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Der israelitische Lehrer · 1869-03-03 · 9 (3.3.1869) · p. Seite 69

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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69 fen, weil das Werk nach;wei Seiten noch nicht vollendet ist. Denn dieser erster Lheil. welcher sich ans die Bibel beschränken will, enthält viele Verweisungen auf Artikel, welche noch in Aussicht stehen: und der zweite, den Talmnd umfassenden Dheil, ist noch nicht begonnen. Wir vermißten diesen zweiten Theil namentlich bei Lektüre deS Artikels „Messias." Der MessianiS- -muS erhält in der nachwiblischen Zeit erst seine praktisch-historische BedemunZ-, bei den Propheten bewegte er sich auf dem bmtrinairen Gebiete der Theorie. Von Bedeutung ist hierbei auch die christliche Auffassung der Messiasidee. Der Verfasser kann diese nicht übergehen und, wie ep^fagt, als bekannt voraussetzen. Für wissenschaftliche Zwecke ist zu bedauern, daß bei der Benutzung christlicher Eregeten nicht immer die Quelle angegeben ist und überall die Angabe der betreffenden L teratur fehlt. Bei „Korah" stimmen wir nicht mildem angegebenen Grunde für seine Empörung überein. Wir finden diesen in d^m Versuch, das Prinzip deö oemokratischen PriesterthumS, welche« Moses zwar ursprünglich-ausgestellt, aber in Rücklicht auf die vorliegenden Verhältnisse vorläufig wieder aufgegeben hatte,!wenn auch K vielleicht zgnächst durch eine persönliche Zurücksetzung hierzu getrieben worden sein mag. I Der „grünende 3tab Abaron's" ist nicht ein Beweis seiner Erwählung,, sondern eine Ermahnung für die! Führung des übertragenen 'PriesterainteS. Der Hirtonstab sollte nicht ein dürrer Stäb, als stütze für ihn! £fcer Zeichen der Macht in seiner Hand sein; ihm war mit dem Amte nicht bloS eine Würde, sondern auch eine Bürde gegeben. Der Stab, das Amt, sollte für das Volt Blüthen treiben und Früchte reifer . „Mandeln" fanpr), die men), sollten eine Mahnung wachsame Thatigkeit im Zn- Volks sein; ihm sollte nicht lnit dem Anrte eine S necure gegeben sein. Dies sollte zur Beruhigung des durch Korah — trotz seiner Verurtheilung — anfgeregten VolksgeisreS dienen. Im Artikel „Aussatz" fehlt die neuere Ansicht < Final», Ben Cbananjah 1 ■<$«». Rr. 39 sf.), welche im biblischen Anssatz die inst den medicinischen Erfahrungen übereinilinimende Siphylis erkennt. Selbst „früh" blühenden (wachs an seine stets rege und teresse des Amts und des sprachlich wiesen wir di! phnlis und 2:(dd?) nach Uebereinslilnmung von Si- (Das. Forschungen 1397. S. 179). Unter den Propheten, welche gut und ausführlich dargestellt stnd„ ist mit Unrecht bei „Zccheokel" der Widerspruch betont, welcher zwischen Moses und dem Propheten in der 31h schaumig über .die persönliche Verantwortlichkeit Statt finde. Die Heimsuchung der Sünde an den Kindern und Enkeln schließt bei Moses ebenfalls die persönliche! Perantwortlichkcit nicht ans. Darum schließt auch das kn2x ins'' re? des Deuteroitominms (24,16) weder einen Widerspruch in sich, nock einen Beweis für die spätere Abfassung dieses Buchs, obgleich wir diese aus anderen Gründen nicht leugnen. Wir haben es bei einer andern Gelegenheit nachgewiesen, daß Moses mit dem Gedenken der Sünden der Väter in den folgenden Geschlechtern ebensowohl einen Hinweis auf die Gerechtigkeit, als Liebe und ^Nachsicht geben will. Bei „Maleachi" gedachten wir der.Verschiedenartigkeit der Eregese. Der Verfasser ffndet in dem Propheten die Darstellung der reinen Huinanitätr fern von aller Hierarchie^ Geiger er- > kennt in ihm das ausgeprägte Pfaffenthum und den Vorläufer der späteren Saducäiscken Priesteraristokratie,! welche schon in damaliger Zeit ihren Anfang nahm. ZWir wissen nicht, ob dem Verfasser vor Drucklegung "dieses 3lrtikela schon die erwähnte 3lüslegung bekannt gewesen ist, um ihrer mit Erwähnung zu thun. — i Das 'Werk ist allieiiiger Unterstützung werth, um; dessen baldige Vollendung fördern zu helfen. R. > . i i — > — Bericht (Bulletin) der! Alliance Israelite Universelle. (Generalversammlung Dom 11. Dez. 1888. Protokoll. Die Sitzung wird eröffnet um * Uhr des Abends, unter dein Vorsitz des Hern» Adolf Ereinieux. Die Esirade isi beievt durch die Herren Mitglieder deS Eenlral-EomileS und des Eomit-'-S für die Verbreitung der Alliance, sodann durch Herrn Ludwig Brissae, Schatzmeister des Eoinitcs von Lyon. 3lvolf Eann, Delegirter des Eomites von Rio-Janeiro, Herrn Zadok Aabn, Groß- Rabbiner des Eonsistoriuins von Paris und der Herren Player und Lazard, Rabbinatsadjunklen, Hrn- Trenel, Direktor und Wogue. Professor am israelitischen Seminar, die Herren Professoren und Zöglinge der Vorbereitungsanftalk nir Lekrer der orientalischen Schulen, Legoit, Abtheilnngs-Ebef im Ministerium des 3tckerbaueS und deS .Handels. Rraux, Redakteur der Presse re. Hr. Leven. Schriftführer, verliest folgenden Rechenschaftsbericht über die 'Arbeiten des Eeniral-Äusschuffes: Meine Herren! ' I. Wir naben Sie ,ur achten Generalversammlung der Alliuuuu israelite universelle eingelatöll, UNd, Ultimi Statuten gemäß, werden wir Ihnen mitiheiteu, was dies Jahr von uns geschehen ist, uln die.soeiale Lage unsrer Glaubensgenoffen;u verbessern und ibre geistige und sittliche Hebung;u begünstigen. Unsere Statinen beschränken uns auf den Rechenschaftsbericht über nufere .Arbeiten; aber dabei bleibt unser Gedanke nicht steben; wir koiirmen alle hierher, den <>keist erfüllt von dem gegenwärtigen Zustand und von der Zukunft des Pudenihums.

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