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Der israelitische Lehrer · 1869-06-02 · 22 (2.6.1869) · p. Seite 289

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
22 (2.6.1869)
Date
1869-06-02
Page
Seite 289 (sequence 5)
Language
German
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*1 — 289 — I sprechen, am meisten an ihnen zu tadeln haben und dich nm Strenge und rasche Abhülfe ersuchen, thaten und thun in der Regel selbst nichts dagegen und wollen im Ernüc auch nicht, dast dst ernstlich dagegen einschreilest. Sprich nickt gegen jedermann über die Gebrecken der Schule und Schüler. Namentlich urtheile nicht zu viel über.die Kinber des Einen mit dem Andern, nickt tadelnd, nickt lobend. Beides erweckt z» leicht Hast. Das Erite lässt sick mit einem Slrcicke zu einer Waffe gegen dich schmieden, das Zweite als negativer Tadel gegen sein Kind, mackl iblt neidisch und selbst gehässig. Eltern verreiben üb-'rbaupt leickter etwas sie selbst Herabsetzendes, Vetleuenees, als etwas gegen ibrc Kinder. Ein Hieb, de» man den Kinder,, gibt, wird schmerzlicher empfunden, als ein Schlag,, den man ibnen selbst versetzt. Nickts bringt El'krn leickter in Harnisch als das, selbst wenn die Lbatsacken begründet sind. Und gewabr werden sie es jedenfalls wieder, selbst wenn du nicht verbieten, wieder darüber zu sprechen »was, nebenbei bemerkt, immer das sicherste Mittel ist, es erst reckt r» veranlassend so wissen ne es dock 'schon vor dem dritten Hahnenschrei. Selbstverständlich gilt dies anck von teil Erwachsenen. Enthalte dick lieber aller Urtbeile, a's das; du ne veinnbeilsl. Auch die radelnden Urtheile Anderer gib nickt wieder. Höre und sckweige! Gar Mancher macht dich;um Vertrante» über eigene und fremde Verhältnisse. Ieige dick desie.i nickt unwertb. Mancher fühlt das Bedürfnis;. sei» Veit und jeinen Unmnib irgend Einem aus nisckükkeu. Stillschweigend hält er Keinen geeigneter dazu als dich. Wisse das zu schätzen. Und wird d> rfelbe zI-all dir vcn;ebn Seilen „als «Geheimnis;" milgelhestt..wolle ihn jedesmals erst zum ersten mal gehört.haben, Nickis rechnet man dir übler an. als Indiscrction und Zivi chenträgerci. jedermann gegenüber wäre man anck vorsichtiger gewesen, doppelt unrecht, wenn man sick also in dir getauscht bat. Hast d» aber das Vertrauen verloren, so sind die schönsten Stunde» in der Gemeinde verträumt, nnd dann kaiinsr du nur ausbreckeu „zur Rechten oder Linken." , Lörinbrrg. » ' ■- Literarisches. B l u in e n des Morgen- und Abendlandes. Gedichte von Samuel Maas, Religionslebrer. Bamberg. l8ffh. Wir frenen uns, wenn auch der Lehrer Muse findet, die Muse zu pstegen. Die vorliegenden Gedickte zerfallen in drei Theile: religiös-israelitischen Inhalts, allgemeinen Inhalts und Gelegenheitsgedichte. Einige derselben nnd auch, schon früher bekannt geworden. Reich an neuen poetischen Ideen ist daS Bücklekn gerade nicht, der Dichter bat meistentbeils die Blumen in den Gefilden Sarons gepflückt agadische Erzählungen nnd orientalische Parabeln benutzt. Aber . dennock ist ihm Talent nickt abzusprecken. Er weist den poetischen «Gedanken berauszufühleii, den vielleicht Manier »ock kaum »ack langem Sticken beranSsinden würde. Die ,Tori» der «üedickte ist meistenibeils gefällig; es «st sogar eine Leichtigkeit im Veruficiren nicht zir verkennen, und mit de» ,formen der Poetik ist er a,lck vertrant. Sprachliche Härten, wie „bekehre," „näb're" S. * sind uns wenige aurgeskosten. Verfehlt ist aber die Iorm des Gedickts „Schwerinutb" S. >04, iür welche vieriüstige ircchäcn gewählt Pud. Die Gedichte allgemeinen Inhalts zählen anck manche specisisck jüdischen, wie „Moses und daS Lamm"-' nnd andere. Der Sinn der Gekickte.ist auch in der ersten Abtkrilnng »icki immer specisisck. sondern'gar ost allgeniein religiös. .Warum 'also da die Scheidung? Wir können daher die «Gedichte viel eher zur sestlägigen Lectnre empfehlen, als die oft noch so belieb.cn und nicht verstandenen snnagogale» Piuiiin. Sie sicko ernsten und religiösen Inhalts. Wir iiincii uns gerade heute in den Nüiltagen zu dem Schewnothfesle zu dieser Bemerkung gedrängt. W e l t g e f ck i ck l e' > n B i o g r a p b i e n. Tür Volksschulen bearbeitet von H c r r »i a >i n L a h r s s e n. t. Tbeil: Alke Geschickte <»iir Ausnalnne'-der ddntscheni, bis auf Julian den 'Abtrünnigen, fl Alte deltiscke nnd mittlere allgcmestie. Geschickle bis Ende der Hcheiistanfenzcit. Hl. Neuere «'-'eickichle. Leipzig, Verlag von Julius Klinkbardt. Wir haben im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift den zweiten Tbeil dieses Werkes als einen recht geinngeueil und praktischen bezeichnet nnd wir' können auch in Bezug auf den ersten und dritten i heil dasselbe bezeugen. Eine klare und warme Darstellung, Hervorhebung des Interessantesten nnd der kulturhistorischen Bi^mente mache» daS Buch zti einem guten Schul- und' Lchrbncke, zur anziehenden Geschiclstslektüre für Kinder. Der Begriff „Volkstcknle" ist ein zu weit ausgedehnter. Wir glanben, tast selbst die iititllcren nitd höheren Klassen der Bürgerschule hinreichend Stoff haben, wenn sie daS ganze-bewältigen wolle». Lehrbuch des praktischen Rechnens für Real- und höhere, Bürgerschule. Herausgegeben von Haeseler und Seiler. Lehrer an der Realschule erster Ordnung in Magdeburg. Zwei Theile. Magdeburg, Verlag von Emil Baensch, Königl. Hosbuchhandlnng. IG!«;.

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