Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1869-02-17 · 7 (17.2.1869) · p. Seite 53

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
7 (17.2.1869)
Date
1869-02-17
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4896751-5428712-5431990--2311-4898678
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

welche im Gegensatz dazu die traditionelle Deutung dieser Stelle gegeben hat. In gleicher Weise wird auf den Sinn und Unsinn hingewiesen, welcher in den alten wie neuen Philosophieen und Religionen mit dem Zahlensystem überhaupt getrieben worden ist, und bekennt, daß auch da« Judenthum in seiner Kabbalah sich von dieser Mystik der Zahlen nicht frei gehalten und geheimnißvolle Jrrthümer und irrthümliche Geheimnisse damit verbunden hat. Am Schlüsse der Lehre von Gott wird noch ein kurzer ExcurS über die Eigenschaften^GotteS überhaupt gegeben. Alle Eigenschaften, welchevanGott genannt werden, sind nur menschliche Redeweise; keine erschöpft da« Wesen Gottes, obgleich sie nicht als von Anßen hinzugekommene Attribute zu fassen sind, sondern daü Wesen Gottes selbst berühren. Gott, ist nicht gut, weise, sondern die Güte und Weisheit selbst. Als Gottes Wesen erschöpfend wird in der heiligen Schrift nur die „Ewigkeit" bezeichnet, als ein.Ausdruck für das unwandelbare Sein Gottes und die „Heiligkeit" als ein Ausdruck für seine geistige Erhabenheit über die materielle Sinnenwelt. Hierum schließen wir einstweilen unsere Bemerkungen, durch welche wir'das Interesse für das Buch angeregt zu haben hoffen, und gedenken dieselben mit Gott fortzusetzen, wenn die Lehre über den Menschen, welche bereits im vorliegenden 7 und 8 Doppelhefte' in interessanter Weise begonnen ist, im Buche vollendet sein wird. Wochenbericht. Alzey, 31. Jan. Der Mekize-Nirdamim-Verein hat die Bücher seines dritten Jahrgangs versandt. Wir bringen einstweilen den Titel derselben zur Anzeige und behalten uns vor, auf die Besprechung von deren Inhalte zurückzukommen. Alle Freunde der hebräischen Literatur müssen den Leitern des Vereins für diese reiche Gabe dankbar sein. Das schöne Unternehmen verdient eine allseitige, reichliche Unterstützung. 1. Von Pachad Jizchak ist die Fortsetzung zu Buchstabe k und der Buchstabe y ganz geliefert. 2. Von Jmre Schefer, einem Commentar Hartwig Wesskly'S zur Genesis, der erste Theil, bis Cap. 13 reichend, nach einer im Besitze des Herrn N. H. Günzburg in Paris befindlichen Handschrift. 3. Pesikta von Rad Kahana, die älteste in Palästina redigirte Hagada. Rach einer in Zefath Vorgefundenen und in Aegypten copirten Handschrift, mit krittschen Bemerkungen, Verbesserungen und Vergleichungen der Lesearten anderer drei Handschriften in Oxford, Parma und Fez, nebst einer ausführlichen Einleitung herausgegeben von «alomon Buber in Lemberg. Für einen jährlichen Beitrag von 2 Thlr. wird man Mitglied des Vereins und erhält rin Exemplar von allen durch den Verein herauSgegebknen Büchern desselben Jahrgang«. Von den früheren Jahrgängen sind ebenfalls noch Exemplare zu demselben Preise vorräthig. Auch sammelt der Verein einen Fonds, um von dessen Zinsen die rechtzeitige Herausgabe seiner Schriften von'der Zahl der Abonnenten unabhängig zu machen. Die erforderliche Summe ist noch nicht erreicht. Der Zweck des Vereins ist, sowohl unedirte werthvvlle Schriften der hebräischen Literatur zu verlegen, wie alte edirte, aber antiquarisch gewordene neu aufzulegen. In diesem Jahre hat der Verein nicht alle Werke ediren können, welche er früher dafür vorgeschlagen hatte, — und dennoch schließt die Rechnung mit einem Deficit ab. So sehr bedarf die hebräische Literatur der Aufmunterung zur Theilnahme und Unterstützung. Wir kommen auch auf diese Punkte noch einmal zurück. - R. Frankfurt, 1. Febr. Der israelitische Almosenkasten gewährte im Jahre 1868 an regelmäßigen Unterstützungen fl. 5868, an außerordentlichen fl. 738. 30 kr. Die Mitglicderbeiträge haben sich gegen das Vorjahr um ein Erhebliches gesteigett; sie betrugen fl. 2703. 36 kr. gegen fl. 241.5. 49 kr. im Jahre 1867. An Gaben zu sofortiger Vertheilung gingen fl. 6920. 16 kr., im Jahre vorher nur fl. 5988. 40 kr. ein. Im Ganzen wurden durch den israelitischen Almosenkasten fl. 14,328. 20 kr. verausgabt, darunter fl. 329. 51 kr. Verwaltunzskosten. An Stelle des Hrn. A. v. Reinach, der mit Ende des vorigen Jabres vom Präsidium detz Almosenkastens zurücktrat, wurde Hr. B.' M. Goldschmidt von der (Gemeindeverwaltung zum Vorsitzenden bestimmt Mannheim, 6. Februar. Das 9. Heft von vr. Leop. Stein's „Die Schrift-des Lebens" ist versandt worden und verspricht in folgendem Hefte die Lehre vom „Menschen" znm Abschluß zu bringen. Die Verspätung des vorliegenden Hefts wird durch die neue Stellung des Verfasser« als Prediger«- der Emanuel-Gemeinde, deren Organisation ihn in dieser Zeit besonders in Anspruch genommen hat, entschuldigt. Dieses Heft bespricht die erste Sünde de» Menschen durch Erklärung der biblischen Erzählung von der Sünde des ersten Menschen mit interessanten Aufschlüssen über die Auffassung des 2. und 3. Kapitels der Genesis. Cöln 27. Jan. Unter den Neujahrsgeschenken, welche der König von Preußen erhallen, zeichnet sich dasjenige des hiesigen Baron Abraham von Oppenheim aus. Es stellt in Silber die Zusammenkunft de« Königs mit dem Kronprinzen nach der Schlacht bei Königgrätz vor, wie Beide sich des Sieges streuen und zu der gelungenen That gratuliren. DaS Kunstwerk besteht aus mehreren Figuren. (Staats-Anz.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.