Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1869-03-17 · 11 (17.3.1869) · p. Seite 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
11 (17.3.1869)
Date
1869-03-17
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4896751-5428712-5431998--2344-4898707
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

82 Unterrichtskunst. ist, kann der Leiter und Lehrer Derer sein, die „Schulmeister" werden wollen." — „Um sodann im Seminar das gesteckte Ziel zu erreichen, .-müssen die Seminarlehrer in einzelnen Zweigen des Wissens umfassende Kenntnisse, in allen Zweigen ein ausreichendes Maß derselben, besonders aber praktische Tüchtigkeit besitzen, sich in der Praxis als tüchtig bewährt haben. Ten Seminardirektor macht allein die theoretisch- und praktisch-pädagogische Qualification. Ausgeschlossen ist, daß die Theologie und'bei weiterer Eonsequestz ein bestimmtes the»logisckes Sv st cm geeignet zu,dieser Steilung mache." ' j Genug der Eitate, die wir durch unzählige vermehren könnten. , Wer unterrichten will, muß nickt allein-üb<r'de" Unterrichtsgegenstand selbst das nöthige und passende Material gesammelt haben: er muß das Material auch in seinem Geiste verarbeiten: muß Stcjin an Stein passend fügen und io den Bau erst m seinem Geiste entstehen Lassen. Wir. haben .unsere bescheidenen Bemerkungen über den Artikel „lieber Leitung eines jüdischen Lehrerseminars" diesem angefügt, baden an manchen jDrteu Fragezeichen, gewacht u. f. f. Hätte der Artikel uns von vornherein ganz Vorgelege.», so hätten wir itm die Ausnahme versagt. Wir und nickt im Stankes, eine eingehende Erörterung desselben hier zu verasttasien. Be. der an Einstimmigkeit gränzenden Bcrnrtheilung ist dies auck durchaus nicht nöthig. ,Für den Beweis jedcch, baß der Verfancr eben mit' iicf) selbst nickt klar ist, auck über sein eigenes Lehrgebäude, gingen wir nur ein einfaches Rcckeiierempet bei. Ter Verfasser fordert in den 4 blassen ca. »4 Saunten wöchentlichen Religivnsrc>p. hebräischen Untkrrichr. Er hak keine Xlasicncombina'ion Woher soll-n für diese Stunden die Lehrkräf:e kommen? Und iuhi 'ehe sich der Herr Versaner. dock jeibist einuial daS Material an und frage sich, ob cs möglich sei'r. B. die b-erb^i Nomina und -Partitula der b.bräisckcn Gr?m:n:.r:k in einem-Fahre zu lehren und ob dazu das andere Iabi> wo die Lebte -von reu Vokalzcicken. die i Buchstabenlehre, die Artikel une eie Nomen >die er übrigens vorher sckon aenannli, im Verbältuiß stebtsk Er frage sich, cb er.wirklich vom Pentateuch mit^rabbinischeu Coimneniaren, von 'welcken znm mindesten | ’T"" uutz";"2‘_ gejcrterr werden, einen Tbiei. des 8., dann das ganze 4. mit kn Buck in einem Jahre > — in der 2. Klasse von unten — zu absolrircu im ' Stande ist, inrl, ,L'S'.'§ .L-,-. .-w-rr in starken - Porlienen? -- iölbst bei dieser Stuiideinab!' Entweder Dunst, c-eer: was -onst?! Worin liegt die Bedeutung der Wahl eine» Seminardirkjktors für die ganze deutsch-jüdische Lehrerwelt?! ES ist ganz besonders die Geringschätzung des eigentlichen Lehrberufes, die sich hier breit macht. Destr Lehrer werden einige Krumen, Abfälle vom Tische der Wissenschaft vorgeworfen, die nicht zum Lebxn und nicht zum Sterben sind; und dann glaubt mast, er sei Lehrer. Eigentliches Fachwissen zählt nicht und wie man für seine Ausbildung sorgt, so sckäjtzt man ibn; und wie man ihn schätzt, so — zahlt mail ihn. , Es ist Pflicht der Gebildeten, Sorge zu tragen, daß es anders werde. Wenn aber die Gebildetsten aus einer gebildeten Provinz zusammentreten, und die Geliltetsten aus sich zum Curatorium erwählen und dies: Gewählten ihre Mißachtung der Rechte des Lehi erstandes dadurch documentiren, daß sie einen Nicktlebrer zum Lehrer der Lehrer machen, während sie die langjährigen, geprüslen Diener der Anstalt rcrebschieden; was ist da für Heil von der Zukunft für die Lebrer zu erwarten? Werden tüchtige Jünglinge sick einer solchen Anstalt anvertrauen, für ein i'otckes Amt nck verbilden wollen? Ist cs nicht endlich an der Zeit, daß man dem Lehrer Menschenrechte bewillige?' Und ist es nicht einfach ein nan'rlickeS Menschenrecht, daß man ibn in den Staut setze, eine Familie zu gründen?'Wenn aber der Familicnvaler rer Gefahr auSgesetzt ist, aus reiner Wilkübr in späteren Fahren von seiner Stelle mit Weis Und Kindern verjagt zu werden, kann er da mit gutem Gewissen eine leamike gründen? Hat er oa Menschenrecht, wenn der tü'cktigstHtige Lehrer, dem Gott das tbeuerste, heiligste Gnadengeschenk — eine große Kinderzahl beschieden,— um deswillen von seiner Stelle entfernt wird, und nun vergeblich an aller Tbüren anklovst, — wir sprechen ans Erfahrung — und keine Stelle finden kann? Und wie solleu'Gemeinden anders handeln, wen» Eurmorien so bandeln? Der Lehrer will fcrtschreilen. Und wie im sran- -cstsbcu Heere.ein jeder Soldat den Marschallstab in gi mein Tornister barte, also muß dem Lehrer, dem rückt gen, vrakrisch-lbätigen, erfahrenen Lehrer, eine Tkol e am Seminar in das Dunkel seiner Gemeinde ibäiirkeik hincinleuchten. Wie kann man es wagen, oieic r Männern diese Aussicht zu rauben, und an ihre S:el c Männer setze», die dafür kein weiteres Anrecht habe'.- als ibrStudium auf der Universität, die keine xrak isckcn Beweise ihrer Lehnüchligkeitgegeben haben? Der vehrer muß bei seinem Amtsantritte aber schon stck nützen können auf die E r f a h r u >r g seiner Lcbrr. auf seine pädagogische Schulung. Ein Körrcken Pädagogik und Einsicht in daS Wesen der Sckrle uud der Kindcrseele ersetzt — für den in's

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.