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Der israelitische Lehrer · 1869-06-23 · 25 (23.6.1869) · p. Seite 315

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
25 (23.6.1869)
Date
1869-06-23
Page
Seite 315 (sequence 7)
Language
German
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315 den. Auf Sonnabend, den 30. Mai, Abend- 9 Uhr, wurden die Abgesandten zu einer Comitvsitzunz in die Kanzlei deeben so. edlen und humanen als verständigen und einsichtsvollen Gouverneur Fürsten Obolenski eingeladen. Hinzugezogen waren noch der Gymnasialdirektor und Oberschulinspektor v. Novikof, ein Mann, der für die Angelegenheit in den russischen Zeitschriften thätig sein will, sowie der gerade in Kowno anwesende Chef des Hauses I. S. Feinberg'S- Nachfolger in Kowno und Königsberg, Mitglied de«. KönigSberger UnterstützungS-Comitö's und Ehrenmitglied de- Kownoer. E« wurde beschlossen: Vorbehaltlich der Regierungsbestätigung eine über einen großen Theil von Rußland sich verzweigende Gesellschaft zu begründen, welche zu allernächst die Auswanderung der Israeliten nach dem Innern Rußlands bezwecken; dann die Erwerbung von Grund und Boden für die Ackerbautreibenden anstreben; endlich die Heranbildung der Zugend durch Gründung von Schulen aller Art <— wozu übrigens, >venn hierru, wie unbezweifrlt, die Regierungsbestätigung erlangt wird,-Fonds genug vorhanden wären — mit allem Ernste betreiben soll. Biele angesehene Männer, auck in der Hauptstadt St. Petersburg, haben ihre Mitwirkung zugesagt. Von Wilna, wo man zuvor schon die freundlichste Zustimmung zu unserem Vorbaben zu erkennen gegeben, waren aus telegraphische Einladung drei Männer von den Notabilitäten der Stadt am Sonntag zu einer nochmaligen Besprechung des Gegenstandes erschienen. Diese Vorgesetzte Thätigkeit kann mit Zustimmung des Gouverneurs theilweise sofort beginnen, trotzdem das Unternehmen noch der Bestätigung der Regierung ermangelt, lausende vc^kleinen Handwerkern wollen, um zu Hause dem sicheren Hungertode zu entfliehen, nach dem Innern wandern. Handwerker aber können auf ihren alljähr-' lick zu erneuernden Paß hin, hingehen und ihr Handwerk üben, wo sie wollen. Eine große Anzahl solcher Handwerker-Familien sind nackt und blos auf das Gerücht von bevorstehender Hülfe nach Kowno gekommen und müssen in den dortigen Volksküchen ernährt werden, bis für sie die Mittel zur Uebersiedeluirg nach dem Innern Rußlands erlangt sind. Durch wirksame Beihülse kann dem Elende von Tausenden und aber Tausenden abgeholsen werden; so darf denn aus die ernstliche allseitige Mitwirkung zu diesem cauernde Abhülfe verheißenden Unternehmen gerechnet werden. Aus Ungarn ist der „Allg. d. Lehrerzeitung" -ur Berickrigung nachstehende Zuschrift von dem Hrn. kör.igl. Hauplschuldireklor Kohn in Temesvar zngeaanzen, die wir, da jener Artikel auch in unier Blatt übergegangen, hiermit zum Abdruck bringen. „In .ihrem geck. Bla::e. wo wir itek? nur «Gediegenes und Wahres zu lesen gewohnt sind, bemüht sich ein Korrespondent in Nr. 18 unter der Rubrik „Mannigfaltiges" im strengsten Sinne des Wortes der Wahrheit in's Gesickt zu schlagen und die Person Sr. Ercellen; des ungarischen Kultus- und UnterrichtSministers zu verleumden und sein ruhmwürdizeS Wirken für die Schule und für die Lehrer zu verdächtigen. Er erzählt nämllch, es habe derselbe einer Deputation von den Lehrkörpern der Hauptschulen zu Fünskirchen, TemeSvar und Ujheln auf ihre Bitte um Abänderung einiger Paragraphen des Schulftatuts geantwortet: „Meine Herren, ich bedauere. eS, Sie der Pflichtvergesienheit und Nachlässigkeit zeihen zu müssen; während Sie hier sind, entbehren Ihre Kinder des Unterrichts, «sichen Sie. nach Hause und kümmern Sie sich nicht um Dinge, die Sie nicht verstehen." Als Mitbetheiligter bei der Deputation erlaube ich mir nun im Interesse der Wahrheit Ihnen -en wirklichen Sachverhalt mitzutheilen. Gegen Ende des Monats Marz haben der Gefertigte mit zwei Kollegen auS Fünfkirchen in Vertretung der Lehrkörper der Temesvarer, Fünfkirchner und S. a. Ujhelyer jüdischen Musterhauptschulen sich zu Se. Ercellen; dem Herrn KulruS- und Unterrichtsininister Bavon Eötves nach Ofen verfügt, nicht, wie Ihr Korrespondent mittheilt, uin von demselben eine Abänderung hes jüdischen Schulstatuts zu verlangen, sondern um demselben unsere Besorgnisse über den Beschluß de« jüd. LandeskongresseS in Bezug auf unsere Lehranstalten und die Zukunft der an denselben wirkenden Lebrerindividuen auszudrücken. Auf di/ von meinem Freunde, dem Herrn Religionslehrer Jsr. Back, vorgetragene Ansprache erwiderte Se. Ercellen; ungefähr Folgendes: „Warum, meine Herren, sind Sie so sehr besorgt? Ihre Furcht ist ungegründet. Ihre Bezahlung wird nicht im Mindesten verringert und Ihre Ansprüche auf Pension sind keinen Augenblick im Zweifel. Indessen wollen sie mir Ihre Beschwerden schriftlich einbringen, und ich werde All^> thun zur Schlichtung Ihrer Angelegenheiten und;n Ihrer vollkommenen Befriedigung." . Der Bescheid Sr. Ercellen; auf die schrinliche' Eingabe des Temesvarer Lehrkörpers in der benannten Angelegenheit lautet in wortgetreuer Uebersetzünz folgendermaßen : An die Direktion der Temesvarer isr. Mnsterkauptschnle in Temesvar! „In Bezug auf die Eingabe des Lehrkörpers der isr. Musterhauptsckule, unmittelbar an Se. Ercellen;, den Herrn Minister in Betreu der vom jüo. LandeStongreffe beantragten Auflassung dieser Anwalt, wirk bemertr, daß es die Aufgabe des bestehenden Schulgesetze» ist. daß die Schulen so viel a:s mog'.ick verbreitet, nickt vermindert werden ke-n'zu Tol.^e bn \

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