Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 23 (9.6.1869)
- Date
- 1869-06-09
- Page
- Seite 299 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 299 öyrdlnk'M ging, war des We^es kundig. Kein ü*?ort wurde -imicbi'n beiden gewechselt. Salme war glücklich -- er trug das Bewußtsein in sich, eine gute Tbat vollbracht, zwei Menschenleben gerettet;u bav.n. Mosche wußte noch kanin, wre ihm war.' Eine belle edle Gewalt batte sich wieder s.-mes Gebens beinäcbligl, das schon so lange finsteren Mächten anheiui. gegeben schien. Bergangenbeit und Zukunst lagen wirr unk sinsier vor seinen Blicken. So mochten sie etwa eitle Stnude mit einander gegangen sein, als sie an einem kleinen Dme ankainen. Äiies lag die»' in tiesster Ruhe. Talme führte seinen Galt aui einem schmalen Fußvials »in das Dorf berum, und tlovstc endlich lene am Feustör eines niedrigen, einstöckigen Häuschens, durch Vas ein trübes Vicht schimmerte. Ein leichter mehrstimmiger Schrei ließ sic» im Hause wabrnebmen. Die Tl'üre ward eilig ausgetban. | Die Oeffnende schrack zurück, .a'.s sie zwei Männer vor dem Hatlse isieben sab. Doch bald erkannte sie Salme. „Bin Du es, lieber Barer? Wo bliebst Du so lange? tlnS avar so bang; wir erwarten Sick seit es Äbend geworden schießen hörten." , Still. Golde, sei rulsig. »gebracht! „Golde!" hei dein Klangie dieses Wortes schaute Mosche, der bis levi fast tbeilnabinlo > dagestanden batte, ans. als i >;:e er eine Stinime aus ei rer andern Welt ^vernommen. „l^olvc! Wer beißt bio „Hier, meine Tochter, mir Angst, da wir am Berge. Ich habe eine» Fremden fli' Golde?" >orach der Bater, indem er '.—.selben Stock-und'Bündel gab. „Dock immer rnbig! .y.b mir das Vidit." sagte er wieder zur Tochter gewendet. Und indem er rechter Hand!des Hauses eine Tbüre öffnete, t.al er' mit dein Fremden i» ein kleines Zimmer und auf e.n geordnetes Beit deutend, sprach er: „Hier, -schlaft ruhig für beute Nackt! Morgen ist Freilag: die Haben b.eiben hier geschloffen. Ibr bleibt über Sabbat bei uns. Zull:, kein Wort weiter. Das Weitere wirb sick finden, -rch Sabbat, will's Gott. >»stlte Nackt." ». Der Freitagabend. Es war ein sichrer Freitagabend gekomiiien über die We.t. Die jüdischen Männer dc-s kleinen Ortes, in welches Sii'.ne feinen Gast gerührt batte, eilten von der Orlssimagoge' ibren Wohniingen zu, die die Hiebe geschmückt!>al:e zur eraulaenden Sabbalieier. Wen» x,hr einen von diese.: Männern die Woche über geieben hättet, wie er lner :,ni dem Batte ans dem Nutten, dort mit der -'int' am Sirrcke in den umliegenden Dörfern herumzog, gebüttl »nd sorglich ans die Erde nleoar schauend, und sähet ibn jelzi wieder, beiter und frei in festlichem Anzüge und mit leuch .enden Augen—Ibr kenntet.ibn nicht mebr. Gestern im tti'.npse nin die Bedürfnisse des. Veibeü und Hebens, heute : nschivebi von den Bote» des Friedens und niiigeben von e.-e '.chren Engeln der Hiebe. Heine dentl der jüdische >..ann nnr an eines: sei» lran'.eö Hans;:«» heiligen .!_ Gottesiempel »n inacken. Heute sind diese Inden ander,: ' Menschen mit anderen «Gefühlen und Ssiebniigeu. <riestern känipsend um das Stück Brod für sich und die Ihrigen, beute im Gemistbe erfreut, beseligt und höherer geistiger 'Nabrung und gemülblicker Erhebung zustrebend. — O, wer bringt unS diese Freitagabende wieder? Es ist ei» Paradies, das wir verloren habe» an diesen Feierstnilden mit ibren heiligen »nd beiligmachenken Genüssen, die erguickende»' waren, als alle die überseinerien Herrlichkeiten der Gegenwart. . Wer bringt uns zurück diese berrlickwn ge.nüihvollen Weibeabende? Was entschädigt den, Familienvater der <Gegenwart für das Hochgefühl, mit welchen» unsere Bäter ibr Scholom alecheuk*) und Eickes chail ** saugen, für die freudige Innigkeit, niit welcher sie oer-„Ieslmcko elolnin***), segnend ihre Händen legten ans daS Haupt ihrer geliebten Kinder! ' Mil ernsteren Gefühle» betrat-Salme beule die Sckwelle seines Hanfes. Barg es ja einen Fremdling, einen Gast, desie» Schicksal er gleichsam mit in seine Hand geiioinmcli batte und von dem er säst nichts wußte, als daß es ein unglücklicher Jude war. de» er dem Berbreche» und dein gewiffen Untergänge entrisse» batte. Heule Morgen war Salme i» die große Siube gekommen, und Uane seinen Gast, noch aus deni'elben Stuhle sipeuk, gerade wie er ibn gestern verlassen baire, aligelrosfen. Sein Beil stand un- - berühr^, „Haßt michbeute," sprach er, ,.lasst mich ruhig _ hier in diesem Zimmer: Lei» will Tiickus essen, iuchis lrinken, will allein hier bleibe». Tiefen Abend aber, wenn der heilige Tabath eingezoge» ist iii Euer Haus, dann will ich an Euren Sabaibrisch unter die Sabaiblainpe treten — ach, wie lange saß ick ui.tu an" einem Sabaibtisch — »nd Euch wabr und klar meine Hebensgeschichte l erzählen Das klebrige wird sich finden."! Darum ging Salme beule wider seine Gewohnheit | zuerst in die Fremdenstube, um seinen Gast niil;»>» Sa- > barhlffch zu geleiieir, in das festlich erlenchieie Familien- [ zilniner. Ein Gestibl wobliouender Wärme drang in das j Herz des Bereinstrinien. als er, eintrelend, die ocetgackige l Sabbatlampe und den Tsick mit weißen: rinnen gedeckt; »and, worauf auch für ihn zwei mit Monn bestreute weiße Brode und ein Becker Weines waren. Wie erguickte den! so viele Monde ilruhelo'en die seligeNade. der Sabbalb- ' frieden, der ibn hier umgab, ibm gleichsam zürn.senk: „Hier ' laß Dick nieder, lner findest Tu die ifttl'?* nsted.r, die D>i ' verloren. . . ." ' - , _ ■ Ei» Seuszer eniguoli aus ieinei» Herzen. Wann?' - einem Hebustuhl >aß schon die M-'.i.e. des Haities, ) Friede lei mit Euch; »must e.n eie L>'hbarcnret — : Lichter und F imilienglieder. - vöd der 's'ieoe.'rsu, die den Tuch rür een Sadtat bereiter -'er-.i's Kav-'rel ver Sprüche . Lniouiensi. Gast ki'r.F'.b :e :s.e : . >. T ellt.