Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 53 (30.12.1868)
- Date
- 1868-12-30
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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I indem diese nach wie vor den streng konfessionellen Cbaracter der Volksschule -fcstbalren^ demnach, wo eS irgend angebt, evangelische, katbcklische und jüdische Spüler in getrennten Anstalten zu. unterrichten vorscbreiben (IV, 4), wo nickt, zwar gemeinsame Schulen zulanen tz5), denselben aber nur -seiche Lebrer zuweisen, deren Confessio« die Mehrheit der Schüler angebörs, ^6) uns für geordneten Religionsunterricht der andersgläubigen-Zöglinge nur dann, und auch mit der weiteren Einschränkung, daß damit kein unverhältnißmäßiger Aufwand (!) verbunden wäre, Vorsorge zu treuen anordncn, wennderen Zahl mehr als fünfzehn beträgt. Wie nun die städtischen Behörden in Königsberg , bitr und an" anderen Crtcn gegen diese, als unserem Zeitalter durchaus widersirebendeDestimmnnzen entschieden Widerspruch erhebende sollten auch die Lehrer, und nicht in letzter Reihe die_jüdischen, (unbekümmert darum, ob die Blätter oben bezeichnerer Farbe darüber ibr gewobntes Zetergeschrei über Zudenagitationen erbeben) mit nachdrücklichen Vorstellungen dagegen an das Abgeordnetenhaus »»verweilt Vorgehen, mindestens aber, wenn die abhängige Stellung des Lchrerstandes Viel? oder gar die Meisten in seiner Mitte von solch direkten Schritten abhielte, mittelbar für zahlreiche Betbeilignng ihrer Gemeindeglieder an gegen jene Tendenzen gerichteten Adressen eifrige Thätizkeit entfalten. Gleichwie aber'in diesem einzelnen Falle, also denke und sage auch. allerwärts — z. B. bei dem jetzt in Baicrn wogenden- Kampfe rür und wider das Schulgesetz — der Lrhrerstand, in dem Bewusstsein pro nris et kovi--sui ipsius zu kämpfen, (Habak 2, 1.): Auf meiner Warte will fest ich stehen. Und mit geschürftem Auge nach dem Rechten scheu. Frankfurt a/0- 8/12,. Dr. M. St. Wo ch en b erickt. Frankfurt a- M, 29. Dec. Auf Veranlassung des Vorstands fand unter groszer Betheilignng, selbst des beben Publikums, in der hiesigen grosten Svnagoge eine Gedächtnißfciet für den verstorbenen James v. Rothschild Statt. - Vor und nach der Predigt Geizer'ö wurde gesungen. Aus dem Grotzherzoothum Hessen im Deccmber. .In unserem Lande bildet sich so eben ein (g l l g e m e i n« r) ,,H>c s s i s ch e r L e b r e r v e r e i n." Zn den Hauptausschuß, der aus 12 Mitgliedern besteht, wurdeder israell Lebrer Marx aus Alsheim gewählt, obwohl derselbe bei der betreffenden Versammlung nicbt zugegen war, und er selbst eigentlich nicht einmal staatlich «»gestellter, öffentlicher Lehrer ist.— Bei der zu gleichem Zwecke am 16. Dec. zu Alzev abgebaltenen allgemeinen Kreis-Conferen; wurde Lehrer Klingenstein von Ddernbeim zum Vorsitzenden des KreiSlebrervereins ernannt. Wüvzvurg. In der hier abgehaltenen Philologen-Dersammlung hielt Dr. Levita einen Vortrag über „die Persönlichkeit deS Moses nach ägyptischen Papyrus-Urk lnden. Hiernach bekleidete MoseS eine hohe Civil-: und Militär-Charge. In Heliopolis ward er erzogen u id auözebildet. Seine körperliche Schönheit wird ge ühmt, aber sein Zähzorn getadelt. Cr trat mit neuen Religionslehren auf und handelte öffentlich gegen däS religiöse Ceremonial-Gesetz der Aegypter. Dr. Li wird seine betreffenden Studien in einer besonder« Schrift: „MoseS der Ebräer nach ägyptischen Papyaus-Rollen veröffentlichen. 2luq Westfalen, 16. Deccmber. In Nr 50 Zhres BlostteS haben Sie, Herr Redakteur, mir hinter dem Satzes daß die Petition Blumenau's und Genossen wieder: jetzt einzureichen sei, ein Fragezeichen eingeschaltet, wodurch >Lie die Richtigkeit meiner Ansicht anzuzweifeln wenigstens die Absicht hatten. Ich war aber zu dieser Meinung umsomehr berechtigt, als Freund Blumenau durch seinen Aufruf die Kollegen auffordcrt, noch jetzt dem Hause der Abgeordneten ihre Zustimmung zu seiner Petition zu erklären. Dieses aber hielt ich für unstatthaft, wenn nickt zuvor die Petition wieder eingereicht werde und daher verlangte ich dieses. Dast meine Ansicht die richtige war, bin ich jetzt in der Lage durch ein Aktenstück außer Zweifel zu stellen. *) Ani 18. d. M. waren einige Lehrer in Lippstadt zur Besprechung' von Beruseangelegenbeiten versammelt. College Meyer aus Salzkotten theilte mit, daß er in Folge des Aufrufes seines Schwagers (Blumenau) dem Hause der Abgeordneten seinen Beitritt zu der fragl. Petition erklärt und darauf daS nachfolgende Schreiben erhalten habe. Berlin, den 9. Deccmber. Die Petition der jüdischen Clementarlehrer vom 15. -November 1867 ist durch Beschluß des Hauses der Abgeordneten vom 28. Februar 1868 der König!. Staats - Negierung zur Kenntnißnahme mitgetheilt worden. Dieselbe liegt daher dem Hcnise nicht mehr zur Beschlußfassung vor, was ich Ihnen in Folge des gefälligen Schreibens vom 2. d. M. hierdurch ergebenst mitthelle. Der Präsident deö Hauses der Abgeordneten gez. von F or^.enb e ck. An den Lehrer Herrn H. Meyer Wohlgeboren II. Rr. 755 zu Salzkotten. Von diesem Schreiben wurde sofort Blumenau Kenntniß gegeben. Derselbe theilt mir gestern mit, daß er, da ihm auch von andern College« ähnliche Mittheilungen zugegangen seien, augenblicklich damit beschäftigt sei, die Petition wieder einzureichen. So- *) Man vergleiche die Aufforderung am Schluss« des Blattes. i