihre Begriffe zu läutern, sondern auch an das Herz und Gefühl, um das Leben zu versittlichen. T w darum noch so tief in die Ideen des Cckmck si«) versenkte, noch so lang mit seinen Gedanken da >ei verweilte, aber nicht gleichzeitig durch seine Handlungen und sein Leben dem Gott der Liebe und Gerechtigkeit dient: er bat doch nicht den Begriff von Gott und da» rolle Vcrftindniß vom Schma. So werden uns auch, ganz im Geiste, wenn auch nicht in der Art deS alten Midrasch, die Geheimnisse eines den^ einzelnen Worts enthüllt und fast die Bedeutung eines zeden Buchstabens in der Thora nachgewiesen und demgemäß aus Schma „Höre" gefolgert , daß man sich nicht begnügen tolle, das jüdische Bekenntniß und die jüdische (£^»»1»^ von Gott still in sich zu tragen, sondern man müsse sie laut bekennen, um nicht, wie so viele Gleichgültige und Abtrünnige unsrer Zeit es vor ,'ich zu recktferligen, wenn sie im Stillen und Geheimen für sich ^uben bleiben, vor der Welt aber sich gestatten, das Indenthum zu ve: leugnen oder gar zum Schein ein» andere Religion zu bekennen. An „Israel" ist entwickelt. daß Gottes Sache und Kampf durck einen Einzelnen nickt zu Ende geführt werden kann, sondern daß er dafür eines Volks mit sich stets erneuernden Generationen und stet» erneuerter Kraft bedarf mrt> darum and' Israel ei wählte, den Gottesgedankcn zu bewahren, bis er die ganze Menschheit durchdrungen haben wit-d. Trotz seiner Zerstreuung soll Israel sich darum doch als ein zusammengehöriges Ganzes wissen und erhalten. In gleicher Weise ist bei „unser Gott" hervorgehoben, daß damit keine Exklusivität ausgedrückt und der Universalieinus der jüdischen Gotlesidee geschädigt werden solle. Weil entfernt, den Gedanken eines Rational- und Sondergoltes einzuschließen, soll damit nur die primitive Erkenntniß ansgedrückl werten, welche Israel allein und vor allen Völkern von dem wahren Gotte hatte. Die „Einheit" Gottes wird sehr aussübrlich besprochen, jedock hier nur im inetaphvsischen Sinne. Die Beziebungen, wclcke die „Einheit" Gottes zur Welt zum Leben des Menscken, seinem Denken, Handelu und Hoffen hat, werden in den folgenden Abtheilungeu zur Sprache komnien. Obgleich hier also der dogmatische Begriff von Gott entwickelt wird, muß man eö dennoch beim Redner rühmend anerkennen, daß er aus der Kanzel die Sprache des Philosophen vermieden und seine Gedanken dem populären Verständnisse angepaßt bat. Die weicke Sprache des empfindenden Herzens konnte er freilich bicr nicht anschlagen; eine Geistesarbeit bleibt eine solche Darstellung immer sür den Redner, wie Hörer. Tie drusch artige Verwendung. von Bibelvcrsen in einem Sinne, den sie ursprünglich gar nicht haben, sagt uns weniger zu.» Wir glauben auch nicht, daß die Pointen solcher Erklärungen von dem größten Tbeil unseres heutigen Publikums verstanden und goutirt werden. Dagegen finden sich überraschend schöne Deutungen der Hagada aus S. 6, 6!», 71 re. S. 24 wü'den wir aus exegetischen und ästhetischen Gründen ncm nicht als „Fruchtbarkeit" gedeutet haben, sondern als „Mutterliebe" im Gegensatz zu der entbehrte» Gattenliebe (rwjp). Anstalt von „Fruchtbarkeit" spricht man auch besser von „Kindersegen." „Hartnäckig und Trotzig". zS. Ü4 und sind keinesfalls tugendhafte Eigenschaften, auck wenn