Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1869-04-28 · 17 (28.4.1869) · p. Seite 249

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
17 (28.4.1869)
Date
1869-04-28
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4896751-5428712-5432010--2415-4898772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

249 der Munk ihre Größe mißgönnt, weil er ihre Stellung nicht einnirymt. Eine junge jüdische Dame von 21 Zähren, Frl. Samson, zeichnet, sich als Malerin aus. Fhr Tableau ist für die Kunstausstellung zuzelMv Worden. Wir tadelten neulich eine unjudische Einrichtung auf dem hiesigen Friedhofe: die Ausgrabung der Leichen derjenigen betreffend, welche nicht Mittel genug hinterlasscn, um für Geld sich eine unantastbare Ruhestätte;u sichern: ebenso unjüdisch ist der bei Leichenbegängnissen der Reichen entwickelte Pomp und LuruS. Da finden wir kostbare Drapericcn, künstlich geschnitzte und reich verzierte Särge aus lheurem Holze, geradeso wie eS anderSwo die Sitte oder besser die Unsitte der Zeit mit sich bringt. Wir haben von kompetenter Seite noch kein takelndes Wort darüber gehört. Wollen oder | Fennen die Hüter des Zudentbums nicht dagegen ankämpfen? London, 5. April. Das Athenäum enthält eine Berechnung des Abrabamitischen Zeitalters von George Smith, gestützt auf die im Britischen Museum befindlichen Aisvriscben Inschriften. Bisher schwebte man zwischen dem 16. und 29. Jahrhundert. Die Inschrift besagt daß der um 668 regierende Assyr. König Aisurbanipal in einem seiner Elamitischen Kriege ein Bild des Nana entdeckt hat, den die Elamiten vor >685 Jahren gefangen genommen hatten. (Die Hltnderte in der angegebene» Jahreszahl sind zweifelhaft; möglich daß dafür 5, also 1565 zu lesen ist.) Dieser Elamitischc Eroberungskrieg kann kein anderer als der Kcdcrfaomer'S (Gen. 14), des Zeitgenossen AbrabamS, sein. Hiernach hätte Abraham ui:> (668 -!_ ißgfi) 2600 gelebt. Aus Amerika. Die amerikanischen Leitungen, christliche wie jüdische, zeugen von der großen Wechselwirkung des europäischen und amerikanischen Lebens. Das geistige Leben der Fuden hat zu allen Zeilen eine hervorragende Rolle gespielt. Auch in der neuern Zeit ist ihre Tbätigkcit und Stellung auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft von Bedeutung. Wie auf commerciellcm und mcrkantilischem Gebiete sie gar oft christlichen Bewerbern und Genossen den Rang ablaufen, so auch ans geistigem. Daher ist es zu erklären, daß, nie früher d.ie Judenfeinde unter den Krämern und Sckustern, den Zünften und dem ungebildeten, niedrigen Volke zu finden war, so jetzt unter den Künstlern und Gelehrten. R. Wagner erträgt es darum nicht, daß Mendelssohn und Meyerbeer größere Erfolge erzielt haben, als er. Er gesteht es offen, daß ihm und eigentlich allen Christen der Judenhaß angeboren sei und man die Gleichstellung und Berechtigung der Juden nur principiell zugeben müsse, aber praktisch nie wahr werden lassen dürfe und könne. „Schöne Geständnisse einer reinen Seele." Wie R. Wagner für die Kunst, so hat Robert v. Mohl für die Wisienschaft->gegen die Juden eine Lanze gebrochen. Dieser sprichtsich sogar principiell gegen die Emancipation der Juden aus, weil sie sich der schweren Arbeiten nicht zuwenden, d. h. doch wohl statt Wissenschaft nicht Handwerke treiben, statt Gelehrte nicht Schuster und Schneider, oder besser noch Maurer und! Schmiede werden. Auch daS Judenthnm fängt den Herren an lästig und gefährlich zu werden. Man begnügt sich jüdischerseits nicht mehr mit der Emancipation der Juden, sondern erstrebt auck die Anerkennung und Gleichberechtigung des Judenthums, und man bemerkt christlicherscitS, daß die Abnahme der Gläubigkeit iui eigenen Lager eigentlich auf offener oder stiller Anerkennung jüdischer ReligionSprincipien beruht. Daherder Haß und Streit, und dieser ist um so allgemeiner als man trotz der Schwächen, welche man an der eigenen Religion erkennt-, der anderen doch keine Zugeständnisse machen will. Der Kampf -ist daher auf der ganzen Linie mit Einem Male entbrannt. Auch die amerikanischen Blätter sind voll davon und der Isi-nolite (Cincinnati) enthält fortwährend belehrende Zurückweisungen der christlichen Angriffe. Auch die selbstständigen Werke des Herausgebers (Dr. Wise) über daS Christenthum dienen, abgesehen von ihrer allgemein belehrenden und wissenschaftlichen Tendenz, gleichen Zwecken. Philadelphia, 14.-April. An die Stelle des verstorbnen Rabbiners Isaak Leeser ist Georg Jacobs, bisher -Rabbiner an der Bctb - Schalom -^Gemeinde in Richmond, gewählt. Bericht (Bulletin) der Alliance Israelite Universelle. Generalversammlung vom l'i. Dez. 1868. (Fortsetzung.) Der Lokal-Ausschuß zu Colmar und Herr I. K li n g e n st e i n, Redakteur deS „Israelitischen Lehrer" senden Exemplare eines Circulars, welches sie, Ersterer im Departement Oberrhein, Letzterer in Deutschland, um für die Alliance Propaganda zu machen, verbreitet haben. Herr Gabriel Bamberger, Lehrer zu Echzell und Herr Ilr. Berliner' zu Berlin bieten ihre Mitwirkung zur Verbreitung der Alliance an. Der SchulauSschuß berichtet über folgende Mittheilungest: * 1) Herr Go^man, Direktor der Schule zu Tetuan, zeigt an, daß er von Herrn Baron d'Aquin,"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.