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Der israelitische Lehrer · 1869-04-07 · 14 (7.4.1869) · p. Seite 115

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
Seite 115 (sequence 7)
Language
German
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115 Es bleibt uus noch übrig, von den durch uns herausgegcbenen Werkes, von den Aufmunterungen zu sprechen, die wir den für qas Judenthum wichtigen Büchern und Arbeiten zu Theil werden ließen. Wir ließen den Bericht erscheinen, den Herr Joseph Halevp über seine Reise in Abyffinien der Alliance erstattet hat. Herr Halevy war beauftragt, die Falascha's zu besuchen, uns mit diesem zahlreichen Judenvolke bekannt zu machen, das von pller Verbindung mit den Israeliten in den übrigen Theilen der Welt abgeschnitten war, und das in seiner Abgeschlossenheit init den Ueberlieferungen und dem ursprünglichen Gottesdienst des Mosaismus dabinlebte, die sie in ilsrer Reinheit (intact) erhielten, während sie alle Erinnerung an unsere heilige Sprache verloren. Sie gehören zur großen Familie der Israeliten und wir wiuischen, daß sie tzicht langer von derselben ferne bleiben. Die Kenntniß ihrer Sprache machte^Herrn Halevy die Berbindung mit ihnen lcickt; aber die Schwierigkeiten der Reise iin Innern des Landes nöthigten ihn, sich auf die westlichen Theile des Landes zu beschränken; da traf, er zahlreiche Falascha-sTtämme, welche mit Freuden einen Israeliten ausnahinen, der nach den Missionären, die sie täuschten, kain, um mit ihnen aufrichtig vom Judentbume, von unserern Glauben, unseren gemeinschaftlichen Hoffnungen zu sprechen: HerrHalevy hat kostbare Rachrichten gesamrnelt über ibre Geschichte, ihre gesellschaftlichen .Zustände, ihren Gottesdienst, ihrer Gebetordnnng (Liturgie); sie werden den Stoff zu einem Buche liefern, das in Bälde veröffentlicht, werden soll. Er brachte uns einen jungen Falascha mit, den wir in unserer Borbereilungöschule umergebracht haben und der in sein Baterlaud zurückkehren wird, unterrichtet und im Stande, seine Glaubensgenossen zu unterrichten: ' Unseren Rachforschnngen über den Zustand unserer Glaubensgenoffen schließt sich eine interessante Arbeit des Hernn'Legoyt an, Borsteher der statistischen Ablbeilung im Ministerium dts Ackerbaues, des Handels und der öffentlichen Arbeitest, über einige Eigenheiten in den Lebensverhällniffen des jüdischen Stammes. Eiire sorgfältig ausgestellte Statistik beweist, daß die inittlere Lebensdauer bei unferein Stamme länger, als bei den andern Racen ist und Herr Legoyt findet den Grund dieser bevorzugten Eigentluimlichkeil in den Sitte», dem gesunden Leben, .der Mstdtbäligkeit, der Religion der Israeliten. Diese auf das Ausschreiben der' Ailm«* über Statistik eingereichte Arbeit, erschien uns, obgleich sie nur einem Tbeil der von uns gestellten Aufgabe entsprach, einer Riedaille von Kx#) Franken würdig. Hen Hollaendersky bat ein Buck unter dem Titel: „Achtzehn Jahrhunderte christlick er Borur rheile" herausgegeben Es. scheint, man müsse über Borurtheile liegen, indem man! ihnen die Macht der Beniunft, der Wissenschaft, der Geschichte entgegenstelll; aber der Prozeß ist noch nicht überall gewonnen, man inuß fortfahren. Gründe und Beweise in's Feld zu führen-^^Hollaendersky hat in dieser Beziehung geistreiche Gedanken/historische Betrachtungen gesammelt, die gut sind, unsere» Berläumdern vor Äugen zu stellen: wir haben sein Werk unterstützt- Herr vr. Kayserling, Rabbister zu Lengnau (in der Schweiz) läßt das castilianiscke Edict drucken, welches die Einrichtung der jüdischen Gemeinden und ihre Reckte vor der Bertreibnng der Juden aus Spanien enthält; Dieser ausgezeicknete Rabbiner will daö- Tocument der provisoriscken Regierung Spaniens überreichen, als ein Denkmal der vergangenen Größe des Jndenthums in Spanien, deren Andenken wieder zu erwecken ersprießlich sein wird; wir haben den Druck ans unsere Kosten beschlossen. * Die Alliance hatphilosophische und gesckichtliche Arbeiten, von Gelehrten unternommen, unterstützt: Das Werk des Herrn Weil, Rabbiner zu Hattstadt, über die Philosophie des 6<.rso»i<le»; die in hebräischer Sprache geschriebene Weltgeschichte des Herrn Ealman Schulmann; das talmudische Lexikon des Herrn Ober-Rabbiners Hamburger, von dem bereits zwei Bände crsckienen sind. Der einein Gelehrten bestimmte jährliche Preis für eine Gesammtbeit von Werken ernsten Inhalts und dem Jndentlnime nützlich, ist dieses Jahr dem Herrn Jacob Reif mann von Zamvse verliehen worden. Einer unserer englischen Glaubensgenossen, Herr' L. M. Rothschild, ein eifriger' Freund unserer Literatur, bat. uns für die Gründung einer alle Er-,eugnisse des Judenlhums vereinigenden Bibliothek eine Suinine von Ist,0i>0 Franken und einen jährlichen Beitrag von 25o Frcs. zur Verfügung gestellt; schon lange halten wir den Rutzen einer Bibliothek erkannt und einige Büchergesammelt, wir waren nickt reich genug, um deren viele anzusckasfen. Tie Freigebigkeit des Herrn Rothschild hat es uns ermöglicht, eine Sammlung anznkausen, die eben so kostbar ist durch die Wahl der Bücker, als durch das Andenken an den Besitzer, die unseres berühmten und bedauerten Präsidenten Munk Seine-Bibliothek wird die unselige; die Bücker, die er liebte und in denen er die Schätze seiner Wissenschaft sammelte, - sind unser Eigentlmin. Auch andere Bücker haben wir angeschafft und werden rvir noch anschasfe» und da es unsere Absicht ist. alle die erscheinenden zu sainmeln, so bitten wir die Verfasser darum. In dieser Weise werden wir kabin-gelangen, eine große Sammlung zu bilden, in welche alle.Denkmäler unserer Literatur, mithin unsere schönsten Ansprüche auf Rubin, vereinigt sein werden, und das Studium dieser Bücker n»rd allen Denen, die sie lieben, leickt zugänglich sein. VI Tie Ausdehnung dieser Stiftung, wie aller übrigen, bängt von der Zunahme unserer Hülfsguellrii ab. Unsere Gesellschaft umfaßt verschiedene, alle Jahre zahlreichere . Gegenstände; jeder derselben legt uns schwere Ausgaben auf. (Fortsetzung: in der Beilage.)

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