Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 25 (23.6.1869)
- Date
- 1869-06-23
- Page
- Seite 312 (sequence 4)
- Language
- German
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312 wollen ein nationales Ategiment; da müssen die Jaden verfolgt, mißhandelt und geplündert werden, um das ebenso feige als sänke rumänische Gesindel in seiner nationalen Barbarei entschuldigen. Wer verbürgt dem Schreiber dieser Worte und der Redaktion der- „Mainzer Zeitung" die Wabrheit des Gesagten? Wir erklären es als eine Verläumdung! Die Gesandten und Consulen aller Mächte, voraus der österreichische Baron von Eder Hütten das nicht gethan, was geschehen ist, als im vorigen Jahre die Vertreibung der Juden in Bacau u. a. O. mit unerhörter Barbareiausgesührt wurde, wenn die Juden da» wären, wosür sie^der Schreiber obiger Verläumdung ausgibt: die Plage, das Unglück des Landes. Cremienx und die Mitglieder der Alliancc, obgleich Juden,, würden sich sür sie nicht -erweichet haben. Im vorigen Jahre waren die liberalen europäischen Zeitungen fast einstimmig in den Ausdrücken der Empörung gegen die heillose Wirthschast in Rumänien; wir wissen nicht, was damals die „Mainzer „Zeitung" sagte, aber wir wissen, daß der gesunde Sinn der Leser einer „liberalen" Tendenzen huldigenden Zeitung solchen Unsinn und solche Intoleranz, wie -der. obige Passus, nicht gutheißen wird. Tie Juden sollen Schuld sein, wenn die Rumänen durckaus dcmoralisirt sind; a!S wenn man iit Mainz die Wein, Bier- und Branntweinwirlbscbasten schließen wollte, in welchen sich so mancher Mainzer Bürgerscbn $u Grunde richtet! Die Juden'dürfen keinen Grundbesitz srwerben — und nun sollen sie auf einmal di« Besitzungen 'der ländlichen Bevölkerungen an'sich reißen! Wir haben früber auch von Polender dasselbe hören müssen; von dcrGränze Westrußlands wird unS jetzt der Eommentar dazu geliefert. Nicht die reichen Juden in London und Paris, fondeni die Gerechtigkeit, die Menschlichkeit, die Sittlichkeit, -welche bei den Juden dort herrscht, wäbrendEbei den übrigen Bewobnern Barbarei und Demoralisation den Untergang über kurz oder lang herbcisüdren imuß, steckt hinter diesen Rlagen; und die Erpectorationcn der Nationalen werden der Gerechtigkeit nicht scharen und den Untergang jener faulen 'Rationalitäten nickt aufhalten, wenn auch im Augenblicke die Bruttflii^r des Cogalniceano den Sieg davon trägt, wbch^ die Austreibungsgeseize., die .von Braliauo btrrübren. mi t g r a u s a m e r Strenge in Aus- 'nhrnng br.ingt. Es läßt sich bossen. daßt>die europäischen Mächte der Gerechtigkeit Gehör geben und diesem Treiben > Einhalt gebieten. »Der „Rhein. Kurier" sagt, es wirken 'ich die europäischen Mächte, voran Testerreich,! nicht - in „innere" Fragen einmischen. Zu die Berücksichtigung der einfachsten Gesetze rer Menscktichkejl- und Billigkeit nicht eine Frage des Völkerrechts, die allepdiogs zur Einmischung berechtigt, besonders in einem Landchen, das zu ohnmächtig ist, wenn es sich darum handelt, gerechten Gesetzen Vollzug zu sichern? Red. des „I. L-") Frankfurt» 13. Juni. Sie haben Recht, wenn Sie „Lehrer" als unentbehrlich bei . der Synode erklären. aber Philippson hat nicht Unrecht, wenn er für diese theologische Kenntniß in Anspruch nimmt. DenU die Lehrer als solche haben nicht Zutritt, sondern nur insofern sie „jüdische Lehrer" sind. Nicht die jüdische Volksschule interessirt die Synode, sondern die jüdische Religionsschule. lieber das Maaß der theologischen Äennlnisse wird bei-Niemanden zu Gerichte gesessen, bei dem jüdischen Religionolebrer ebensowenig, wie bei dem jüdischen Gelehrten. Sie ziehen daher mit Unrecht eine so scharfe Scheidelinie zwischen dein rabbinischen und dem pädagogischen Fachwissen. Wohl weiß ich, daß manchem Rabbiner das pädagogische, wie vielen Lehrern das rabbinische Wissen abgeht. Aber wie jenes dem Rabbiner, noch weniger soll dieses dem Lehrer fehlen. Opr „Lehrer" ist demnach als solcher zur Svnode berufen. PH. hat nicht daö Recht, er hat gewiß auch nicht die Absicht, ihn auszusckließen. »??) Der Gegenstand ruft mir auch Ihre LudwigShafener Lehrerversammlung .in'S Gedächtnis;. Sie wollen die Frage erörtern: Wie haben sich die jüdischen Lebrer ihret und der Schule wegen, bei dem Streben nach confessionslosen Schulen zu verhalten? Principiell haben gewiß nur diese Berechtigung, und Principien baben die Wahrheit und den Sieg für sich. Daher ist es H echt, sich auf diesen Sieg frühzeitig zu rüsten. Die confesnoneilen Schulen der Inden sind nur eine Nothwendigkeit der Zeit gewesen — der Ausschließung und den kirchlichen Bestrebungen der Andersgläubigen gegenüber. Dicse kirchliche Tendenz wird zwar noch lange nachhalten, auch wenn für confejüonslose Schulen der Sieg errungen ist. Vorn binausgcjagt, wird sie sich hintcit wieder einschleichen. Dies iind UebergangSstadicn; das Judcnthnm wird ibre Gciahr bestehen, hat ne nicht zu fürchten. Aber die Sonderschulen der Inden baben nicht bloS eine religiös?, sondern auch eine wissenschaftliche Berechtigung, weil das Maaß des Wissens, welches in den onentlichen Volksschulen erlangt wird, dem Geist und Bedürfnisse der Inden nicht genügt. Nun. Sonderschulen werden auch in Zukunft besteben dürfen, nur werken iie ansbören, confessionAle zu sein, und gleich den'-össciitlichcn allen Bekenntnissen offen stehen müssen. Einen solchen Ebarakter hat ja kheilweise schon die bieiige israel. Bürgerschule, an welcher Christen stch großer Anzahl unterrichtet werden. Aber solche Son ' derschnlen werden Ausnahmen bilden. Zn der Regel werden die Genieinden Prediger und R.'ligionslehrer anstillen, unk eine Au'äabe der Svnode wird es sein,