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Der israelitische Lehrer · 1869-02-17 · 7 (17.2.1869) · p. Seite 51

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
7 (17.2.1869)
Date
1869-02-17
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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51 dahin geeinigt, das; bei dem hebräischen Gebote — beim Morgrngottesdieuste vom Beginne desselben bis nach dem s. g. „8obewooe-«sre" mit Inbegriff Ve» Trauer- Kaddisch — die bisherige Uebung beibehglten, der zweite Theil des Gottesdienstes aber, welchen wir den deutschen nennen dürfen — eie Gebete und Gesänge nach Musas mit Einschluß der Predigt enthaltend — mit unbedecktem Haupte abgehaltrn werden solle. Denn Frieden, Versöhnung und Wechselseitig nachgiebiger Sinn hat «ns Alle geleitet bei Aufstellung der Punkte, die wir zur Aufrechterhaltung und Befestigung eines uns Allen heilig und liebgewordenen Werkes für gut und heilsam befunden haben. Ich meinerseits, verehrte Zuhörer und Zuhörermnen, werde stets mit allen meinen Kräften bestrebt sein, zur Förderung und Hebung unseres Gottesdienstes das Meinige beizutragen. Ich glaube,, daß wir, unbeschadet eines Kernes und Grundstocks hebrLisch er Gebete, die wir bcibebalten wollen, noch Manches, zum Versrändniß namentlich für die Frauen und für die Jugend, ins Deut sch e umwandeln können und werden.—Im Namen der guten Pflegekinder meines Hauses kann ich es versprechen, daß dielelben nach wie vor mit bereitwilligstem Sinne die heilige Sache unseres Chorgesaflges, unter Leitung eines bewährten und eifrigen Dirigenten, fördern und unterstützen werden — mnd indem ich mich selbst gehoben fühle durch die Theilnabme und Aufmerksamkeit, womit Sie, geehrte Versammelte, bisher meinen allsabbathlicken Vorträgen gefolgt sind, und indem ich Gott dem Allmächtigen und Allgütigen, aus Herzensgründe danke, daß er mir, bei so manchen schweren Prüfungen, die über mich ergangen sind, die Kraft erhalten hat, das öffentliche Lehramt wieder zn ergreifen und mit ungeschwächtem Eifer zu üben: so wird, mich Beides heilig dazu anspornen, Gott zu Ehren, und, von seinem Hauche beseelt, meinen Zuhörern zur Erbauung, meinen Geist und mein Herz und da» Innerste meiner reinsten Ueberzeugung darzubringen von dieser heiligen Stätte, auf dem Altäre dieses Heiligthums. Es wird wachsen dieses Haus und unsere Kraft und unsere frommen Bestrebungen mit ihm, daß wir einen edlen, reißen, mustergültigen Gottesdienst Herstellen in und für Israel. - Die Schrift des Lebens. Bon Dr. Leop. Stein. (Be'procheo von Ur. Rothschild.) > (Schluß.) Der Begriff der „Helligkeit" komnit zur Besprechung, und zwar in seiner Beziehung zu Gott und dem Menschen. Er wird definirt als die Erhabenheit j über das Irdffcke, Sinnliche, Niedrige. Zn ihrer Vollkommenheit ist diese Eigenschaft nur Gott eigen, der Mensch soll sie anstreben. Mit dieser Definition stimmt auch die etymologische Bedeutung des Worts tnp überein, nämlich: läutern, reinigen z. B. die Metalle von ihrer unreinen Beimischung, den Schlacken. Jeder Gedanke, jede Handlung nicht bloS des religiösen, sondern auch des weltlichen Lebens, wodurch wir über das Niedrige und Gewöhnliche des Erdendaseins erhoben und Gott ngber gebracht werden, ist heilig und heiligt uns. Israel ist erwählt worden, den Völkern hierfür ein Vorbild zu sein, und heißt darum ein heiliges Volk. Israel selbst aber erhielt dafür ein Vorbild nicht blcs, wie der Vers, meint, in seinen Propheten, sondern zunächst in den Priestern. Darum heißt es von Israel aucb wiederum in seiner Erwählung als Vorbild der Völker: . Du sollst mir ein „Priesterreich" sein. AaS Judenthum verdammt darum nicht den Genuß der Erdensreuden als entweihend und erniedrigend, sondern will sie nur durch den Gedanken an Gott und durch den Genuß vor Gott geheiligt haben. Durch Versinnlichung Gottes in unsrer Vorstellung, wie durch unsittliche Entartung des Lebens in unsrer Vermessenheit, entweihen wir Gottes Namen; durch Aneignung und Verbreitung der richtigen Erkenntniß vor Gott, wie durch sittliche Hebung und Bewährung unsere» Lebens in Erinnerung an Gott heiligen wir ihn. Der Vers: macht die auffällige Bemerkung, daß das Wort „heilig" m der Genesis nicht vorkomme, sondern erst im Erodu», wo mit der veränderten Gotteserkenntniß, welch» an und durch Moses offenbart wird, auch der eng damit verwachsene Begriff der Heiligkeit austauchte. Wir haben schon früher erklärt, daß Abram in seiner Gotteserkenntniß nicht der Art gegen Moses zurückstehe, daß der' Gottesbegriff A's. ein falscher zu nennen sei; vielmehr ist der von Moses nur ein erweiterter. Sowohl der Gottesbegriff A's., wie sein Leben fordern für Gott wie den Menschen den Begriff der .Heiligkeit und lassen ihn zu. Es ist schon eigenthümlich, daß der Vers, beim SchöpfungS-Sabbalh den Begriff der Heiligung findet, aber ihn da nur für Gott oder . seinen Ruhetag als Zeichen der vollendeten Weltschöpfung, nicht aber yfür den Menschen gelten läßt. Wir sagen umgekehrt: Gott hat den siebenten Tag nur für den Menschen geheiligt, und, indem die Heiligkeit von Gott ausgeht, liegt sie auch selbstredend in seinem Wesen Im folgenden XIX. Abschnitt bespricht der Vers, kn lehrreicher und interessanter Weise daö mythologische Heidenthüm im Gegensatz zum Judenthum. Der Grundsatz deS JudenthmnS ist „heilige Sittlichkeit," während dir Götter de« Alterthums als Vorbilder der Unsittlichkeit und Vergewaltigung vorgeführt werden.. Und

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