Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 9 (3.3.1869)
- Date
- 1869-03-03
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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68 — fronen? Dr. Eroner, der in seinem Aufsatze noch »eher al4 die gewöhnlichen und bekannten Hyperorthodoxen geht - waS ich später ausführlich erörtern werde, wenn Sie, geehrter Herr Redakteur, noch eine Arbeit hierüber aufnehmen wollen, - ist gewiss keine Krone für die Stiftung!- Schreiber, dieses spricht am -Schlüsse dieses Berichtes seinen Wunsch/ der auch der Vieler in unserer Gegend ist, dahin aus, daß! der Herr Oberrabbiner Kahn in Trier, der uitser Vertrauen vollkommen befitzt,^von uns auch zum Mitgliede des Kuratoriums zur Zeit vorgeschlagen wurde unlu seit vielen Jahren und besonders in Angelegenheiten der Wahl deS Direktors in neuester Zeit sehr thätig für den Verein gewirkt hat — Aufschluß über die genannten uns räthselhaften beiden Vorgänge in diesen verbreiteten Blättern geben wolle, damit wir wissen, woran wir sind, ob wir künftig noch;u dieser Stiftung beitragen, oder unsere Beiträge einem anderen Seminare zuwenden sollen. (Auch wir bitten Herr' O-R. Kahn. Red.) L. Stuttgart. 17. Febr. Wie der evangelischen Kirche des Tankes, so soll auch der israelitischen Religicnsgesellschaft eine Kirchenversassung verlieben werden. Die Verhandlungen über diesen Gegenstand werden reit längerer Zeit unter dem Vorsitze des Hrn. Kmtusniinftters v. Golther gepflogen und auch im Lause der Woche noch fortgesetzt. Die erste Frucht der Verhandlungen dürfte ein umfassendes Kirchenstarut sein, das, ehe in der Sache weiter vorgegangen wird, wahrscheinlich einer größeren Versammlung von Religionsgenossen vorgekegl werden dürfte. Die Neuorganisation unserer isr. Oberkirchenbehörde im Sinkt der Synodallverfassunz mit Hinzuziehung des raienelementö ist als ein bedeutender Fortschritt zu begrüßen, und ist ne dem Hrn. v. Golther, Chef des - Kultusministeriums, zu verdanken. Wir gönnen'der orthodoxen'Parlhei in Württemberg die Vertretung ihrer Interesse-, in der kirchlichen Oberbehorde, denn auch die Reform w^rd zuweilen hierarchisch und despotisch. Der Confirmcftionszwaug war eine solche hierarchische Oclroyirung, die in neuester Zeit aufgehoben worden. Wenn uau veraltete Formen abschaisen will^ io 'Hai man ke u Recht, neue Ceremonien 'gewaltsam eiuzusühre,. LZchtenau Reg.-Bezirk Minden, ft. Februar. Heute feierten' die Ebeleute Ji.lak Hecht und Nette Hecht, geb. Mar'eus, das ielteue Hochzeit im Kreise der .minder, Enkel und Verwandten. Am Vorabend wurde sich noch des heften Weblseius erfreuen, vom Gesangverein eine Serenade gebracht. Am Festtage selbst empiiug däzselbe Gratulationen i'oin Amtmann, Bürgermeister und Stadtverordneten. Hest der Diamantoen Jubilaren, welche Berlin, 15. Febr. Der Tod des Rabbiners Rvsenstein hat die Anhänger der alt-onhodoxen Richtung zu einer Petition an den Vorstand der Gemeinde veranlajßt, in welcher sie sich beklagen, daß sie nunmehr esnes religiösen Lehrers und Führers entbehren, und bitten, die erledigte Stelle mit einem Manne von der religiösen Richtung und dem Talente des seligen Dr. Scschs wieder zu besetzen, wie auch nur diesem das Predigen in der dem alten orthodoxen Gebet- Ritus geweihten Heideureuther-Syuagoge zu gestatten. Pest 9. Febr. Der kleine Rest der noch zurückgeblieben, en Orthodoxen, etwa 20 an Zahl, ist nun auch geschieden, nachdem die Debatte über die Grundlage für Conslituirung der Gemeinden einen in ihren Augen smgünstigen Verlauf genommen hat. Der Antrag lautete: Eine Gemeinde constituirt sich zur Befrieoigusig der religiösen Bedürfnisse mittelst der hierzu erforderlichen Cultus-, Unterrichts- und Wohlthätigkeits-Aststalten, wie der dazu uöthigen Funktionäre. Ein Zusatz, daß diese Constituirung auf mosaischstalmudifcher, oder wie Andere wollen: mosaisch-traditioneller Grundlage zu geschehen habe, siel mit 59 gegen 52. Diese Entscheidung trieb die Orthodoxen vollends aus dem Kongreß. Man erkennt auch in dem größten Tbeil der sog. Fortschrittspartei verkappte Orthodoxe, auf der andern Seile ertönt die Klage immer lauter über die großen Summen Geldes, welche der Kongreß bereits verschlungen habe und noch zu berschlingen drohe — und zwar nutz- und zwecklos; und so glaubt und hofft man, daß der Minister sich beeilen werde, den Kongreß aufzulvseu und sein verfrühtes und verfehltes Werk so schnell als möglich der Vergessenheit zu übergeben, — wder doch von der Tagesordnung zu streichen. Besonders bedauerlich ist es, daß die Juden in ihren Motiven für Auslösung des Kongresses sich mit den Klagen über den Kostenpunkt so breit machen Sie sind eben gewohnt, den Werth aller Dinge, auch der geistigen und religiösen, nach dem Kostenpunkte zu taxiren. Wie hier der Werch der Congreßdebatten nach den Diäten der Deputirten bemessen wird, so auch gar oft der Werth des Unterrichts, der der Gesänge und Predigten nach den Kosten, welche die Gehälter der betreffenden Beamten, (Lehrer, Kantoren und Rabbiner) verursachen. (Der Kongreß ist aufgelöst. Red.) Literarisches. Real-Ency clo p ädi e für Bibel und Talmud von Dr. I. H a m b u r g e r. Hft. 3. Strelitz. Im Selbstverläge des Verfassers. 1869. Dieses Heft umfaßt die Artikel Jakob bis Opfer. Wir rühmen die Reichhaltigkeit, wie Aussührlichkeit.dieser Artikel. Indes; lassen sich dieselben vollständig noch nicht prü-