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Der israelitische Lehrer · 1869-04-14 · 15 (14.4.1869) · p. Seite 227

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
15 (14.4.1869)
Date
1869-04-14
Page
Seite 227 (sequence 3)
Language
German
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statuts bei Uebernahme einer neuen Stelle laute: Ich will die bestehende Verfassung sechs Monat lang unverbrüchlich;u Recht be-; stehen lassen, u n b mit Rücksicht auf meinen , gänger, allen meinen pädagogischen Erst liitgSgelüst en den stärksteit Dämpfer entgegensetzen. ^Schluß folgt.) Wochenbericht. Wormsl. Von hier ist folgender Aufruf an die . Vorstände der benachbarten Gemeinden ausgegangen: An den Vorstand der Israel. Religions-Gemeinde in R. - Ein ganzer Volksstamm in West-Rustland fleht in Gefahr, durch Mangel am Rothwendigsten zu Grunde zu gehen - und diesen Volksstamm bilden unsere GlaubenSgenofsen! Tagiägl.ch mehren sich die erschütternden Berichte über das bei denselben herrschende, Herzzerreistei,de Elend. Tausende unserer Lrüder sind geradezu dem Hungertode preiogegeben. Die Opfer des Mangels und der Noth mehren sich in's Unendliche, wenn nicht mit freudiger Opferwilligkeit rasche Hülse gebracht wird. Unser Verlkanen auf den altberiibinten WohlthätigkeilSsinn Israels hat sich im verslosteiien Jahre, bei äbnlichem Anlasse, glänzend bewährt; wir halten uns deshalb fest überzeugt, dast Ihre gefch. Gemeinde atlch jetzt auf's Bereitwilligste Hülfe, leisten werde, und bieicö um so mehr, als es einen Nothstand zu bekämpfe» gilt, der alle unsere Begriffe von Mangel nnd Elend übersteigt. — Haben Sie sich für diesen Zweck ans Veranlassung cinderer Comite'ö bei Ihrer Gemeinde bereits verwendet, so sammelen Sie nochmals! Auch unsere hiesige Gemeinde spendet bereits zum zweiten Male reichliche Gabe», um diesem Nothstande gegenüber dem Gebote der Menschlichkeit nach Möglichkeit Folge zn-leiste». Wenden Sie sich auch an de» MildtHärigkeitSsinn Ihrer christlichen Mitbürger, die gewist ebenfalls, gleich unseren Hiesigen andersglätibigen Brüdern, gerne bereit sein werden, durch die Bekämpfung dieses über grosten RotHstandes ihre allgemeine Menschenliebe zu bethätigen. Wie im vorige» Jahre werden wir auch dieses- Mal die gespendeten Gaben dahin senden, wo Hülseleistung am dringendsten geboten ist. -• Unser später erscheinender Rechenschaftsbericht wird Ihnen über die Verwendung der uns anvertrauten Gelder Nachricht geben. — Die bei Ihnen eingehenden Spenden wollen Sie gefälligst unserem Kassierer Herrn Leopold Schestel sen. einfenben. — Brüder! Beeilet Euch, den Bedrängten Hülse zu lcisten! — Tausende von Nothleidende» werden durch Euere rasche Hülseleistung am Leben erhallen werden! Worms, im Mär; 1869. Das L o e a (c c in i t e zur Unter st ü vung der nvkhleidenden Israeliten in Westrnstland. I)r. Alex. Stein, Rabbiner. Jacob Fulda II. M. Edinger.^ Leopol Schcftel »-on. Salomo» Hiittenbach. Aus der bayr Pfalz, l. April. Wie Sie, geehrter Freund, vor kurzer Jett den Hintritt eines älteren Mannes, dessen edles Streben für alles Gute und Schöne in nuferer Pfalz und weit darüber hinaus allgemein anerkannt war, in diesen-Blättern tief beklagten, des Lehrers I. Sulzbacher aus Kirchheimbolanden. .17^^ pns!,.- so habe ich Ihnen heute, leider! den Verlust eines jungen pfälzer Lehrers mitzutbeilen, der nickt minder in seinem »kreise geachtet und geliebt, nun der Gegenstand der Trauer, ich. darf sagen, des ganzen Dorfes Oberlustadt und der Umgegend ist. Lehrer Waldbott, ziilezu in diesem Dorfe wirksam, ist am 25. März(nc:r z~y) nach einem langen, schmerzlichen Leiden in seinem 00. Lebensjahre zu einem bessern Sein hinübergegangen- - -Früher Lehrer l in Munckweiler a. D., seit 5 Jahren etwa als solcher in Oberlustadt angesielll, Halle er sich durch reges Streben, getrenliche Berusserfüllnng, durch sein häusliches Leben und seine Tugenden als Mensch, sowie durch sein für alles Gute und Edle zvarm fühlendes Herz die- Achtung, Zuneigung und Freundschaft seiner Mitbürger, College» und Vorgesetzten erworben und gesichert. Davon zeugte in unverkennbarer Weise nicht nur die Beteiligung aller Oktseinwohner, der jüdischen und beider christlichen Consessionen, der beiden Orts-Geistlichen und der etwa 40 Lehrer der Umgegend, davon zeugte noch mehr eine" wahrhafte, innige Trauer bei seinem gestern 2 Uhr stattgehabten Leichenbegängnisse. Als Herr Rabbiner Dr. Grüne bäum in meisterhafter, tiesergreisender Vredigt, das treue Wirken und edle-Leben des Verblichenen beleuchtend t unter I'ehr paffender Anwendung de. tal mudischen Stelle, Ierusch. Ehagiga zu Pj. 121, l, „dast die Lehrer die Erhalter der Stadt sind;>i xmj? N’-jr.ci) dem tiefgefühlten, gerechten Schmerze Ausdruck verlieh: wahrlich, da ist wohl kaum ein Auge thränenleer geblieben. Möge der jo früh Heimgegangene dort genießen, wozu er hier Aussaat gestreut! Möge sein Schlummer süß, sein Erwachen ein seliges sein! Waldbott hinterlästt eine Wittwe und drei Kinder,.! von welchen das älteste kaum fünf. Jahre alt ist. j Zum Schlüsse suhle ich mich verpflichtet, insbeson-! bere dem prot. College» Däubel zu Oberlustadt für j die großen Beweise von wahrhaft eollegialischer j Theilnahme, welche er dem Verblichenen während

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