Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 20 (19.5.1869)
- Date
- 1869-05-19
- Page
- Seite 270 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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270 Den L'e^rftoft gebe man vor dem Unterrichte durch, um alle etwaige» Fragen beantworten zu können, um den Unterricht ganz frei, ohne Lebrbuck geben zn^ können. 5 er Unterricht ist viel förderlicher, wenn erl frei errbeilt wird. , Die Ordnungsgehilfen müssen angebalten werden, daß alles nun. Beginn und Verlauf des Unterrichts vorbereitet sei, daß durch nichts Störung eintrete.. Wie in allen Beschäftigungen, griro auch im Schul geschäft durch-Or d n u n g. viel F-'- erspart? Sie ist es, welche alles zur rechten Feil und am rechten Orte thut, besorgt und hält- Sie ist-das beste ErbaltungSmittel für alles, was wir besitzen und sind, die nachhaltigste Ersparung von Zeit, Kraft und Werth. Sie beruht aus' geordnetem (leiste, gebt aus der reckten Pflichterfüllung hervor und fördert auch ruhige Ueberlegung und rechtzeitiges Handeln. In der Schule selb also alles , am geeigneten und bestimmten One fein und zur rechten -feit geschehen. Jeder Gegenstand muß seinen bestimmten Play baden, daß er nickt erst. gesucht werden muß,. wenn man ihn braucht; jedes Kind muß seinen bestimmten Platz haben, muß angebalten werten. alles Völbige mit zur Schule zu bringen und für den Unterricht in Bereitschaft zu halten. Wir mit dem Ort, muß auch mit der Feit Ordnung gehalten werden. Der Lcktioiisplan muß genau eingebalteu werden, damit alles . auf den Unterricht vorbereitet ist, damit jedes Lebr-- sach seine bestimmte Feil -erkalte und die Schüler an Ordnung. Pünktlichkeit uikd geregelte Tbätigkeit gewöhnt werden. Tüchtige Handhabung der Disciplin bringt .-Zeitgewinn, wie -Zunahme der Unarten Zeitverlust bringt, Gewöhnung zur Wabrhaftigkcit, Aufrichtigkeit wird die Disciplin aber besonders erleichtern, und die Feit, die dadurch erübrigt wird, kommt dem Unterricht zu gut. Geduld uudi Liebe gegen das Kind fördert ebenfalls die Disciplin.' Schon ein altes Sprichwort sagt: * „Leichter trägt der, was er trägt. Der Geduld zur Bürte legt." Wenn die verschiedenen Fehler der Schüler beim Lehrer Unwille, Forn. erregen. hemmt dio Geduld den Stromtie'cr Empfindungen, zügelt ste und unterdrückt sie so viel als .möglich. Sic erweckt aber auch das Fntrauen des Kindes und Verhütung von manchen Fehlern, die den Unterricht stören. Fn didaktischer und methodischer Beziehung ist, um Zeit zu gewinnen, der -wichtigste-Grnndsay. die kürzeste ^Methode zu wählen, was schon der Talmud i Trakt. Icina 71;n empsteb'.r. Je bälder man zum Fiele gebangt, desto bester ist die Feil benützt, und die gewonnene Feil -kanu für andere Fwecke benüi-i werdeik. Doch soll die Schule.kein Tre-bbaus fein: denn, „die übertriebene Krrft.err-'zzez-nn: erß-rb::" e^ ie^' nicht über Gegenstände hinwegeeilt werden, bloS um bald zum Ende;u gelangen; denn es soll alles gründlich .^erlernt werden, und dies erfordert ein kluges Säumen. >XFn Beziehung auf das Maß gelte der alle pädagogische Grundsay; »»<>» nmita, sod iinilli»».« Eoncentration des Unterrichts, die vor mebreren Jahren eine pädagogische .Feilfrage war, bewirkt > dadurch, daß sie nicht guanlitativ beschränkt, sondern , auch verwandte Fächer miteinander verbindet, die 1 rechtzeitige Aufeinanderfolge einzelner Lehrfächer nach!> ihrer inneren Verwandtschaft anordnel, manchen Feit- ' gewinn. Die Dehrforme,! sollen miteinander abwechseln, damit das Kind im;ner aufmerksam bleibt.! Die akroamatische und heuristische Lehrform muß immer wechseln, um in mannigfaltigen Wendungen den kindlichen Geist am stchersten zu ergreifen. Die Aufgaben sollen der LeistnngSfähigteil des Kindes angemessen sein. daß es sie lösen kann. Schwerere Aufgaben zur Probe der Selbstkraft des Schülers und oft zweckmäßig, gehören aber nicht in den eigentlichen Lehrgang und dürfen nickt zu oft wiaderholt werden. Die .Fragen sollen stets bestimmt gegeben werden, damit das Kind auch gleich die reckte Antwort findet. . Manche Feit läßt sick nir die Schule durch Hausaufgaben gewinnen. Memoriren muß ganz dem j Hanöfleiße überlasten werden, aber auch die.Fertigung! von Aufsätzen, Abschriften der Diktate, Nechcnaufi gaben, in israelitischen Schulen Vorbereitung auf das! Ueberseycn des Hebräischen werdeil zu Hausaufgaben i gemacht werden können. Die Feit, die man tafür! in der Schule verwenden müßte, ist gewonnen. Doch j muß hier Maß gehalten und auf die körperliche Ent- : Wicklung des Kindes Bedacht genommen werden. I „Gönne dem Knaben zu spielen, ,,I'n wilder Begierde zu toben: i „Pur die gesättigte Kraft lehrt :ur Anmn.lb rnj rück." (Schiller«. i Wenn der Lehrer die schriftlichen Arbeiten der Scküler zu Hause korrigirt, io wird auch manche Stunde gewonnen. ' Der Fweck der Aufgabe wird jkdock oft eher erreicht, wenn die Scküler beim Korrigiren mitwirken, damit ihnen genau zum Bewußtsein komme, wo ne gefehlt haben. Der Arbeiten sollen deßhalb nicht zu viele sein, daß deren Korrektur bald volleucpl wird. Jedesmalige gleick -sorgfältige Einzclitkcrrektnr aller Hefte kann oft umgangen werden: in den meisten Sckulen stnd manche Gruppen von Sckülerit, die die gleichen Fehler macken: da genügt es dann, je nur eine Arbei: gründlich durchzugebcn und die ähnlichen Fehler der andern Arbeiten blcs anzustreichcn und von den Ver-a'-ern kerrigiren und angeben zu lasten. j Manche Naturgaben des Lehrers gewinnen j, ihn: Fei:. EGrege Lebend-gk-ir oder Lebhafftgkeit c