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Der israelitische Lehrer · 1869-01-13 · 2 (13.1.1869) · p. Seite 11

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
2 (13.1.1869)
Date
1869-01-13
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
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11 findet dann erprobte Kräfte, einen festen Organismus, eine klare und leichtüberstcktlicke Aufgabe. Er tritt alb neues, wobt als daS wichtigste Element bin;u, aber er wird sich büten. den Organismus, das belebende Element, den Geist und die Lebenskraft des organisch Gewordenen zu vernichten. Er kann äußerst segensreich , aber nicht hemmend und vernichtend wirken. Hören Sie dann auch aus die Stimme ihrer -erprobten und gewissenhaften Lebrer bei der Aufnahme des Direktors, suchen Sie deren-Stimmung zu ergründen, damit ein gesegnetes, Zusammenwirken Ihren Bemühungen den rechten Lobn verbeiße. Suchen Sie einen Direktor, der ein Schulmann ist im vollen Sinne des Wortes, der die Schule und nur die Schule nck rum Felde seiner Wirksamkeit erkoren bat; der cinlriil in die Schule als, Jüngling, ihr treu bleibt als Mann, damit sie mit Freudigkeit über^die^ Erfüllung seiner Bestimmung ihm lohnende Druckt verheiße und biete im Alter — als Greis. Dies die bescheidene Meinung eines Lehrers über die Gründung einer neuen jüdischen schule in einer großen Gemeinde. Eine solche Schule darf nicht wie ein Werk, daS der Augenblick schafft, betrachtet werden; sie muß sich entwickeln wie, ein Organismus, wie eine geistige Schöpfung — für 'Zeit und Ewigkeit. - Die Schrift des Lebens. Von Dr.'Ueov. Stein. Beiprockeii von Or Rothschild... (Fortsetzung.) Der folgende Abschnitt trägt die Ueberschrist: „Ick bin, der ich — sein werde." Der Verfasser nennt dies das große Offenbarungswort am Sinai. Indeß ist es nickt das öffentliche, vor den Ohren des ganzen Israel gesprochene, sondern die an MoseS im Dornbusch, also auch am Sinai, gegebene Mittbeilung auf dessen Frage nach dem Ramen und Wesen Gottes. Sicherlich ist das: nvw „Ick bin" eine Deutung des auch den'Heiden geläufigen GotteS-NamenS m Ju (Jü-piter oder pater Ammon). *) Nach dieser Denlung, dem Zusammenhänge mit N'N n»n „Sein" entsprechend, ist wobl erst n’rr gebildet worden. Selbstredend mußte in dessen Aussprache das ursprüngliche .lu durchklingen, was bei der willkürlichen Bocalisation von •:■»« nickt der Fall ist Neben dem Begriff des „Seienden" scheint uns der „Name Gottes" gedeutet zu werden als dxr „Unnennbare," „Unfaßbare," „Unbegreifliche " Demnach ist auch wohl die Uebersetzung „Ich bin (rrn»), der ich bin (rvr-.v)" richtiger, als dir inkonsequenter ,„Ich bin (rr“N), der ich sein werde (7t'7ir<) um daraus, wie der Derf. thut, den Begriff der „Ewigkeit" zu urgiren, womit uns daS Wesen Gottes durchaus nicht umfassend dargestellt zu sein *, Indisch: Dyuuflclipitar — Deus ('Zeus)-piter (pater). | scheint, da „Ewigkeit" nur Ein Moment. des göti- ■ lichen We'ens ist. Der Begriff der Seienden ist der echt religiöse wie philosophische t Lue) Begriff von i Gott und auch hierin bekundet das Iudcurhui» w!ede-! rum feine Uebcreinstimr.iung mit dem dementen Verstände des MeiDchen uns der/ Wahrheit, fern, von allem nebelbafte». verhüllenden und verdunkelnden Myfticismns. DaS Heidembum vermochte um io w-.. ger „Gott" als den „Seienden" zu fancn, weit ce ibn nicht als den „Einigen", begriff und . so hatte denn das Altertbum neben dem „schaffenden und erhaltenden" Gott auck einen zerstörenden-(Sckiwa. EbronoS, Teufel >; — ein Begriff, welchen das Ebristentbum den Völkern bewahrt und iis beute erkalten bat. Weil wir aber Gort als den Seienden fassen, uud wir fassen ihn deßbalb jo ist» der Begriff der Z.'störnng und Vernichtung von seinem Wesen ausgeschlossen. Gott ist, und als Seiender ist er, wie seine Welt ' ewig. T>'e Zerstörung in Gottes Welt 'st nur eine scheinbare, ein Wechsel der Form, »ickr eine Aufbe-! bung der Eristenz, des Seins, j Hieraus erklärt sich dann auck, wie der Vers, j mit Recht bemerkt, als eine stillschweigende Folgerung s die „Unsterblickkeitslehre." Diese wird nickt-gelehrt, j sondern vorausgesetzt, wie das „Dasein Gottes." Form! und Wesen der Unsterblichkeit sind auch ebenso ui.bekannt wie bei Gott; wir wiffcn nur von ihrem „Sein." , Dieses „Se-n" Gottes schließt überall die „Vernicklung I und den Tod" aus, setzt somit auch die „Ewigkeit und > Unsterblichkeit" des Göttlichen iin Menschen. 1 Der Verfasser' sagt. daß. fick das Dasein Gottes! nicht beweisen lasse. Gottes Dasein von „Beweisen" « abhängig mache», heiße Gott und die Religion veri nichten. Gott vom Bewußtsein des erkennenden Menschen abhängig macken, heißt aber nicht das Geschöpf - über den Schöpfer stellen, denn Gott wird nicht die Existenz als solche und an und für sich mit dem Beweise gegeben,' sondern für die Erkenntniß und das Bewußtsein deö'Menschen nur möglich gemacht Dagegen sagt der Vers, sehr schön, daß es heiße, das Geschöpf höher stellen/als-seinen Schöpfer, wenn die! blinde und bewußtlose „Naturkraft" als das die Welt belebende und bewegende göttliche Element hingestellt wird. Solche Anschauungen klingen an das alte Heidenthum und solche Reden und Wiederlegungen lauten wie die Weisen der alten Propheten: „Kann daS Geschöpf zum Schöpfer sprechen: er - hat mich nicht gemacht, oder der Topf zum Töpfner: er hat mich nicht.bereitet?" Sehr schön spricht der Bert, über das Wesen der Religion. Auch sie zählte wie Gott, und Unsterblichkeit, zu den stillschweigenden Voraussetzungen l der Schrift. Ihre Eristenz wird nickt gelehrt, sondern « als nothwendig und vorhanden angenommen. Ihre 1 Existenz ist d'aher auch nicht von der Zustimmung des

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