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Der israelitische Lehrer · 1869-05-12 · 19 (12.5.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
19 (12.5.1869)
Date
1869-05-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Jsraelttistlw Ichrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des J^denthnnis : , uyd insbesondere des israelitischen L c h r c r st a n d c k. Organ für den Verein „Achawa. - Jfä 19 Den 12. Mai 1869. - 9. Jahrgang. Löchcr.rlich 1 Nummer Dicrtcljührlicher Rbonneinentsprci» 40 kr — II'/z Egr. Attzfigm zu I $#r. bil Petitzcile Best.llungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Die Wochenschrift der (bayr.) Fortschrittspartei und daS Judenthum. A n S b a ch. Als Seiten- oder vielmehr Gegenstück zu dem Verfahren der „Allg. Deutschen Lehrer- Leitung", welche Ihrem Artikel, Herr Redakteur, gegenüber dem übuchen wegwerfenden Urtheile über daS JudcuthuM so bereitwillig ihre Spalten öffnete, diene das der Wochenschrift, welche nachstehenden, ihr zugesandteir Ailikel, vornehin ignorirt hat. „Der Artikel der Wochenschrift „Kirche und Staat" kommt an seinem Schlüsse in Nr. 13 auf die Behandlung dpr Juden Seitens der preußischen Negierung zu sprechen. So viel Anerkennenö- und DankenSwcrtbes, er hierüber anch vorbringt, er gibt doch wiederholt den Beweis, daß die tüchtigsten Publizisten christlichen Glaubens daS Judenthum nicht kennen nnd seine neuen Bestrebungen verkennen. Das soll in möglichster Kürze dargethan werden. Die beregten falschen Ansichten gipfeln in dem PassuS: „Der massive Kern deS Jndenthuins, an dem eine so lange Vergangenheit spurlos vorübcrgegangen, zeigt erst in neuester Zeit deutliche Merkmale der Verwitterung." , Dem ist jedoch mit Nichten also. Ein großer Theil der deutschen Juden streift allmälig einen Theil der religiösen Ceremonien ab; er bindet sich nicht mehr an die Speisegcsetzc, läßt von derstrengen Feier des SabbathS, sucht den Gottesdienst zeitgemäß zu gestalten undj sagt sich von vielen' Ge- und Mißbräuchen thatsächlich los, welche der RabbiniSmuS, seiner Zeit vollberechtigt 'und wohlbedacht, in das ^religiöse Leben der Juden cingeführt, für unsere Zeit aber dadurch versteinert und verunstaltet hat. Sie, die Huden, haben hierzu theilweise eine innere Berechtigung und werden dabei von ihren tüchtigsten, wissenschaftlich gebildetsten Rabbinern unterstützt und aufgemuntcri, und wo dies nicht der Fall, tragen sie, praktisch wie sie sind, der Zeit und ihren Anforderungen treulich Rechnung. Sie gebe» da, wo sich die Lehre mit dem Leben nicht mehr verträgt,, von selbst vor. WaS aber dadurch fällt, ist nicht der massive Kern deS JndeulhumS. Die, Orthodoxie schreit wohl Zeter ob der vielen Gesetzeqvrrlet-nngen und klagt über den Verfall der Religion; daß aber damit der massive Kern des JudenthumS vernichtet wird, das hat selbst diese niemals behauptet und vermag eS auch nicht, denn der massive Kern des JudenthumS ist die Lehre von der Einheit Gftteo mit der daraus von selbst fließenden Nächstenliebe und den andern großen religiösen Prinzipien. Mit dieser Lehre, ist der Mosaiümus dem Hcidcnthnm vernichtend entgegengetrrten, und als daS Christenthum im Widerspruch mit der Lehre Jesu (Markus 12, 29) die TriuitätSlrhre in sein Lehrgebäude ausnahm, da schloß' sich daS Judenthum strengstens dagegen ab nnd als die Tochter, daü Ehristentbum, zu w^tlicher Mackl gelangt, die Mutter, daS Judenthuüi, ob dieses Gegensatzes mit Feuer und Cchwcrdt verfolgte, verließ die alte Mutter lieber Vaterland, Vermögen und hohe Stellung und ihre Märtvrer hauchten mit dem Bekenntniß des Einigeinigen Mts der Zunge ihr Leben auf dem Scheiterhaufen auö>. und bis zur Stunde opfern ihm begabte und gelehrte Jünglinge 'Subsistenz, Ehren und Würden, die ihnen ein Bekenntniß deS Dreieinigen reichlich zuführen würde. In Lvnagoge und Schule wird die Einheit Gottes als Fundameutallehre des JudenthumS gelehrt, und im Familienleben, in Noth und Tod, findet sie bei dem jungen wie bei dem alten Geschlecht ihren prägnantesten Ausdruck. Von einer Verwitterung dieses massiven Kerns ist somit nirgends eine Spur vorhanden, noch weniger finden sich die deutlichste» Merkmale dazu. Angezeigt wäre nun darzuthun. wie gerade die Trinität mit ihren daraus folgenden weiteren GlanbenSnormen die Grundlehre des ChristenthumS bildet, weil kein ehrlicher Geistlicher einen Proselyten an- -!

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