Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 15 (14.4.1869)
- Date
- 1869-04-14
- Page
- Seite 230 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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230 — wertb- und bedeutungslos zu sein. Die Erkaltung .der Ruhestätte ist deßbalb auch nach dieser Zeit noch wünsckenslverih. Wir weiden srben, welcken Einfluß die öffentliche Presse auf die Entscheidung der Pariser Behörden und Gemeinde-Angehörigen übt. Wir für unS wollen den Gegenstand im Auge bebalteir und die Erreichung des löblichen Ziele weiter verfolgen. Spanien, 30 März. Der Constitutionsentwnrf spricht leider nicht die volle Religionsfreikeit ans, die wir erwarteten Tie katholische Kirche soll in dem künftigen . Spanien -ihre alten Vorrechte genießen, während die. übrigen. Confessioncn nur geduldet wären, und rwar so lange iie kein öffentliches Aergerniß geben'. Wenn das die Frucht der glanzvollen Rcvoliuicn wäre, so müßten wir es tief bedauern. Hoffen wir, daß die Eorreo diese Toleranz — die derInrolkranz aufs Haar älmlich siebt nicht billigen und die Verfassung auf dem einzig möglichen Standpunkt wabrer Glaubensfreiheit stellen werde. BerLckt.(Bulletin» tcc Alliance Israelite Universelle. Generalversammlung vom 11. Dez. I8B8. (Fortsetzung. » Und Sie Alle, die Sie mich bereu, kommen Sie unsren Wünschen-Hülse, machen Sie, daß sie lick verwirklichen. . Tragen Sie'.mit uns das Licht wieder hin an die heiligen One, von wo es ausgegangen. Helfen Sie uns Leben und Fruchtbarkeit wieder dem Boden verleiben, dep unsre Wiege war. Möchte der Pfennig des Armen, wie die Gabe des Reicks die Kaffe unsres Vereines füllen! — Mit welcher Freud e sehen wir den Verein wachsen und sich auöbreiten! Allein welche Bahn hat er auch zu durchlaufen! Wir haben in diesem Angebliche 9000 Mitglieder, wann aber werten wir 20,000 haben? (Beifall). Dank Euch, Ihr Glieder unseres Vorbereitungs-Ausschusses. Kaum seid Ihr gebildet, und schon hat Euer Eifer treffliche Erfolge erzielt. Fahret fort in dieser Mission, die Ihr Euch auferlegt, die wir Euch anvertrauen. Gehet, bittet. hei. allen unseren Glaubensgenossen; gehet unter das bescheidene Dach, wie in den strahlenden Palast. Paris zählt erst 1000 Beitragende! Paris, das große» wohlhabende, volkreiche Paris! Aber worauf warten denn unferL Glaubensgenossen, um sich an der Alliance lebhaft zu betheiligen? Klopfet an alle-Thüren, abschlägige Antwort ist nicht zu fürchten; überdies beleidigt sie denjenigen nicht, der! für ein frommes Werk bittet; die Gabe erfüllt das Herz mit Freuden, man glaubt fast selbst zu geben all' das, was man gesammelt. Armer, du gibst > freudig den Pfennig hin, den du deinen Bedürfnissen : absparst; Dank, tausend Dank. Jbr Reichen aus Paris und der ganzen Welt, kommt, füllst unsere; Reihen. Hört micl'! Feder von uns ist ein Bürger! des Landes, wo er das Licht der Welt erblickt hat,! unk wirweiben dem Vaterlande unsere Hingebung, unsere! Liebe; es rufe und wir folgen feinem uns hochheiligen! Worte. Aber es . ist .auch bin unbeschreibliches, un- > auslöschlicbcs Gefühl inniger Freude, sich sagen zu! können: Inmitten aller Nationen findet man Menschen, i die im Glück oder Unglück, mit nnerschütlerlichem i G'anbcn, ein rührendes Andenken dem berühinten i Lande widmen, wo Gott zu ihren Vätern sprach;; welche Entfernung sie auch trennen mag, die Ungerechtigkeit, die einen von ihnen trifft Alle fühlen sic tief (Beifalls Und da,sie in gar vielen Ländern I noch fortwährend seufzen unter der Wucht der Vor- ' urtheile, die sie drärgen, und da in viele» Ländern Jahrhunderte lang dauernde Verfolgung sie, AnderSi gläubigen gegenüber, in einen Zustand der Unterordnung versetzt bat: so muß das Vornrlheil. fallen, | mug die Unterdrückung verschwinden. Beim ersten > Schmerzensschrei, den ein Israelite als Opfer der i GlaubenSwuth ausstößt, muß augenblickliches Da- I zwischentrcten ihn schützen. Um sie aus ihrem unter-! geordneten Zustande zu erheben, muß Unterricht ihnen! ertheilt werden, kein Kind ISrael'S sei von diesem! Erbgut der Menschheit ausgeschlossen, allen feietv i Schulen zu ihrer Belehrung und Anstalten geöffnet,! die ihnen den Zugang zu nützlicher Arbeit erleichtern, j Diese Mission der Gerechtigkeit, der Brüderlichs feit, der Bildung — die Alliance israelite hat ne i sich zum Ziel gesetzt, und Sie sehen, ob ne derselben i ihren hingebenden Eiser mit Glück zugewendet (Rau-! schenket Beifalls. Sie bezeugen Ihren Beifall, folglich! gehören Sie zu den Unserigen. ' Jbr Frauen, stehet uns bei durch Eueren sanften I Einfluß. Ihr Männer, leihet uns Euere mächtige j Mitwirkung. Jedes edelmüthige Mitgefühl rufen wir > zu uns herbei. Ach! eS ist für Geist unk Herz eine! süße Genugthnung, sagen zu können : Ich gehöre zur Zahl derer, die da Mitarbeiten an dt r Besreiung jenes uralten Geschlechts, das aus den Trümmern aller alten Natienc» aufrecht steht und mit unerschüttlicher Beharrlickkeir die heilige Fahne hochträgt, auf welcher das Gotteswort geschrieben steht: „Israel, der Herr | unser Gott ist einzig!" (Lang andauernder Beifall). > Die Sitzung ist eine Zeitlang unterbrochen.! Präsident: Hat Jemand in der Versammlung! irgend einen Vorschlag im allgemeinen Interesse der j Alliance zu machen?