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Der israelitische Lehrer · 1869-01-20 · 3 (20.1.1869) · p. Seite 23

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
3 (20.1.1869)
Date
1869-01-20
Page
Seite 23 (sequence 7)
Language
German
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23 i daß er e» nicht tbut, ihn todtschlägt. Diese Probe «icht hin. Wir haben genug gethan, um einen Begriff von der biblischen Hermeneutik deS Verfassers zu geben und erkennen zu kaffen, was in dem Buche zu finden und nicht zu finden ist. i R. In Sachen der Dolksbilduua. Wohl alle ernst denkenden Männer sind Darüber einig, daß auf den bisher inne gehaltenen Wegen ein wirklicher Fortschritt auf dem Gebiete der Volksbildung unmöglich sei- Das scheint um so beunnihigender, je mehr man sich bewußt, daß gerade dieser Fortschritt jetzt notbwenoiaer ist, denn je. Persuche, welche man die und da zur .Hebtnmr jcry Volksbildung gemacht, sind fast, alle als fehlgescklagrn zu betrachten. Es läßt sich leicht Nachweisen, daß. hieran vor allen Dingen die Unklarheit der Grundsätze in Bezug auf Zweck und Ziel schuld ist, daß diese UnNarheit falsche Wege ein- ' schlagen, ungeeignete Mittel zur Anwendung bringen ließ, daß man' immerfort den Anstoß und darauf die unausgesetzte aufrichtige Förderung der Volksbildung von dort her erwartete» von wo aus bei einigem Nachdenken niemand das eine oder andere erwarten durste und konnte. . Denn ich bin der Ueberzcugung, daß keine Volksbildung irgend welchen Werth har, wenn sie nickt das Fundament der ganzen soeial-politischen Entwicklung, eines Volks, wenn sie nickt die treibende Kraft für diejenige Bewegung ist, welche die denkbar besten Zustände als Ziel im Auge hat. DaS nächste Ziel der gegenwärtigen politisch -Oocialen Bewegung ist: „Umgestaltung der bestehenden staatlichen und gesellschaftlichen Zustände im Sinne der Freiheit, gegründet auf Gleichheit alles dessen, wajs Menschen Gesicht trägt." Der gegenwärtige Stand der Bolksbildung Ländern mit nickt-demokratischen Regienin nicht aus, dieses Ziel mit Erfolg zu erstreben. Seit länger als einem Menschenalter macht die Volksbildung in Deutschland nicht nur nicht Fortschritte, son dern entschiedene Rückschritte. Rur mit dem Rückgänge treiben wir sichUich weiter und täglich mehren sich dafür die erstaunlichsten Thatsachen. DaS ist durchaus natürlich! Es ist ein Widtrspruch in sich selbst, wenn man von nichts emo kr atischjen 'Hesellschastszuständen erwartet, daß unter ihrem Bildung des Volkes im demokratischen Sin werden solle. Vielmehr wird unter solchen Zuständen im werden, daö Bedürfniß einer solchen Volksbildi zu leiten, die weit ab von der Freiheit führ, Gegenstände und Fragen zu heften, bei welchen' eine richtige Einsicht und ein selbstständiges Denken und folglich ein selbstbewußtes Handeln unnöthig und zwecklos ist. Bei in allen en reicht nfluß die gefördert er versucht in Bahnen und es an « diesem Werke diente stet» und dient und wird dienen vre Orthodoxie. ~ Daraus folgt für alle, welche das Ziel unserer politischsocialen Bewegung.erfaßt, das Fundament und die treibende Kraft dieser erkannt haben, daß unserer Volksbildung not.bwcndig andere Wege zu bahnen sind. Das ist unsere Aufgabe- Was haben wir zu tbun, und was können wir thun, um sie z» erfüllen'? Zuerst und unbedingt ist festzubalten, daß die Bestrebungen , für eine wahre Volksbildung nickt auf die Kinder allein, sond^m auch auf die Erwachsenen zu richten sind. Dann aber gehört in den Bereich unserer Aufgabe sowohl der Kindergarten wie der Bildnngsveeein, der Slruwelpeter "mc daS populär - wisicnschaflliche Werk, die Erziehung , in der Familie wie im öffentlichen Leben, und alles, was dazwischen liegt. ' Mittelpunkt der Votksbildung ist und bleibt die.V olksschule mit den Volkslehrcrn. 3n diesen Grenzen baden wir folgende besondere Aufgaben ins Auge zu fasten und zu erfüllen. Die erste Erziehung der ikinder, d. h. von ihrer (Geburt bis zu ihrem Eintritt in die Schule, überhaupt die Erziehung in der Familie, ist mit Hilfe der Fröbel'schen Kindergärten umzugestalten. Diese Aufgabe wird um so wichtiger, je mehr die Zahl derjenigen Kinder wächst, welche des Erwerbs wegen fckon im'zartesten Alter auS der Sckule ' genommen werden und denen nicht einmal in den ersten sechs Jahren ihres Lebens der Segen einer guten Erziehung zu Theil wird,- weil die Mütter — „auf Arbeit sind." — Seit 1840, inehr now seit 1819, ist die Volksschule allmälig unbeschränktes Eigentbum der Regierungen >md der Kirchen geworden. Den Eltern nud Gemeinden sind nur sehr wenige Reckte geblieben; unglücklickerweise wiffen wir selbst diese nicht auszunutzcn. Darum sind namentlich 1 unsere Gemeinde-Vertreter zu veranlassen, daß sie vollständig bis zu den äußersten Grenzen der Möglichkeit, alles thun. was sie für die Bolksbildung, im Besondern für Hebung der Volksschulen tbun könneil. Es ist ein verbängnißvoller Jrrthum, wenn man glaubt und glauben macken will, daß wir hiezu erst neuer Gesetze bedürfen: — nicht neue Gesetze brauchen wir, sondern nur volles Verständniß der Lache, festen Willen, sie zu fördern und ernste Arbeit! Da wir i n n e r b l b der Volksschule den gegnerischen Bestrebungen immerhin nur verhältnißinäßig geringen Abbruch werden tbun können, so müffcn wir vernünftigerweise au ßerh al b derselben die Volksbildung in unserm Sinne zu fördern suchen. DaS läßt, sich ausfkkbren durch zweckmäßige Einrichtung von Fortbildungsschulen für Jünglinge und Jungftauen, durch Gründung von Bildungsvereinen, ebenfalls für beide Geschlechter, durch Herausgabe und Verbreitung wirklich volksthümlicher Schriften undZeitungeu; durch Einrichtung wirklicher BolkSbibliotbeken u. f. w. ,

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