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Der israelitische Lehrer · 1869-01-13 · 2 (13.1.1869) · p. Seite 15

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
2 (13.1.1869)
Date
1869-01-13
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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15 respondent übrr die unsrigen. Ja. der Muth fehlt ihnen7 in wen'g glimpflicher Weise bunoert benach barten College» in aller Oflenbeit eine schwäche und Unferkigkeit vorzuwerfen, keren nck vie bessern unter ihnen bis dabin nicht allzusehr bewuszt waren. Wahrlich, diese moderne Art, „einem die Planeten zu lesen", ist neu, fetzt aber mebr leidende Duldsamkeit und kuldeude Leidsamkeil voraus, als uns in der That eigen ist. Jmme-Ain dürfte es aber ein böchst mistticheS, precäres und allemal febr undankbares Slückiein Arbeit sein, iich mit seiner Kritik an Gegenstände heranzuwagen, die man gar nickl oder doch nur durch die trügerischen Hippen der geschwätzigen Frau Fama kennt, und das scheint mir hier doch ganz- und gär der Fall zu sein, Auf politischem Gebiete ist eS uns freilich' nichts Befremdendes und UeberraichendeS mehr, von Altpreusten aus belächelt uud bekrittelt zu werden, indem man die altväterlichste Nachtmütze vcrschnallt und obendrein, da man uns für Kinder bält, die in ihrer bisherigen Erziehung verwahrlost find,'uns vorwirft, ihre so gut gemeinten Berhaltungsmaizregeln und Rathichläge und die groge Wobitbar. in den grvsten Mutterschoost/PreustenS ausgenommen zu sein, mit Undank zu lohnen. Daran trägt aber .ediglich ihre falsche Voraussetzung die schuld. Dast wir diesem Jrrtbum des bekauiurn .Nnfien in der Heimatb Alles gesitteter, üppiger, besser zu finden. als in dem l«> Meilen hinter dem Mond zurück gebliebenen ü rizen Tbeil dieies Pl.rneteu — aber auch hier begegnen, hatte ich-, ebriich gestanden, nicht erwartet. Damit beantwort?' sich auch die von der Nedaktion in ihrer Anmerk, aufgeworfene Frage, „wie das bei den Negulativen uiöglich ist?" sehr entfach der Bien' must. Ja, der Herr Korrespondent scheint feine wohlgemeinte Bermutbung, hiniüro mebr tüchtige Elementarlebrer aus dem h. Seminar berporgeben zu feben.^ lediglich von der jetzt bessern staatlichen Dbei-aufsichi zu erwarten, da wir den uns aus it ui er in Proviuzialfond bewilligten I u s ck u st (nicht Gesamnttunterhaltung der Anstalt» auchunter bannover'schem Regime bezogen baden. Nun za, der Bien' must. — Wo bl halten auck wir die Institutionen des b. seminars der Verbesserung fähig, sa theilwüse.sogar bedürsüg, aber in den Leitern der Anstalt, vor Allem in dem um das Gedeihen derselben väterlich besorgten und von allen seinen Schüler., kindlich verehrten Herrn Oberlehrer llr. Frensdorf haben wir Männer. die einer Abstellung vorhandener Missverhältnisse wahrlich nicht abgeneigt sind, wie Hr. l)r. Fr. dieses in unserer letzten Lehrerconsereuz l,vgl. den Bericht darüber in No. 34 d. Bl.» auch sreimüthig und unumwunden ausgesprochen batch — so viel für jetzt zur Berich tigung des Phatbestandes. lieber die wirklichen Verhältnisse der.Anstalt behalte ich mir' einen späteren Artikel vor.*) Weinberg. Berlin» 1. Jan. l)r. adosch hat ans die Adresse und Ansprache der Deputation der preustischen Synagogen-Gemeinden folgende Antwort gegeben, welche die Berliner Blätter veröffentlichen. „Durch Ihr persönliches Erscheinen' haben sie mfr eine groste Freude bereitet, durch Ihre herzliche Ansprache und die. ehrenvolle Adresse meiner Glaubensgenossen mich lies bewegt und beschämt Empfangen sie zunächst für sich und Diejenigen, in deren Namen und Auftrag? Sie erschienen, meinen tief empfundenen Dank, seien Sie versichert, dast ich die ehrende Auszeichnung, die mif!zu Theil geworden; nach ihrem sollen Werrhe zu schätzen weist,' dgst ich mir aber auch bewmzt bin, wie,weit sie das überragt, was gütige Nachsicht mir als Verdienst anrechnet. Ich habe nur gethan, was die Pflicht mir gebot, mir. dem Volksvertreter und Juden. Gesetz und Verfassung gewährleisten unseren' Glaubensgenossen, wie allen Staatsbürgern, neben gleichen Pflichten gleich.- .»iechte, und während wir jene gewissenhaft erfüllen, werben diese durch Engherzigkeit unk verblendeten Eoufessionatismus, weiche der heutigen humanistischen Culturentwickelung widerstreiken, uns ver- *) Wir glaub.-», oa| um« geehrter Herr College Weinberg au» vielleicht verreihlicher vvlitifcher Anüoat.uc die Worte uni-'res Korrespondenten von der vr. N-ieing>rooinz in Sir. 49;>i scharf genommen hat. Wir sind mindestens überzeugt und könnt n Herrn Weinberg einen fast auffallend-n Beweis davon geben, daß cs demselben nicht im Enrfernle.ien einge, fallen in. di« h mnöoer'fchen Lehr -r u beleidigen. Niemand wird iuid> eine Beleidigung m jenen unschuldigen Andeutungen gefunden haben. Wir Huben wohl selbst cm Fragezeichen beige- »ügt. weil wir nicht glauben, daß von mühler-stiehler treg ilativisch . umgestaltet.n Seminar- und Schuld-Hörden ein elgentacher Fortschritt zu erwarten ist. Indessen kann e§ doch auch nicht geläuguet werd-n und Herr W inberg täignet dies wohl auch nicht, — duß das hannoversche Seminar nach der bezeichneten R chtung feine Mängel hat Ter verehrungswürdlge und gelehrte Herr Dr. Frensdorf wird dies wohl selbst zugestehen. So viel wir wissen^ wir» z. B -vie Bä-agogik von einein Nichtjüvischen Lehrer aus ver Ztädt wöchentlich in einigen Nachmittagsstunveii »nrecrichtel, während die Hauptlehrer m fast allen Vormittagsstunden hebräisch unterrichten. Je mehr wir zuge- — stehen, oaß Vas hannoversche Semiit^f die höchste Beachtung verdient, weit es i in.'r Aufgabe Mit Hingebung zu entspreche» __ sucht, um b.]to weniger bürten die Mängel des'elben unbespro- ' chen bleiben. Äestehen wir schließlich zu, daß es darum an tüchtigen Lehrer» in Hannover nicht gebricht, weil eben tüchtige Schulung nach einer Richtimg bei tüchtig -:i jung -n Männern eine all eilig besruchrende tzZ.-istesgymiiastik ist. — wissen wir ja zuverlä'sig, daß einige der vorzüglichsten Lehren Südoemschlands Autodidakten sind, und i» uns sogar ein Lehrer bekannt, der auß« einem sehr mangelhasteii Unterricht in einer katholischen Volksschule nie weiteren Unterricht genosien und dach nicht zu den Schlechtesten zählt - 'o wird sich Herr W. wohl zufrieden geben und hoffen nur, daß'jener sicher sehr wohlmemmde Artikel nicht zur unsruchlbar-n Volemik zwischen all- und neuveeußischen Lehrern führe. Neo. d. Isr. L. •r

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