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Der israelitische Lehrer · 1869-04-07 · 14 (7.4.1869) · p. Seite 112

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
Seite 112 (sequence 4)
Language
German
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112 und daß sie mit größter Gewissenhaftigkeit, Umsicht und Lokalkenntniß znr Vertheilung gelangen, dessen könnt ibr Euch versickert halten. Spenden- Nnd VertbeilungS-Verzeichyisse' werden der Oefsentlichkeit übergeben. ' ' Bayern, -im März. Der auch von Ihnen gemeldeten Anstellung deS rühmlickst bekannten Op. Herz zum außerordentlichen Profenor an derllniversiätt in Erlangen,. ist die definitive Anstellung des auf Ruf und Widerruf angestellt gewesenen Direktors der -Irreuanstalt in Plassenburg, Herr vr. Engklmann, zum-Vorstand und Oberarzt der Kreisirrenanstalt gefolgt. Honen wir, daß diesen zwei Anstellungen., im Staatsdienst noch andere in andern Branchen folgen werden. — ES wird nun alle,, Ernstes zum Bau der.Synagoge in Nürnberg geschritten, welche ngck dem Plane der Diuttgarter und von derem Baumeister Herrn Wolf von dorn jedoch mit Vermeidung, der dort zu Tage getretenen Mängel, wie;. B. zu enge Stände, mit einem Kostenanschläge von 130,000 fl., welcher Summe der-Vorstand noch gern bei gänzlicher Uebernahme aller noch nöthig sich berausstellenden Leistungen, 40,WO fl. beifügen wollte, ausgeführt werden soll. Die neue und wohlhabende Gemeinde, an deren Spitze intelligente und aufgeklärte Männer ftcben, bietet Alles auf zur Herstellung eines würdigen Gotteshauses, .und wird deßhalb csuch die Synode in. Kassel beschicken. — Vom benachbarten großen Fürth schweigt die Geschichte. — Die Entfernung des bisherigen Kreis-Sckulreferenten in Würzburg, der Alles im patriarchalischen Zustand erhielt, läßt hoffen, daß fürder auck nn iSr. Schulwesen des Kreises eine Aenderung zum Bessern eintreten und dem Einflüsse desjüdischen Bischofs etwas' engere Grenzen gezogen werden. Vielleicht bringt das neue Schulgesetz, wenn es anders bei diesem Landtage zu Stande kommt, die erwünschte Gelegenheit zujr gleichmäßigen Ordnung des iör. Schulwesens und!zur Errichtung zahlrcickrer isr. Volksschulen. Eist erfreuliches Anzeichen ist die Uebertragung des i^r. ReligionSunterrrckts für die Schüler der k. Gewerböschule an den Rabbinatskandidaten Or. Braun schweig daselbst, und zwar aus Kosten des Staates. Ihre Abwehr, Herr Redakteur, der übliästp Angriffe ans den jütischen Lehrbegriff in Nr. ,7 der „Allgemeinen deutschen Lehrerzeitung' ist ein wahres TVein Wort zu seiner-Leit, eben so inbaltssckwcr wie ansprechend in der Form und wird seine Einverleibung in dieses- Blatt *) gewiß angezeigt erscheinen:. Die neueste Zählung in Bayern ergibt unter einer Bevölkerung von 4,824,421 Einwohnern, 49,8 i0 Juden, eine allerdings erhebliche Abminde¬ *) Ist bereits in vor. Nummer geschehen. Red. rung, denn die frühere Zahl betrug nabe an 60,000. ES ist dies die Folge des früheren Regiments, besonders unter Abel, Reichersberg rr„ der unsere Kinder zwang, dem Daterlande Valet zu sagen. Dieses ausgewanderte Geschlecht veranlaßt jetzt die Minderung. — An der Spitze der Arbeitervereine in Fürth und Nürnberg steht ein Arbeiter, isr. Eonfession, Herr Löwenstein, der durch Rednergabe und Ges k ick einen großen Einfluß bat. LemerkenSwertb ist, daß Laff'alle und vr. Iacobi, (?) beide Jude», Leiter und Stifter her deutschen Arbeiter Verbrüderung und zwar der beiden Richtungen sind. 2lus Unterfrankcn, am 25. März. Zu den statistischen Angaben, die im vorigen Jabre in Ihrem Blatte über die Elementar- und Religionsschulen im Königreiche Bayern erschienen, mögen hier einige Details über die Bevölkerung der Israeliten in diesem Staate Aufnahme siudcn, und erlaube-ich mir eine Vergleichung damit zu verbinde», welche Bewegung und welche rapide Abnahme in den Popnlationsverhältniff'en seit einem Zeiträume von 15 Jahren mahrzunehmen isr. Damals lebten in Oberbayern 1528 Israeliten, 1860 dagegen 2154, also ein Zuwachs von 626 Seelen für die Rciikenzstadt München. In Niederbayern lebten 15, jetzt 36, auch eine Zunahme von 2 l Personen: In der P falz lebten im Jahre 1852 15,390 Israeliten, jetzt mir 13,042, demnach eine Abnahme von 2354 Personen! Oberxfalz.und Regensburg fink die Verhältnisse fast stabik^geblieben. Die Zahlen weisen nur die kleine Differenz von einer Abnahme von 21 Seelen nach, u. z. 1036 früher, und 1045 gegenwärtig. Oberfranken zählte vor 15 Jahren «>568, gegenwärtig nur 4129 Israeliten, also gleichfalls um 2439 vermindert! Zn Mittelfranken lebten nach früherer Zählung 11,377 nnd gegenwärtig nur 10,522 Israeliten, was eine Abnahme von <"55 Seelen ausmacht! In Unterfranken wohnten -6,451, daegen jetzt nnr 14,400 also auch ein minus von «151 Seelen! in Schwaben mit Neuburg endlich zählte man im Jahre 4852, 6891 und gegenwärtig nur 4512, alzc-anch eine Verminderung von 2379 Seelen!. Diese Zusammenstellung beruht auf amtlichen Quellen, und ist der gegenwärtig abgeschlossenen Revision der Volkszählungslisten entnommen. Wir geben diese Zahlen ohne Commentar. Also 9452 Israeliten sind seit 15 Jahren auö Bayern ausgewandert in Folge unserer früheren staatlicher! Rechtszustänhe, was schwarze schatten auf unsere seitherigen Verhältnisse wirft. Am meisten leiden die kleinen Landgemeinden nnd die Lehrer, deren Perspective sich immer übler gestaltet. Darum ist es von Letzteren doppelt gefehlt, wenn sie ihre zerstreuten 1

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