Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 11 (17.3.1869)
- Date
- 1869-03-17
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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83 Lehrami tretenden jungen Dkann — alle Paragraphen des y‘v und ein gut Theil! hebr. Ccmmentare. Glaubt man vielleicht,!die religiöse Richtung deS Seminar« durch den Direktor „rechts um" dirigiren zu können? Wir würden!daS mindestens auffallend finden. Allein, man täusch«! sich doch nicht. D'k Unentschiedenheit iund Farblosigkeit, die im Augenblicke fast in der ganzen jüdischen Welt obenan schwimmt, ist kein Zeichen der Gesundheit; sie ist blos eine Folge einer momentanen Apathie, eines rräurigen ..laissoz faire“. Eine Reakston muß eintreten-Diese Richtung, die der Indifferrntismus geboren hat und die denselben augenblicklich 'kräftigt, wird dann als die verachtete „Allerweltsschönthuerin" in die Ecke geworfen werden, wie sie rS nicht besser verdiente. Halbheit, Unentschiedenheit! ist von jeher mit solcher Münze bezahlt worden. Ihr anscheinender Sieg war immer nur von kurzer Dauer — Uebcrgangi. Für ein Seminar taugt diese Richtung am allerwe ngsteii. Viel lieber die offene, ehrliche Orthodorie. Und zudem — wird inan auch gleickigsstimmte Seelen els „Seminarlebrer!" suchen? Oker, tjoäre es nicht hinreichend, die theologische Seele als „Lehrer ter Religion" an ihien P ag zu stellen? flaust sie oirigiren? Wenn die Regulative solche Meuter an die Seminarien bringt, müßte auch das jüdische Seminar diese verderbliche Richtung, die Regulativwege einschlagen? ES isr Pflicht der gesammten Lehrerwelt, sich in diesem Sinne auszusprechen, ihr Recht zu fordern und in demselben zu beharrxn. Denn was heute hier geschieht, ist Morgen dort ijm Anzuge; und nur daö Gemeingcfühl stärkt unS zn dem Kampfe niit den immer noch widerstrebenden! Gewalten der Gegenwart. Wir werdest in unserer nächsten Nummer einen anderen Gegenstand ähnliche Art zu besprechen haben. (Schluß! folgt.) > Wochenbericht. Aus Baden, 3. M! Israel. Lehrerversammlung stnden, wenn er mir im Eine Versammlung bak. nöthig; aber leider ist kein Haupt kein Zusammenhang den Veränderungen im <5$ die für einzeln« jüdischen durchaus nicht günstige Fol> e im Ganzen als Fortschritt *) Wir werdm die betreffen >e Einladung an alle badischen Lehrer senden. Redaktion ärz. Ihr Ausruj zu einer sönnte in Baden Anklang Lande verbreitet wäre. *) Lehrer ist unumgänglich Eifer für eine solche,, übcrn stnden. Die bedcutenulleben unseres Landes. Lehrer zur Zeit vielfach n haben, obwohl wir ne froh begrüßen müssen, machen eine Besprechung dringlich. Wählen Sie darum,eine benachbarte oder badische Stadt. Jedenfalls werden viele Lehrer kommen. .Ohne energisches Auftreten der Religionslehrer ist von unserem Oberrath, der seiner Zeit und seiner Aufgabe entfernt nicht gewachsen ist, nichts zu erwirken. Die Gemeinden aber und gewöhnt, von obenher für sich sorgen zu lasten.' Herr Altmann will übrigens, wie man sagt, seine Stelle uiederlegen und Rabbiner der fick seporirenddn orthodoxen Gemeinde in Karlsruhe werden. Wäre ihm und — uns zu wünschen. Dik Verordnung über Verbesserung der Gehalte für ReligionSlehrer und Vorsänger sollte, wie ich auS sicherer O.uelle weiß, schon im Mär; v. I. erscheinen, war aber erst Ente Herbst v. I. fertig, ist jedoch auch jeßt nock' nicht erschienen. Sie wird wahrscheinlich erscheinen, wenn der vor einigen Jahren erschienene Perfassungscntwurs ausgeschlafen hat und verbessert ' worden; d. i. wenn das veraltete Institut „Oberratb" den Weg alle« Irdischen gegangen ist. Schon fragen die Gemeinde wenig mehr nach ven Bescheiden desselben. So hat die Israel. Gemeinde Rchrbach und Sinsheim ihren Lehrer Ohnhaus, der bis jevt eine öffentliche Schn'e batte, die aber aufgehoben worden, eigenmächtig das Schnlzimmer geschloffen. Herr Altmann batte doch Heirn O. gewiß als Religidnslehrer angestellr.! Eine Lehrerversammlung thut sehr Roth! $. Berlin, 8. März. Die neulichen Erpectorationen dcü Herrn v. Senfft-Pilsach, gelegentlich der Verhandlung über den Judeneid im Herrenhause, die vergessen ließen, wo man e;gentlid) war. und ob z. B. hier wirklich der „Adel" eines großen civilisirlen Landes tagte, um Gesetze zu geben, von welchen da« Wohl und Wehe eines großen Volkes abhänzl, bekommen erst ihre rechte Beleuchtung, wenn man sie mit einigen anderen ähnlichen Aeußerungen in diesem Hause zusammenhält, die, so nichtssagend 'sie auch sind, doch nicht vergeffen werden dürfen, damit ffe Zeugniß geben gegen dieses Geschlecht, wenn seine Stunde geschlagen Ein Graf Brühl hat gelegentlich der Iagdgesetzdebatte. geeifert gegen die Iagdvorstande, weil dieselben gebildet seien aus „Krämern, Juden und Postschrcibern," mit welchen man nicht in anständiger Weise verkehren könne. BemerkenSwerth ist, daß der anwesende -Minister auf diese eigenthümliche Beurrheilung ganzer Klassen von Staatsbürgern eingegangen ist. — Hei Beurtheilung über die Wittwrn- und WaisenkasM für Volksschullehrer hat ein Herr v. Waldow-Steinhöffel gesagt: man müffe ihm erst eine verhungernde Lehrer-Witkwe zeigen, ehe er diesem-Gesetze seine Zustimmung geben könne. — Ist das — eine gebildete gesetzgebende Versammlung?