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Der israelitische Lehrer · 1869-04-28 · 17 (28.4.1869) · p. Seite 248

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
17 (28.4.1869)
Date
1869-04-28
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
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248 namentlich Hankwerkern, die Veränderung ihres Wohn-! fitzes gestattet ist. muß di« Doblthätigkeit für diesen I Zweck hauptsächlich in Anspruch' genommen werden, um den gänzlich Mittellosen'die Uebersiedelung zu ermöglichen. Wir zweifeln nicht daran, dast auch unsere christlichen Mitbrüder, wenn sie den tieferen Sitz des Nebels, den Grund, warum dieses gerade die Juden so hart trifft,.und die Möglichkeit einer gründlichen Abbülfe erfahren, sich -eifriger als bisher an der Hei-' lung von Uekelständen chetbeiligen werden. die doch immer wieder'traurige Nachwirkungen sink eines langen schweren Unrechtgegen die Juden, und die endlich; einer Sühne bedürfen. (F- Z ) -! BucKareft» 3. äCtrif. Endlich ein freundlicher ‘ Sonncnblick im Leben unserer inländischen Indem Der Isr. Romanul theilt ein Regierungsdetret mit, : welches den Juden wieder gestattet, sich an den öffentf i lichen Unternehmunaen ru betheiligen. Man bat dies i der Toleranz und -den . Eifer des Ministers Ghitg; zu verdanken. Er wurde indes; von seinen Eollegeu unterstützt, und der First zögerte nicht mit der Genehmigung seines Vor chlagS. ' Paris, 4- Avr l- Die-hiesige Presie redet der deutschen Svnode-euts hieden das Wort unk hofft autf eine allgemeine Berbei igung auch seitens der franzöi-,-»! fischen Rabbiner und Genieinden. Sie .verdankt es' namentlich der Or.thcdr rie, wenn sie der Svnode feindlich ist. Diese aber ha : keinen Grund, die Freunde best Reform zu verdächtiget, Männer, welche seit Iaht- ’ zehnten in und außer keni Amte niit Wort unk Thar, mit Schrift und Lebxeidas Jnventhmn zu vertheikigcst! und;n beben hemnbt 'gewesen. Don ihnen läßt sich! nicht annchmens oaß ffie jetzt aus. Untergrabung der > Religion specn iren. Und in der Thal! Hat dse > Ortbodorie bisJer dis Kraft gezeigt, die verlorenen Schafe Israels wirket zu gewinnen, daß sie der Reform die Vergeblichkeit, ihrer Bemühungen vorhä.f? Ist sie tcr Reform bijsber anders, als mit Schimpf- ' reden begegnet, und lassen kiese nicht mit Reck, astf den Mangel an Vernunft- und sachlichen Gründen; schließen? Die Orthodoxie sollte dock beschließen, recht > zahlreich auf der Svnode zu erscheinen, um mit ' einer geist - gewappneten Phalanx in den Kampf zu ziehen und'die" ., zerstörenden" Angriffe auf das „hei- : lige" Bollwerk' der Religion siegreich znrückzuschlagen.! Wenn, die Ovthodorie ihrer geistigen Uebermacht ffo! gewiß ist: di« religiöse Wahrheit ist des Kampfes werth Ein schökler-Triumph steht, ja in Aussicht,!— und dann läßt sich im dolce farnientc auf Lorbeeren ruhen. Run heraus-, ihr „Rittsr vom Geiste," die Fanfaren schmettern! Ihr Zwerge aber verkriecht euch feige hinter dem Bergt und rufet von dessen Höhe herab täglich mit höhnischem Dünkel ins andere Lager hinüber: „Seht dock, wie groß wir stnd!" Noch eine Nachricht von wissenschaftlichem Interesse theike ich Ihnen mit: Auf Staatskosten wird in der hiesigen Kaiser!. Druckerei eine mit erklärenden Noten und ausführlicher Einleitung »ersehene Uebersetzung des Jerusalemischen Talmuds vorbereitet. Die Arbeit besorgt der bekannte Herausgeber der krosse isr.: Herr Moses Schwab. Papi», 18. April. Die hiesige Presse eifert für einen Zusatz zum Kadisch-Gebete, welche dasselbe in entsprechender Weise den Todten in Beziehung bringe und als ein Gebet der Waisen für ihre Verstorbenen charakterifire. Der Oberrabiner des Cenral-ConsistoriumS Herr Isidor hat in seiner jüngsten Festpredigt (Pessach) ein solches Ansinnen zurückgewiesen und das Kadisch als unantastbar hingestellt, allen Abänderungen unzugänglich. Der Herr Rabb. hat vergessen, daß die Zeiten Alles verändern und dieser Macht sich auch daS K. nicht hat entziehen können. Die Zusätze, welche K. als »sn, ovr» und;;3-n'p charakterisiren, sind sämmtlich nicht ursprünglich, von Zusätzen späterer Zeit, welche die Zeit gebracht und wieder verwischt hat, *) abgesehen. Jndeß erklären wir uns auch gegen die beantragte Modification deS K. und zwar einfach ans dem Grunde, weil sie unnöthig ist und das Wesen deS K. verkennt. Das Judenthnm gibt die tröstliche Lehre, fick in die bittersten Fügungen GotteS zu finden, selbst solche, welche der Tod bringt. Wir erkennen auch dann die Liebe und Gerechtigkeit Gottes an, wenn er strafend vernichtet. Weit entfernt darum, über Gottes Geschick murrend und an seiner Lieb« zweifelnd sich von dem Gottesglauben und der Gottesverchrung zurückzuziehe», erheben sich die von Trauer Gebeugten mit den vom Glücke Begünstigten in der heiligen Versammlung, d as selbe Gebet zur Glorifikation GotteS anhebend und sprechend: vian' „Es werde erhoben und gepriesen sein großer Name :t." Das Kadisch zum spezifischen Todtengcbete umformen, heißt also das Wesen und die Bestimmung dieses Gebers und dieser Einrichtung verkennen und verrücken.! Jüdischerwie christlicherseirS findet auch hier die judenfeindliche Schrift R. Wagner's „DaS Jndenthum in der Musik" die verdiente Verurtheilung. Louis I. KönigSwarter, Mitglied des Instituts, schreibt darüber -in der Dresse isr. und CH. Beauquier in der Musikzeitung l’Art muoical. Beide finden die Gesinnung Wagner's ebenso niedrig und gewöhnlich wie seinen Styl stümperhaft. In Inhalt und Form gibt sich nichts weniger als der Meister kund. Wie Gevatter Schuster und Schneider, der sich über den aufkommenden Juden ärgert, wird auch W. nur vom blaffen Krämerneide getrieben, der den jüdischen Heroen *) Bekanntlich hat man in Zeilen MaimoniveS ge-! schloffen: '31 pll'2 13 TOSI "N31 P3'21'31 P3'',13. Red.

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