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Der israelitische Lehrer · 1869-05-19 · 20 (19.5.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
20 (19.5.1869)
Date
1869-05-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Her IsmelittseKe IeKrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Iudenlhums und i n h b e s o n d e r e des i s r a e l i t i s ch e n V e h r c r st a n d e S. Organ sür den Verein „Achawa.'" M 20. Den 11). 2Kai 1861). 1). Jahrgang. LSchentlich 1 Rümmer Vierteljährlicher «bonnemmtsprei» 40 lr. — II«,2 Lzr. An,eiqm jh 1 Lgr. vir Petitzcile Beftellungc» nrhmrn alle Postämter und Buchhandlungen an^ Zeitgewinn nnd Zeitverlust in der Lcbule. Aoxkerenzarbeir von B. Straßburger in Buttenhauscn. (Schluß.') . Wie läßt sich nun diesen Ealamitäten, diesen Gelegenheiten;um Zeitverlust entgegenarbeiten und »0 und wie^gibt es Mittel zum Zeitgewinn? ' Die erste Bedingung, die Zeit reckt zu benützen, . ist für-den Lehrer ein auf wahrer Frömmigkeit und Gottesfurcht gebautes Pflichtgefühl, dem es mit feiner Aufgabe Ernst ist, KaS seines hohen Berufs als Zugendbildner sich bewußt ist. „Sie, die berufen sind, die Sprößlinge der. Nation zu bilden, welche , allein unter allen Völkern der Erde um einer Idee willen erhalten worden sind, um der Lehre des einigen Gottes willen, sie, die berufen sind, dieser Lehre,! Lehrer , zu sein, sollten in der That dieses Berufes so »oll sein, daß eher das Uebcrmaß-als der gänzliche Mangel des Eifers' in ihnen gefunden werden sollte. (Philippson)." Kein Stand trägt eine solche Verantwortung. keine Aufgabe ist eine solch' heilige, für Welt niiib Ewigkeit wichtige, wie sie der Lehrer hat,! dem auch, wenn er gewissenhaft nnd treu ist, verheißen ist: j er werde glänzen wie dcrjGlanz des Firmaments, wie > die Sterne immer und ewig (Dan. 12, 9). Auf j ein solches Pflichtgefühl basirl die rechte Treue im! Amte, die die Schularbeit nickt mit Verdruß und! Unmrth, sondern mit Liebe und Freude zu den Kindern und der Menschheit verrichtet, zu deren Vcllkommunng man das Heranwachsende Geschlecht bildet. Mit solcher Liebe und solchem Eifer wird man das Werk des Herrn nicht mit Trug üben, sondern mit Treue und Fleiß , nicht als Miethling, sondern in Wahrheit. Ein solcher Lehrer wird stets der erste und letzte auf dem Platze sein und pünktlich erscheinen, wird nif eine fremde Arbeit in der Schule verrichten, wird alle Unterbrechungen zu vermeiden suchen, die ihn von feinem Geschäfte-abhalten. Die Schulzeit, die jährkicke wie tägliche, hält »in solcker Lehrer pflicktvoll und gewissenhaft ei». Mit dem Schlag der Stunde beginne der Unierrickt uns endige nie zu bald. Man gewöhne deßbalb.die Kinder stets 10 Minuten vor der Unterrichtszeit im Sckullokal zu erscheinen, damit alles zur Zeit vorbereitet ist. Die Erholungspansen, die kürzeren wie die längeren,• erregen Frische zum weiteren Unterrickte und ünd daher kein Zeitverlust sondern Zeitgewinn. Während des Unterrichts ist das Kind gespannt ans die Worte des Lehrers oder soll es wenigstens sei» und ist dadurck angestrengt. Auf solche Anspannung folgt aber Abspannung, wenn nicht kurze Ruhe folgt, in der sick daö Kind wieder samineln kann. Der quantitative Verlust wird durch bessere qualitative Benützung der folgenden Stunden nnd Tage reichlich ersetzt. Es gibt willkürliche und unwillkürliche P a u s e n. Letztere enlslcben durch mancherlei Störungen, wie sie mancherlei Verbältnist'e des Lehrers oder Schülers bewirken können, durch Uebcrgang von einem Pensum zum ändern, durch Herrichten der Lehrniittel u. s. w. Sie müssen durch Kpmmandoruf so schnell als möglich beendigt werden. Willkürliche Pausen sind die Interstitien, die längstens 10 Minuten dauern, sollten und für dir körperliche Entwicklung des Kindes bockst nöthig sind. Ebenso sind Vacanztage und Ferien kein. Zeitverlust, weil Lebrer und Schüler wieder neu gekräftigt mit neuer Lust an die Arbeit geben „Geize nicht ängstlich mit solchen Zeiten, sie unterstütze»,sicherlich den Zweck der Sckule lPH. Strebe! in Sckmid'S Encvclopädie, Art. Pausen)." Wenn Lehrer und Schüler taL ganze Zabr ihren Obliegenheiten mit Eifer und Fleiß Nachkommen . so müssen ihnen allmählich die Kräfte erlahmen nnd die Lehr- und Lernlust muß abnehmen. Darauf sind längere Erholungszeiten ntlbig, nack welchen Schüler und Lehrer sich wieder nach der Schularbeit sehnen. Damit keine Unterbrechung im Unterricht stattfinde, ist für den Lebrer tüchtige Borbereitung auf den Unternckt nötbig. Auch,der geübteste Schulmann, kann nickt alle Vorbereitung entbehren.

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