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Der israelitische Lehrer · 1869-05-12 · 19 (12.5.1869) · p. Seite 262

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
19 (12.5.1869)
Date
1869-05-12
Page
Seite 262 (sequence 2)
Language
German
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262 f nehmen würvr„ der sich nicht zu ihr bekennt, wie aber gerade diese und die ihr verwandten Lehren im Bewußtsein so vieler Christen ihre Stütze verloren und wie gerade diese Lehren durch die wisienschaftlichen Bestrebungen der Strauß, Renan, Schleiermacher und Schenkel .'c. so schwere Schläge erhalten > haben, so daß gerade der massive Kern des Christenthuals der Perwittcrung entgegengehet. Aber wir würden uns zu weit auf das, der Tendenz dieser Wochenschrift fern liegende Gebiet der Theologie begeben, deren Träger nicht gern einen Widerspruch ertragen. Das aber mußten wir konstatiren, daß der massive Kern des Judentbums durch die neuen Bestrebungen seiner Bekenner nicht zerbröckelt und zerstört wird, und daß daS Judenthum mit der Lehre der Einheit! Gottes steht und — nicht fällt." Diese Zeilen •) hat die Monatsschrift, welche sich berühmt an der Spitze des Fortschritts in Bayern zu marschiren» nicht in ihre Spalten ausgenommen und dadurch den ersten. Gnindsatz einer ehrenfesten Redaktion, welche Raum gibt der Dertheidigung und der Abwehr, offenbar verletzt. Sie gibt aber dadurch auch den weiteren Beweis, wie sie ihr Lesepsiblikum über gewisse Fragen gern in dem gewohnten^ Dunkel erhält und durch Mißachtung der einschlägigen neuern wissenschaftlichen Erkenntniffe einen Widerspruch nicht aufkommen kaffen will. Die dem Einsender zugefügte Verletzung, des Decorums geht nur ihn an. Zeitgewinn und Zeitverlust in der Lchule. Konferenzarbeit von B. Straßburger in Buttinhausen. Äotto: Brr läfiig m feiner Arbeit ist, der ift rin Vrudlr de« Der« schwendcr«. (Cpr. Sol. itf, 19.) t „ Zeit ist Geld", sagt der praktische Engländer; und wirklich ist sie eine Duelle des wirklichen und geistigen Wohlstands, die immer noch nicht genügend gewürdigt und benützt wird, Wenn man den Zweck der Volksbildung beachtet, so tritt schon daraus für den Lehrer die wichtige Pflicht hervor, mit diesem Kleinod, daS „wie ein Hauch vergeht", z« geizen und mit MoseS zu bitten: „Herr, lehre uns unsere Tage zählen, daß wir ein weises Herz erlangen (Ps. 90,12)." Wenn die Rabbinen daS Wort Jeremias (48, 10): „Verflucht, wer das Werk des Herrn lässig übt," auf einen Lehrer anwendeten, der sein Lehrgeschäft lässig übt, so dürfte das besonders von einem Lehrer gelten, der seine Zeit nicht weise benützt oder gar ver- *) Für di« buchstäblich« Utbereinstimuumg dieser Entgegnung tml der Einsendung silbst kann Schreiber dieses nicht ein» stehen, weil er seit Jahren wegen einer Augenleidens sich von kleineren Arbeiten kein Conzept nimmt, wohl aber für Uebereinstimmung in allen «ekentlichen Sätzen und Gedanken. schwendet.. Die Anforderungen, welche die Gegenwart an die Schule stellt, die Kenntnisse, welche der Schüler in den 7—8 Schuljahren erreichen soll, sind so gesteigert worden, daß eS äußerst nöthig ist, jede Spanne Zeit treulich zu benützen, um bei manchmal sehr beschränkten Schulverhältnissen den Anforderungen gerecht zu werden. Bedenkt man, in welch' trostlosem Zustande oft die Zöglinge in die Schule kommen, wie viel die häusliche Erziehung schon den Zwecken der Schule entgegen gearbeitet hat, so gilt eS desto mehr, dieses Mittel zur Erreichung des großen Zweckes treu zu Rathe zu halten. Rechtes Pflichtgefühl wird den Lehrer auch -veranlassen, die Schularbeit nicht lässig zu betreiben, sondern treu und fleißig seinem Berufe zu leben, besonders da sein Fleiß und Ordnungssinn zugleich ein Muster für die gleichen Eigenschaften seiner Schüler sein soll und er durch pflichtmäßiges Einhalten der Zeit am besten zur Erweckung deS für das politische Leben so nöthigen RechtSgefühla des künftigen Bürgers beiträgt. Für ihn ist es also kein unwichtiger Gegenstand des Nachdenken», wie manche Stunde des Unterrichts ganz ungenützt vorübergeht, wie dagegen manche Stünde durch zweckmäßigere Einrichtung zu gewinnen wäre. Zeitverlust entsteht vielfach durch den Lehrer selbst, der gewissenlos die Zeit vergeudet, für die er bezahlt wird und verpflichtet ist. Da werden manche Arbeiten in der Schule verrichtet, die durchaus in keinem Zusammenhänge Mit der Schularbeit stehen und auch bei rechter Schularbeit unmöglich sind. Es ist das eine Untreue gegen Eltern und Kinder, die unsere Arbeit bezahlen und durch diese Untreue leiden. Mancherlei Besuche beim Lehrer während des Unterrichts bewirken oft Zeitverlust, oft mit, oft whne Verschulden deS Lehrers. Zu später Beginn und zu baldiger Schluß der Unterrichtszeit raubt, sür's ganze Jahr summirt, nicht nur manche Stunde, sondern wirkt auch nachtheilig auf den Ordnungssinn und den Schulfleiß der Schüler. Wie manche Minute und Viertelstunde geht verloren, wenn der Lehrer nicht mit dem Schlag der Unterrichtsstunde auf dem Platze ist und die Schüler sich gleiche Unpünktlichkeit angewöhnen. Doch darf dabei nicht überseht» werden, daß in manchen Fällen der Lehrer durch unvorhergesehene Hindernisse ohne seine Verschulden den rechtzeitigen Beginn der Schule nicht einhalten kann, so daß in solchen Fällen nicht daS Urtheil der Nachlässigkeit über ihn verhängt werden kann. Manche Unterbrechung im Unterrichte findet statt, wenn sich der Lehrer nicht auf seine Lecsion vorbereitet, sondern über manches erst in Lehrbüchern nachschlägt, waS nicht nur seiner Autorität, sondern auch der Klarheit und Vollständigkeit im Unterricht schadet Wie manche Minute raubt da» Nachschlagen

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