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Der israelitische Lehrer · 1869-05-12 · 19 (12.5.1869) · p. Seite 263

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
19 (12.5.1869)
Date
1869-05-12
Page
Seite 263 (sequence 3)
Language
German
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263 tinier vorher nickt ausgesuchten Bibelstelle, einer JahreS-f zahl, der Höhe eine» Berges, das Suchen eine« Ortes, Flusse», Berges rc. rc. auf der Karte. Schlechte oder gar keine Borbereitung hindert den ungestörten Fortgang de« Unterricht». Krankheiten. Kämpfe im Hau« und Leben, Undank bringen manchen Lehrer, der dagegen nicht genügend gewappnet ist. zur Muthlosigkeit und zum Ueberdruß am Geschäft und bewirken manchen Zeitverlust. Bei nianchen Leiden ist es dem Lehrer oft rein unmöglich, so, wie er möchte, zu arbeiten. Schlechte DiSciplin raubt manche Feit. Gewöhnt man die Kinder nicht konsequent an rechtzeitiges Kommen zur Schule, so bleibt manche Viertelstunde unbenutzt, manche Störung im Unterricht, die Zeitverlust bringt, tritt ein, und der zu spät kommende Schüler, veranlagt durch die Lücke, die durch sein Zuspäikommen entsteht, mancken Aufenthalt. ■ »zeitverschwenderisch wirkt, wenn manche Vorbereitungen auf den Unterricht in der Schule erst vorgenommen werden, was vorher hätte geschehen sollen, wie AuStheilen der Tinte, der Tintengefäße, Auswaschen deö Schwammes und ähnliche durch Ordnungsgehilfen;u versehende Dienste. . Durch Nichteinhaltung des LectionSplanS geht manche Zeit verloren, die mancher Lehrer für seine LirblingSfächer verwendet. Manche Lehrstunde wird verlängert, manche« LieblingSfach zu oft vorgenomme», alles auf Kosten der andern Fächer. Oft sind die Lehrmittel für daS vorzunehmende Fach nicht vorhanden, weil die Kinder die Aufeinanderfolge der Lehrstunden nicht wissen, die Hausaufgaben sind nicht vollendet, die Pausen zwischen den Lehrstunde» mit ihren Plaudereien und Störungen verlängern sich und manche Unterbrechung tritt ein. Der Uebergang von einem Lensüm zum andern veranlaßt überhaupt manche Pause, welche durch schlechte Handhabung der DiSciplin verlängert wird. Das Weglegen und Heraufnehmen der gebrauchten und erst nöthigen Lehrmittel nimmt oft mehr Zeit weg, als nöthig wäre. Manche lange Untersuchungen und Gerichtsverfahren über Verfehlungen der Kinder in und außer der Schule nehmen kostbare! Zeit weg, ohne einen dieser entsprechenden Zweck zu erreichen. Viele Klage» von Eltern gegen eigene und fremde Kinder, die man meist aä acte legen dürste, rauben den Schulen viele kostbare Stunden. Wer die Wahrhaftigkeit und Offenheit der Schüler nicht zu erwecken und zu erhalten weiß, wird durch Fragen und Zeugenaufrufen manchmal hingehalten. Wer mit Zorn und Ungeduld erzieht, wird dadurch, daß er sich seine Kinder entfremdet und sie zu sehr einschüchtert, öfter» fragen müssen, bis er die rechte und gewünschte Antwort erhält. Auch mancher d i d a k t i s ch e u n b methodlsche Fehler verursacht Zeitverlust. Eine' Methode führt langsamer zum Fiele, als die andere. Vieles wird gelehrt, das, weit eS die Fassungskraft und die Gesichtösphäre deS Kindes übersteigt, nicht behalten wird und daher nutzlos gelehrt worden ist. Das Streben mancker Lehrer, den Umerrickt ganz lückenlos zu geben, hat sie schon oft verleitet, die Schüler in einer Reihe von Jvcen umherzutreiben, die viel »seit rauben und zwecklos sind. Jeden .Gegenstand will man bis in die einzelnsten Aederchen verfolgen und wird dadurch vom Nöthigen abgehalten. ES gibt eine besonders für die Volksschule unzweckmäßige Gründlichteit, die in einer absoluten Vollständigkeit besteht. In den Realien kann dieser Fehler am meisten Vorkommen. Wie viel.»zeit wurde eS brauchen und wie fruchtlos wäre cs, wen» man in der Naturgeschichte alle einzelne Klassen und Arten von Naturgegenständen, in der Geschichte jevcS speciellitc Factum und Datum, jeden Regenten, in der Geographie jeden kleinsten Nebenfluß und Berg in fernsten Gegenden lernen ließe! „Auch die niedrigsten Regionen der Rechenkunst leiden an UeberfüÜnng mit bloß der Vollständigkeit wegen herbeigeführten Aufgaben. Weil gerade numerirt wird, ei, so muß eS auch bis zu Billionen und Trillionen getrieben werden, obgleich nicht einmal die Lehrer, geschweige die Schüler eine Vorstellung von selchen Zahlungehenern haben (Kurtmann, Rcf. d. VolkSsch. S. 115)." Aber auch daS Gegentheil, die Oberflächlichkeit, ist nicht zeitgewinnend. Manche Lücke, dadurch entstanden, rächt sich'später und hält im Fortschreiten de» Unterrichts auf. Erweckt die Lehrform bei dem Schüler Langeweile, besteht sie in einem daS Kind ermüdenden, beständigen Korsagen und Nachsprechen, tritt wenig Abwechslung ein, so verliert sich die Aufmerksamkeit dcS Kindes, und manche Stunde und manches Wort wird vergeblich gesprochen. Schwere Aufgaben, welche der Fassungskraft und Leistungsfähigkeit des Schü^rS nicht entsprechen, lösen die Schüler nicht, und die Zeit, die darauf verwendet wurde, ist verloren. Werden schriftliche Aufgaben nicht revidirt, so wcrdtn sie für die Fuknnft schlecht oder gar nicht gefertigt und die .Feit, die dazu bestimmt wird, ist verloren. Glaubt ein Lehrerbesonders einer, der alle 7 oder 8 Altersklassen zugleich unterrichtet, Unterricht und Uebung allein besorgen zu müssen, so geht viele Feit verloren. Erhalten auch andere Abthcilungen Selbstbeschäftigung, so kostet deren Durchsicht viele Zeit. Die SelbstbeschäfttgungSstunden würden zu sehr übergreisen und damit Erschwerung der DiSciplin, Ferstrcutheit, Unart u. s. w. Bedient man sich dagegen der Monitoren auS Bequemlichkeit, fo ist dies | auch eine Feitversckwendung, weil der Lehrer mehr

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