Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 12 (24.3.1869)
- Date
- 1869-03-24
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 An die Lehrer aber besonders, solche Zeichen Heile der Schule da- Heil der Zukunft sehen, nicht unberücksichtigt lassen dürfen. “ ■ ■ - - ' i ergeht die Mahnung ganz zu beachten und eben keßhalb sich mehr und mehr zusanmenzuschaaren, die Wenigen, welche >m Vordertreffen sich befinden, nickt zu verlassen, sondern treu zu ihnen zu halten, die gemeinsamen Interessen zu wnhren. an den gemeinsamen Veranstaltungen sick zu detheiligen, nicht zu ermüden, nicht feige zurückzubleibeu. Wenn die wenigen Lehrer die geringen Opfer sckeum, die man von ihnen verlangt, wenn sie ihre Vertretung in der Presse gerlngschätzen oder mißä'chlen, wenn das StandeSorgan sür sie nicht vorhanden ist, wenn sieaus kleinlichen Rücksichten, wegen dieser oder jener Ausstellung, sick zu rückziehen z» dürfen glanben, so mögen sie es einstdns für sich selbst verantworten, wenn der Lehrerstand Im Einzelnen und Ganzen sinkt und unsere berechtigten Erwartungen, Wünsche und Forderungen nicht erfüllt werden. Wir aber, die wir mit der größten Aufopferung seit Jahren für die Schile.und für den Lehrerstand kämpfen, wir werden so jetzt wie scrfferhin, wenn auck unsere -Zeitschrift nicht nwhr aussckließffck Lehrerzeitung ist, sondern der Gesamt, lheit, dem Volke dient, nickt ermüden in dem Kampfe für die wohlbegründeten Rechte unseres Standes — um des VolkesW>llen. Zum Scklusse bemerken wir bloö, daß wir mit diesem MeinnngeauSdruck durchaus nicht gegen 1>ie Synode selbst agitiren rrollcn; wir fordern im t^egentheil unsere Eollegen ans, reckt wacker sür dieselbe zu wirken, sick lebhaft all Irren Zustandekommen zu be- ,lheiligen und sick versichert zu halten, daß die v\,tte ressen der Schule und des Lehrerstan?cs auf jeden Fall dorr ihre berechtigte Vertretung finden werden. Wo eh enberieht. Frankfurt a. M, li>. März. Die höhere Töckterschule des Hrn. I)'. Leop. Stein dahier war» wie daS eben erschienene Hi st der „Feierabendgrüße" besagt — in dieser Fori, hält der geehrte Vorsteher dieser Zlitstalt die Verbindung mit den ehemaligen Zöglingen der Anstalt und den Angehörigen derselben aufrecht, — auck in diesem Jahre in erfreulichem '-Zunehmen begriffe^ Das Pcnnonat ist von .">> Mädckdn' aus den verschiedensten Ländern besucht; wir finden darunter solche aus verschiedenen Städten Amerika'S, aus Odessa, Paris, Birmimghai», Amsterdam und den verschiedensten Gegenden Deutschlands. Der edle Geist, der in diesem Hause und in dieser Anstalt lebt, und die <*Wögenheit der Erziehung, welche die „Pflegetöchter" kirr erhalte», wird nickt verfehlen, das steigende Wachsthuni dieser Pflanzstätte ' edler Weiblichkeit — die am 20. Oktober in ihren 7. Jahrgang eingetrcten, zu fördern. Frankfurt a M. den ll.März. Ans dem 21. Jahresbericht des hiesigen israelitischen F r a »e n - V e r e i n S ist die fortwährend steigende Zahl ' seiner Mitglieder, sowie die reichen Spenden und Legate zu konstatiren. % Wenn hierdurch einerseits das Streben des Vereins die erfreulichste Anerkennung findet, so zeigt andererseits ein Blick auf die Rech- . nungSablage, wie die ihm dargebotenen Mittel eben nur hinreichen, seine Wirksamkeit in dem bisherigen Umfange zu erhalten. Zu Anfang des verflossenen Zahreo befanden sich i« der- Anstalt 17 Zöglinge, von denen zwei ausgetreten sind. Im Laufe deS Jahres wurden drei neue Zöglinge ausgenommen, so . daß sich gegenwärtig 18 Mädchen in der Anstalt beflnden. Die Gesammtausgabe betrug 7400 fl., während sich die ordentlichen Einnahmen auf circa 3000 fl., die außerordentlichen Gaben und Geschenke ■ auf 4600 fl. beliefen. Es ist hieraus "ersichtlich, daß der Verein noch fortwährend reicher Liebesgaben bedarf, nm sein Werk in seitheriger segensreicher Weise iortzusühren. Berlin, 12. März. Der Abg. Wigger* < Berlin) hat die folgende Interpellation in den Reichstag gebracht: „Der Unterzeichnete richtet an den Herrn Bundeskanzler die Anfrage: ob nicht das Bundespräfidiiim in Ausführung der am 23. Oktober 1867 und am 16. Juni 1868 gefaßten Beschlüsse des Reichstages nocv in gegenwärtiger Session einen Entwurf zu einem (besetze vorlegen wird, welches alle noch bestehenden 7 aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufhebt, inbesondere 1) für alle Eidesleistungen der Israeliten eine der Gleichberechtigung entsprechende Form einführt und 1 2) die volle Gleichberechtigung der Israeliten zur Theilncckme an der Gemeinde- und' LandeSverrretung, : iowir zur Bekleidung öffentlicher, Gemeinde- und : Staatsämter im Gebiete des norddeutschen Bundes ausdrücklich anerkennt?" Es ist diese Petition zunächst i wohl durch die Verhältnisse in.Mecklenburg veranlaßt; üe ckat aber, waS den Punkt all 2 betrifft, unbedingt auck für Preußen noch ihre Bedeutung. Präsident Delbrück erwidert, daß der.Bundesrath die betreffenden ^Verhältnisse in Ber-ücksichtignng ziehen und demnächst : eine Gesetzesvorlage in diesem Betreffe machen wird. Breslau, 8. März. Ich bitte Sie, geschätzter Herr, folgende Erwiderung, auf die in Ihrem gesck. Blatte gegen mich gerichteten Angriffe aufnehmen zu wollen. Diese Angriffe sind, wie dem nur oberfläch : lief) Betrachtenden auf den ersten Blick einleuchtct, nicht nur, und nicht besonders aus wissenschaftlichen Mo l