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Der israelitische Lehrer · 1869-03-03 · 9 (3.3.1869) · p. Seite 67

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
9 (3.3.1869)
Date
1869-03-03
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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67 spruch die Einsprache abgewiesen. An seinem 83. Todestage, den 4. Januar 1869 hat der große-Denker, der Freund Leffings, der Begründer der isr, Volksschulen an dm neuen Schulhause in Laupheim ein monumentales Asyl gefunden _und schaut von seiner Höhe aus zum Aufgang der! Sonne. Der Erlaß der israelit. Oberkirchenbehörde in Stuttgart lautet: Auf die berichtliche Vorstellung vom 20. Sept. d. I. betreffend, die Aufstellung einer Büste von Mendelsohn in einer Nische des neuen isr. Schulhauses in Laupheim wird dem Rabbinen zu erkennen gegeben, daß im Hinblick auf die Bestimmung des Schulchan Aruch Jora Deah K. 141, $ 7, nach welcher nur bildliche Darstellung ganzer menschlicher Figuren (Statuen), nicht aber die einzelnen Körpertheile. Kopf »der Rumpf für verboten, letztere vielmehr mit dem Beisatz pnu pi (so ist der allgemeine Gebrauch) für erlaubt erklärt wird; und in weiterem Anbetracht^ daß die Besorgniß, eS könnte in unserer Zeit ein solches Bild je Gegenstand gottesdienstlicher Verehrung werden, so ferne liegt, daß sie gar nicht in Betracht kommen kann, seine Einsprache gegen die Anbringung einer Büste MendelsohnS in einer Nische des neuen Schulhauses für unbegründet hält^ Stuttgart, den 30. Sypt. 1868. Schmidt. 5. Jöct7 Jordan. Erlangen 13. Febr. Prosektor Herz ist zum ordentlichen Professor der Anatomie an der hiesigen Universität ernannt worden. Es ist bekannt, daß diese Ernennung nun schon seit Jahren erwartet wurde, aber immer scheiterte. Her; ist der erste und einzige jüdische Professor in Bayern. Die Bürger der Stadt Erlangen hattest ihm längst das Ehrenbürgerrecht ertheilt, der Magistrat beglückwünschte ihn zu seiner Ernennung. Von der Saar (Reg.Beirk Trier), 10. Febr. Ich überschicke Ihnen, zur Ayfnahme*) in Ihr geschätzte« Blatt, beiliegendes Circular unsere« Herrn.Oberrabbiner Cahn in Trier, der dasselbe an alle Gemeinde- Vorsteher unseres Bezirk« versendet hat. Wie ich vernommen, hat daffelbe auch den besten Erfolg, da selbst von kleineren Gemeinden verhältnißmäßig große Beiträge schon eingegangen sind. Diese« Circular wurde auch vozz der „Rheinischen Dolkszeitung" abgrdruckt und sollen sogar einige human« Christen dem Herrn Oberrabbiner Beiträge zur Unterstützung der nothleidenden Juden in Westrußland unaufgefordert zugeschickt haben. Es bewährt sich hierbei wieder: Duom bfne” Dn D’jom ’J3. Die Israeliten geben gern viel und *) Wir müssen von dem Abdruck aus Mangel an Raum Abstand nehmen, da wir zudem im Jnseratentheile dm Aufruf aus Lizck abdrucken. . Red. oft aus Mitleid, wenn ihre Mitmenschen, vorzüglich ihre Glaubensgenossen, Noth leiden. In solchen Fällen fordert man bei ihnen nicht vergebens, und Jeder trägt fein Scherflein zur Milderung der großen drückenden Noth bei. — Nicht so günstig fließen die Beiträge zur Unterstützung von jüdischen Vereinen und wohlthästgcn Anstalten, da hierbei ein momentanes morn noch nicht vorhanden ist, und für die noch ferMiegenden hohen und edlen Zwecke, die meisten Israeliten, leider! keinen Sinn haben. Die Circulare zur Unterstützung der Lehrervereine^es Waisenhauses, des Vereines zu Münster, seit neutter Zeit „MarkS- Haindorf'sche Stiftung" genannt, kommen Jahr au« Jahr ein in die Gemeinden, werden von den Rabbinern (von unserem Oberrabbiner Hrn. Cahn wissen wir dieses bestimmt), warm empfohlen bei jeder Gelegenheit und auch in den jüdischen Blättern besprochen und hervorgehoben, — aber, '3^' p -to -.»so größtentheils bleiben sie bei dem Vorsteher unberücksichtigt liegen, und wenn sie, auf dessen Geheiß, auch der Lehrer am Sabbath in der Synagoge vorliest, so wie" c:-y bleiben sie doch fruchtlos, da fast jeder Ausreden findet, um seinen Beitrag zu verweigern. Schreiber dieses weiß dieses aus langjähriger Erfahrung; ja diese Theilnahmlosigkeit nahm in der neueren Zeit noch mehr zu in unserer Gegend. In neuerer Zeit sah eS wohl einmal aus, als wollte daS erkaltete Interesse für den Verein in Münster bei uns sich wieder erwärmend zunehmen, durch die Einsetzung eine« Curatoriums, zu dem auch Oberrabbiner Cahn gewählt wurde, und vorzüglich, durch die Wahl des Dr. Moses Marx in Gleiwitz, eines gebornen Trierer, zum Direktor des Lehrer-SeminarS. Herr Di. Marx war gewiß der geeignetste Mann für dies« Stelle, da er ein allseitiger Gelehrter, ein praktischer Schulmann und von edelstem Charakter ist. Zum Erstaunen Aller in hiesiger Gegend soll die Wahl des Dr. Marx pom Provinzial-Schul-Collegium, nach 3 monatlichem Schweben, nicht genehmigt und die« vom Curatorium ganz stillschweigend angenommen worden sein, ohne daß hiergegen der geringste Schritt gethan wurde — zu unserm noch größer« Erstaunen erfuhren wir, daß bald hierauf ^Herr Dr. Croner aus Breslau zum Direktor gewählt wurde, und daß dieser der Vcrfasier der Arbeit „Ueber Lehrerbildung" in Nr. 43—öl d. B. ist. Also so weit ist es mit dem erneuerten Institute gekommen, daß man diesen Mann zu dessen Direktor wählt! Haben sich deßhalb die aufgeklärten Abgeordneten Westfalens und Rheinlands in jder Versammlung zu Köln vor 2 Jahren mit den Hyperorthodoxen herumgestritten gegen die Gründung eines besonderen Seminars für die Rheinprovinz» um am Ende das Haindorf'sche mit einem Direktor dieser Richtung zu

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