Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 1 (6.1.1869)
- Date
- 1869-01-06
- Page
- Seite 6 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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6 / weis, wie sehr daSHnteresse für die jüdische Literatur im Publikum abgenommen hat. Uns feblen jüdische Hochschulen als Centralpunkte der jüdischen Wissenschaft. Bei den Prachtbauten der Synagogen werden Hundertrausende verschwendet und di« Geldkräfte für andere Zwecke lahm gelegt^ für den Innern Ausbau des Judenthums bleiben die geringsten Beiträge aus, von großen Unterstützungen seitens hoher Mären der Wissenschaft ist gar nicht zu reden. Pari«. Am Begräbnißtage des James von Rothschild belief sich die Summe der.ausgetheilten Almosen auf 448,000 Frcs. Literarisches. Praktischer Lehrgang der hebräischen Sprache, für Schule und zum Selbstunterricht von Dr. I. Kodak, Distrikts-Rabbiner in Bamberg. Erstes Heft. Preis 12^ Sgr. In Commission der Seligsbcrg'schen Buchhandlung in Banreuth. Wir erklären das Buck als ein brauchbares, aber nicht mit dem Pers. als kas allein brauchbare. Der Vers, überhebt sein Werk in Selbstüberschätzung, wenn er andere gleichartigeseinem Werke nachsetzt. Wir ' kennen wenigstens ein besseres in dem von Leeser, weil der Vers.- meistentheils dem ' Lehrenden und Lernenden überläßt, aus den Beispielen die Regeln zu abstrahiren. - ES ist' dies wahrlich nicht Jedermann's Aufgabe und setzt eine gründliche Kenntniß der Sprache beim Gebrauche dieses Bllches voraus. Außerdem scheint unS für ein'.Schulbuch der Preis zu bock gestellt zu sein, weil der Anlage nach noch mehrere Hefte zu erwarten sein dürften, wenn das Werk vollständig werden soll. Die portugiesische Aussprache wird als die richtige angegeben. Wir glauben, daß die deutsche eine ebenso berechtigte ist. Beide sind nur dialektisch verschieden, als die nord- und südpalästinenüsche. Jene nährte nck der arabischen, diese der snrischen Aussprache.' Die Vergleichung des (;) Sain (warum fehlen die Rainen der Buchsta en? Einem Kinde ist freilich bei Erlerntmg des Lesens dieKenutniß von den Namen der Buchstaben entbehrlich, aber bei Erlernung einer fremden Sprache ist sie nicht überflüssig) mit dem Französischen z ist weniger passend, als mit dem Spanischen t%. Die Aussprache des Ain y als ug ist falsch; rijf ist nasal, und y ist guttural (r'g). Bei Bezeichnung des n mit th wäre auf die englisch« Aussprache, hinzudeuten gewesen. Kamez O ist n'cht das reine u, vielmehr ao, und Cbolem (i) nickt das reine o, sondern das Französische au, welches die Deutschen als Diphrhöng aussprechen. Als deutsche Denk- und Sprachfehler bezeichnen wir: „Druckfehler ausbessern;" den „Sprachschatz entwickeln und fördern." R. Gedächtnißfeier zum Andenken des verewigten Herrn Baron James -von Rothschild, gehalten am 29. Nov. 1868 in der großen Synagoge seiner Vaterstadt Frankfurt am Main. Diese Rede ist. vom Rabbiner der großen Synagoge sfranksurt's, Dr. A. Geiger, gesprochen und, wie. das kurze Vorwort sagt, nach Skizzen und stenographischen Aus^ichnungen aus dem Gedächtnisse reproducirt worden. Wir entnehmen aus den Mittheilungen, daß an einem Sonntag-Vormittag ein besonderer Gottesdienst ftir die bezügliche Todtenfeier veranstaltet worden ist, aus Predigt und Choralgesang bestehend. Vorangeht Psalm 112, dessen Inhalt wie für die Feier gedichtet erscheint. Wir vermuthen, daß derselbe recitirt worden ist. In der beigefügtcn Uebersetzung des PsalmeS finden wir die wortgetreue Ucbertkaguug des inp mit „Horn" dem deutschen Sprachgeiste nicht angemesten und darum auch nicht verständlich. Wir übersetzen in diesem und ähnlichem Zusammenhänge das betreffende Wort mit „Macht." Das Bild ist vom Büffel, dem „Starken Baschan's" hergenommen, dessen „Macht" in seinem „Horne" liegt. Text der Rede ist T?'n in „Ein Geschlecht kommt, ein Geschlecht geht" u. s. w. uud das Thema: was das alte Geschlecht gewesen und das neue werden soll. Als Verdienst wird hervorgehoben, daß das Haus Rothschild sich zur Macht erhoben, während die jüdischen Brüder noch unterdrückt wurden, daß es sich Anerkennung erzwungen, als die Anderen noch verachtet waren. Dennoch war der Familie R. stets Bescheidenbeit eigen. Gleich. Moses vergaß fie der unterdrückten und schämte sich der verachteterk Brüder nicht. Cie nahm sich ibrer in unbegrenzter Wohlthäligkeit. an und trennte sich von ihrer nationalen und religiösen Gemeinschaft nicht. Selbst die Wissenschaft wurde gepflegt und der Reichthum nicht benutzt, um fn Entartung denselben zu verschwelgen oder zu verschwenden. Sehr religiös ist der Gedanke, daß auch in der Ansammlung der enormen Reickthümer dieser Familie der Ausspruch und Beweis des göttlichen Segens liege,ne er sich anderswo nicht wieder entfaltet hat. Denn wenn bis auf'den heutigen Tag der Jude nach den Reichkhümern geschätzt wird, welche er besitzt, so , haben die Roihschild's gezeigt, daß, weil die Welt es einnial so gewollt, die Jilden auch auf diesem Gebiete mit der Uebermacht ihrer geistigen Kraft NebergroßeS leisten und den Tieg erringen können, wie auf anderen Gebieten Andere gezeigt, daß der Sieg auch _ da unser ist, die Unserigen wenigstens mir zu den Kämpfenden und Ringenden gehören. ^An das neue Geschlecht wird die Mahnung gerichtet, daß der Geist