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Der israelitische Lehrer · 1869-03-10 · 10 (10.3.1869) · p. Seite 77

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
10 (10.3.1869)
Date
1869-03-10
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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77 in der Vorlage: er soll nur die rechte Hand erheben, v. Senfft-Pilsach: Die jüdischen Frauen und Jungfrauen dürfen zu gewissen Seiten, nach der religiösen Satzung, überhaupt nicht schwören — das will man nun auch abfchaffen. v. Tbadden: Ich kann aus einer langen Praxis befugen, daß die Aufhebungdes Judeneides keine Besorgnisse erwecken darf. Die Formel: „Ich schwöre de Gott dem Allmächtigen"' verleitet keinen Hilden zm, Meineide, v. Bernuth: Herr o. Senifl bat sich zav zu meinem Advokaten _? “ ... .fl... .! J. .... . ä.aVAiiA» L A«t« Aftal-Art V «I« aufwerfc» mellen; id< m ich diese Advokatur niä'i feit.) Der Justizliiinistet: das;. wenn ick dem Her cnvidcre, daraus nicht grf ich demselben nichts;u ern hiernach die Annahme des rität. Nur etwa 1:'' bis ls; indessen bemerken, da,; acceptiren kann. (Heiter^ Ich wollte nur bemerken, n v. Sensit nichts weiter stgert werden darf, als ob idern hätte. - ES erfolgt Gesetzes mit großer Maso- Al Herr cn blieben bei der Abstimmung >ii;en.! Wien, l'i. Febr. > Ein angesehener ^türkischer Israelit, de. älteste liier lebende Mann, Herr Adntt, wurde gestern beerdigt. Er war bereite Jahre alt geworden und hintcrlie« eine sehr zahlreiche Familie, Enkel und Urenkel. Bor beiläniig >:'» Jahren batte er einen Zcklaganfall. r.'odnrch er seit dieser Zeit beinabe völlig gelähmt svard. Jntcresjani ift die Ursache dieser Erkrankung dieser Jeit eezähltr. Ein wie man sie allgemein;n patriarchalisches Verhältnis; war es damals und ist cs ai; bei Gelegenheit einer der Gemeinde, ob arm oder hat sich zwischen den Mitgliedern der. Türkengemciichc f nock erbalten. besonders noch jetzt meist Sitte. Trauung alle Angehörigen reich, zn der HochzeilSlaset geladen wurden. Als nun Adult einen Sebu vor l:> Jahren verheirathcle, war aus irgend einer tlrsad>e u;r die Armen mra in einem sehr eleganten Hotel < beim Loge!) eine Mahlzeit bestellt. Deck der Stolz der arimn Türken empörte iick argen die^ wabrsch-intich u-labsi istlicke Verletzung der-Tradition, und fein Einziger kam. Der fromme 'und. sebr glite, schon damals alte Herr war über diese Ersckci nnng so irriuri, das; er einen lebensgefährlichen Sckiag anfatl bekam. An seineul feickenzuge betbeiligten »ick alle hier lebenden Turkey. tzFremdenblatt. l Bericht t6u11et.in> | l>er Alliance IsraSlite Universelle. <^cneralvcvf«rttntt1tt»^ vom II. Dez. 1N4>S. Aach oieier ouD.'iavv:: große T litte: die elnglii h.vdltsetz.ing. ibii'ig eiilna-'d ui Spanien eineitien!>>". rschre, Scheiterhaufen wurden angezündel, und in -der finslern *Aackt, in welche das fand versenkt wurde, sah mall bald nichts mehr als .die (flamme dieser Scheiterhauseii. Die nach verschiedenen Gegenden bin zerstreuten Juden lebten ton mit dem Andenken an ihre vergangene Größe, bebielten die Uederliefernngen, die Sitten, sogar die Sprache SvanienS, die sie i» ihren frommen Gesängen mit der heiligen Sprache vermengten, als könnten sie/ich nie ganz losreißen von einem fände, das sie so sehr geliebt hatten. »lebt könne» sie dabin znrückkehreil; mir der Revolution ist das Ekiet von l t!L* gefallen- Einen Widerruf desselben zu verlangen, schien uns nnnöthlg. Einige Glaubensgeliosse», die fick dieser glücklichen Veränderung für weniger gewiß liidte», und unser Ausschuß in Bordeaux fragten bei der pradisorischen Regierung a» »lm -Jünnen der Regierung /»timten* Marschall Serrano: ,,»}d) habe ölbnen kilud/il tbun, daß unsere glorreiche Revolution neben den aiikel^i Eroberungen der Meiischenrechle auch die Religionsfreibeik verkündet, .mid soniit das besagte Ediet aus dem 'fülifzebiiten »labr!'ii»dert lbatsächlich abgeschassl bat- Demgemäß sielst es »firnen frei, in nufer fand zu komiiien und da, gleich den Anhängern aller andern Religioue», ihren Enllno frei auszuübe»." i Spanien darf, um'Den »luden gerecht zu werden, sich nicht auf dieBerkünvignilg derG,anbensfreil>eil beschränken-, es sollte bas Beispiel der frauzösisit'eil Revolinion nachabmeii. die durch ihr Teeret vom!». -t> Tez. erklärte, „daß alle von einem ihres. GlaubensZwegen vertriebenen „«Franzosen nnd einer slranzösi» im Anolande gebvrne Per- „ionen, in welchem Grade dies and, sei, als srgnzösischc „SiaalSbürger »vfl :vt sind und alle deßbezüglichen Rechte „genießen, sobald sie uad- «Srankradi zurüdkebrten, ihren „Wol-.lsib da ilebmeil unk eeu Bürgereid leisten." Wahrend in Spanien die Glanbelissreiheit neu erstand, erlitt sie die gewawa-.inteü Verlebmigen in Rumänien: inan wagte niwt, die »luden durch ei» förmliches Decret ans einem fände anozillreibe», wo ihre Existenz und ihre Bürgerreckle unter deni^-Sdmb der, enropäisdien Großiiiäd'ie sieben, aber sie durdi geheime Befehle ans den Dörfern verjagen nnd in de» Slädlen ihnen das Dasein unernäglidl machen durch Häufung von Maßregeln, die ihre Reckte beschränken, und durch sd'Ubloie Hingabe an -tzöbel.anfstäiide, das lw'ißi auf andere Weile;n'gleichem Ziele gelangen. Diese Politik, erslpineil;u»i Vortlvile einri .stlaste von .stleinbütgern. die mir Gewalt die Stelle einnebmeli wollen, die sie den »luden in Gewerbe und Handel' nicht furch Verstand und «Steiß streitig machen könneii, bat zu Urhebern und Velemieru Zeituil>rsschreiber und Professoren, welche die nnsinnigsten Predigien gegen die Juden loFlasse», zu Helfershelfern einen nnwisiende», reizbaren, iimiier zur Gewalt:.-.» geneigten Pöbel, zu Werkzeugen die neue» t^ervallbabet llruinälilens. Sie erinnern sich, mein.- Herren, des ersten Alis dieser Poliiil, des :>i'indüchrelbe»s des Herr» Bratiano, der Aus-

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