Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 4 (27.1.1869)
- Date
- 1869-01-27
- Page
- Seite 30 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Paris, 15. Januar. Am 8. d. M. ist Herr Zadok Kahn als Groß - Rabbiner von Paris vom Centralconststorium in sein Amt eingesührt. Der neue Groß-Rabbkner soll ein bedeutender Redner sein. Man hatte gegen ihn nur die Thatsache geltend gemacht, daß er zu jung sei — er ist nock nickt 20 Jabre alt. Literarisches. I Himmel und Erde. Erste Einführung in die Himmelskunde und 'in die mathematische Geographie. Mit 36 Figuren auf 5 likhographirten Tafeln. Geschrieben für Familie und Scbnle von I. R e'y, Lehrer an der Bezirkssckule zu Aarau. Zürich, Verlags-Magazin 1868.' Ein sehr schön und populär geschriebenes Buch, daö uns die wichtigsten Beziehungen der Erde zum Weltgänzen klärmacht,., ohne Mathematik, ohne wissenschaftlichen Apparat, lehrreich und doch anziehend, wenn auch nicht in der. matten Sprache g-schrieben, welche solche Bücher gern als „Volkston" gelten lassen mögen. Wir werden über dte Frage: 'Wo ist die Erde, über die Gestaltung der Erde, vön einer wunderbaren Kraft in der Erde (Schwere), wahren und scheinbaren Planetenlaus, Wechsel der Jahreszeiten k. belehrt. Eine sehr empfehlenswertste Schrift für denkende Schüler höheren Alters!' Blicke durch das MikroSoop. 'Bilder und Skizzen aus der kleinen Welt von Dr. Julius S t i n d e, mehrerer gelehrten Gesellsckaftm Mitglied. Hamburg und Leipzig 1868. Jean Paul Eugen Friedrich Richter. Das vorliegende'1. Heft dieses Werkes ist sehr splendid ausgestattet, enthält eine eingehende sachgemäße, dabei auch sehr anziehend geschriebene Einleitung über Werth uud. Bedeutung der mikroskopischen Forschung in der Wissenschaft wie im Leben und eine ebenso gut geschriebene Abhandlung über die Stubenfliege, der eine mikröSeopische Llbbildung des Fußes und Rüssels der Fliege' beigeAben ist. Das ganze Werk soll in 12. Heften ä. 15 Ngr. erscheinen. Werth und Bedeutung ist solchen in die „Welt des Kleinen" einkührenden Werken nicht abzusprechen; doch läßt'sich daö erst beurtheilen, wenn mehrere Hefte erschienen sind, die wir erwarten. Die gemeinnützigsten Anwendungen von Naturkräften für Schul- und Selbstbelehrung, zugleich Text zu der 2. Auflage der 8 Wandtafeln der Physik, bearbeitet von Earl Bopp. 3. Aufl. Ravensburg, Druck und Verlag von Eugen Ulmer 1868. Der Herr Verfasser ist als praktischer Lehrer der Naturwissenschaften rühmlichsf bekannt. Er hat einen Apparat für die Volksschule zusammengestellt, der sehr zweckmäßig sein soll. Nach unserer Ueberzeugung — und wir glauben, daß dies die Ueberzeugung aller denkenden Volkslehrer sein wird — läßt sich eben physikalischer und überhaupt naturwissenschaftlicher Unterricht ohne Apparate nicht gedeihlich treiben. Für weitergehendes Bedürfniß dürfte jedoch der Dolksschulapparat nickt hinreichend sein. Die neueren, kostspieligen Jnsttumcnte, größere Maschinen können eben nicht in die Schule gebrach) werden. Diesem Mangel abzuhelfen, mußte man! zu Anschauungsmitteln 2. Grades greifen, zu Wandtafeln. Die Erklärung zu diesen Wandtafeln gibt uns vorliegende Schrift. Sie ist anschaulich und klar geschrieben. Es folgen sich theoretische Ausfübrung, Beschreibung des Bildes — Justru» mentes — mit sachlichen Erklärungen. Der Lehrer dürste vielleicht umgekehrt verfahren? Erst das Instrument erklären, seine Thätigkeit beschreiben, und dann die ihm zu Grunde liegende Kraft gleichsam ablciten? Wir halten dies für pädagogischer. Doch kommt es auf die Art der Schule an und in dieser Schrift ließ sich wobl der praktische Weg, den der Lehrer zu gehen hat, nicht einhalten. Die Wandtafeln sind in kleinerem Maßstabe beigegeben. Wenn die größeren diesen entsprechend sind, so sind sie schön und instruktiv. Ieuitleton. Jüdische Lebensbilder. ' Von Louis Lehmann. ' Der Segen der Sabbathruhe. Jni Herzen Deutschlands, nicht weit von einem schönen Flusse, dessen klare Gewässer gesegnete Landstriche, herrliche Gegenden bespülen und am Fuße einer großen Gebirgskette, die jenen Fluß bis an seine' Mündung in einen großen Strom begleitet, liegt ein schönes und freundliches Städtchen, das wir mib dem Namen Höhen bürg benennen wollen unddas, um die Zeit unserer Geschichte, mit seinen dajnals nur ohngefähr 4000 Einwohnern, die Resident eines kleinen Fürstenthuws bildete. Christen und Juden waren ihrem guten und edlen Fürsten F. mit Liebe zugethan und Trauer ergriff Alle, als sich die.Kunde von dem Hinftitte des ^n kräftigsten Mannesalter stehenden Fürsten verbreite». Es war gerade an einem Sabbathe des Jahres 182", als dieser Hrauerfall einttat; und alsbald, bildetest sich Gruppen auf den sonst stillen Straßen, stne es bedauerten, daß her nun in Gott ruhende Herr so frühzeitig seiner- Familie entrissen wurde. „Wo ist wohl noch so ein Fürst aufzuweisen," meinte da ein altes redseliges Männchen, das stch stets gern in Politik erging, „der im Vereine