Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 10 (10.3.1869)
- Date
- 1869-03-10
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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75 soll, muß selbst rin Pädagoge fein im vollsten Sinne de« Wortes! Sollen wir! hierzu Zeugen aufrufen? Wir berufen uns auf alle namhaften Schulmänner der neuen Zeit, auf die lebenden und gestorbenen. Nimmermehr ist das Glwd eines anderen Standes und Berufes geeignet, Lehjrer heranzubilden und für ihr schwieriges Amt vorznbjereiten; Niemand ist zum Seminarlehrer geeignet., er, sei denn hervorgewacksen' aus dem Boden der schule, mit der Schule verbunden und verwebt feit bei, Tagen feiner Jugend. Wer Lehrer bilden will, ^inß selbst Lehrer sein und gewesen fein int vollsten Sinne des Wortes — Vclisünd Elementarlehrcr - musz lange gedient haben Und von der Pike auf. Wie. Ihr glaubt, Ihr könntet einen Man», weil er zwei Morenus und einen Doctortiicl Kal, um deswillen zun, Lehrer der LA,rer machen? Gleicht es da bin, verkommenden Falles über -rs »nd zu nrtbeilrn und i ein arabisches Geeicht aus dem Urterte zu lesen? Ist dieser Mann darum auch befähigt, unmündigen Kindern die ersten Laute einzuprägrn, in ihnen das erste Urtheil zu cntnsickeln, sic zum klaren und folgerichtigen AuSspiechcn dieses ersten Nrtheils anzuhalten? Stdllt Guch im Geiste neben ein solches Kind von 5 Jahren und fragt Euch, ob es denn wirklich so ganz! gleich ist, cirtwickelnd und fördernd auf ein solches ein zuwirken, oder vom hoben Katheder herab zu docireit? Wir haben für diese nnsere Ansicht schon zu oft Beweise aufgeführt; wir können es füglich heute unterlassen. Wir wollen nur ein Wort unseres Großmeisters Diesterweg bstrherstellen. (Forts. folgt.) N^ocbe«bericht. - Bielefeld, 20 Februar. Die Iabreseinnahme der Nn terstütznugs ka sse des Vereins isr. El einen tarl eh rer in Westphalen und Nheinprovinz — pro IKOS^i — betrug: a) an ordentlichen Beiträgen der Mitglieder 139 Tblr.. b) an außerordentlichen Beiträgen von Geineinden und Privaten 792 Thlr. 14 Sgr. 8 Pf., c> an Zinsen 93 Tblr. 7 Sgr. 6 Pf.!, zus. 1023 Thlr. 22 Sgr. 2 Pf. — .Das Gesammtveiinögen der Gasse beträgt am l. Januar 1-G9 3371 ^blr. 13 Sgr. 0 Pf. und besteht in Rh. W. Nentchibriesen (4"/o) .050 Thlr, pr. Staatsanleihe von 1954 (i,/2u/0i 1000 Thlr., pr. Staatsanleihe von 1969 (4'/o"/a) 300 Thlr., baar 21. 13. 6 — 3371 Tblr 13 Sgr. 6' Pf. (Die Beläge sind beun Unterzeichneten jederzeit einzusehen. > Indem wir dieses erfreuliche Refnltäl hierdurch bekannt macken, wenden wir uns wiederholt an den Wohlthätigkeitssinn uitferer Glaubensbrüder mit der dringenden Bitte, ihre tbätige Beihülfe unserm Institute erhalten und immer mehr zuwenden zu wollen. Der Vorstand der UntersintzungSkaffe des Vereins iSr. Elementarlehrrr für Westphalen und Nheinprovinz: S. Blumen au, Vorsitzender. Von der Ems, 20. Februar. Sie erlauben mir wohl, hochgeschätzter Herr Redacteur, auf die kurz berichtete Kündigung der beiden Seminarlehrcr in Münster zurückzukommen. Da haben wir denn zunächst die Genugtbnung, die liefe Entrüstung zu registrircn, welche nicht-anir die Lehrer, sondern auch die billig denkenden Privatleute ergriffen. Was* sollen erst die Gemeinden thnn, wenn solch' verdienten Seminarlehrern auf eine solche Weite gekündigt wird? Und wen» es an der Tagesordnung ist, fick-in kleineren Städtchen nach der Provinzialhanptstadtzu richten, wie sollen erst jene mit ihren Lehrern verfahren? Aber ein solcher Geist wie bei der Kündiguna verwaltete, scheint daS Land, noch nickt angefressen zu haben, wenigstens stehen Aeußerungen von Privaten damit nicht im Einklang, Aeußeaingen, die wir hier wiederzngeben Anstand nehmen. Wie wir. kören, find an das Curatorium Anfragen um Gründe in Betreff der Kündigung ergangen; Antwort kam —^ Gründe aber blieben aus. Sb solche das Tageslicht zu'scheuen haben? Wir sind neitgierig, dieselben zu erfahren, und dürfen wir wohl erwarten, daß das Curatorium sich verpflichtet fühlt, dieselben seinen Wählern gegenüber bekannt zu machen. ' , College Llu-i»en seid'aus Esten, Mitglied des Curatorinms, war auch in jener Kündigungssitzung zugegen; wir sind aber der festen Neberzcugnng, daß derselbe gegen die Kündigung gesprochen ::»d gestimmt hat, aber mit seiner Stimme in der Maioritäl blieb. So hoch wir denselben nun auch schätzen und wiewohl wir ibm einen guten Takt nicht absprechen wollen, hier scheint er uns den richtigen Takt nicht getroffen zu haben: Ein Austritt ans dein Curatorium wäre unserseits eine Folge eines derartigen Schritte« gewe'eO D. 8. 22. Fcbr. Soeben gebt »ns ein Circular zu. welches von den Schülern res Herrn Treu dem Curatorium unt rbreitct we>dc>i -soll. Dasselbe bezweckt die Wiederanstellnng des Herrn Treu und begründet in klarer bündiger Weife die Berufstreue und Tüchtigkeit desselben und zeugt für die Achtung und Liebe, die er sich bei seinen Schülern erworben. Merzig, 24. Febr. In Folge der erneuten Petition des Herrn Blumena» und Conforten hatte Lehrer Levi von hier nochmals Herrn Dt. Teckow, Vorsitzenden der UnterrichtSkommissicn, gesch'.iiden und nachstehende Antwott erhalten: Mein sehr geehrter Herr Levi! Was mögen Sic von mir gedacht haben, der ich Ihre gefällige Zuschrift vom I I. November v. I.