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Der israelitische Lehrer · 1868-12-30 · 53 (30.12.1868) · p. Seite 323

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
53 (30.12.1868)
Date
1868-12-30
Page
Seite 323 (sequence 3)
Language
German
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323 bald diese» geschehen, wird derselbe zweifelsohne den | College« hiervon in diesem Blatte Kenntniß geben, > damit sie alsdann ihre Zustimmung dem Abgeordneten- | Hause mit Erfolg zu erklären vermögen. Es ist zu erwarten, daß dann kein College, dem sein und seines Standes Wohl am Herzen liegt, dieses zu thun unterlassen wird. Aber auch die College» in Hessen und namentlich den lieben Westheim in Abterode wollte ich an den diesjährigen Beschlus; in Casiel erinnern und zugleich aufzufordern mir erlauben, tiefem Beschlüsse ohne Verzug nachzukommen. Wenn wir vereint unser Reckt als Männer wahren und daö uns zukcmmende, aber noch nicht erhaltene Recht fordern und wiederholt so lange zu fordern nicht müde werden, bis es uns geworden, so wird, so muß e» uns endlich sicher werden. Wer wollte dieses bezweifeln oder zu bezweifeln auch nur wagen? Darum aber nochmals, Ihr Lehrer Preußens, bleibt in der Forde rung Eures Rechtes nicht zurück und versündigt Euch nicht durch gedankenloses oder egoistisches Unterlassen im Fordern Eures Rechts gegen Euch, gegen Euren Stand und gegen die Nachwelt! Die Ieit drängt; drum ohne Säumen ans Werk! - Berlin. Vom nächsten Jahre ab wird Steins fchncider nach dreijähriger Unterbrechung die Herausgabe seiner bibliographischen Zeitschrift: „Hain askir" wieder aufnehmcn. Dieselbe wird im Veblage von I. Benzian erscheinen. Berlin, 15. December. Gelegentlich der Debatte über den Etat des Cultusministeriums in dem Haufe der Abgeordneten dahier hat es natürlich Nicht an verschiedenen interessanten Zwischenfällen gefehlt, die auch für diese Blätter Bedeutung haben. Die ganze Debatte jedoch zeigt, wie die Regierung und die Rechte des Hauses in dem Wunsche übereinslimmen, der Volksschule und auch den höheren Anstalten bis hinauf zur Universität ihren confessionellen Charakter zu belassen. Wenn auch die Absichten in dieser Hinsicht klar hervorleuchten, so darf doch nicht vergessen werden, daß eben nur einige Männer, die man gleichsam die Spaßvögel, des Hauses nennen dürfte, in ihren Aeußcrungen klar zeigen, was sie sind. Nur Männer wie Schulrath Wantrup, die bei ihrem bloßen Auftreten unwillkührliches Gelächter Hervorrufen, decken ihre Karten aus. Die Regierung spricht in ihren leitenden und rommissarischen Organen io viel und so wenig, so mnstisch dunkel, weil sic ja doch eben dem Zeitgqiste. nicht gewaltsam auch mit klaren Worten sich entgegenslemmen kann, daß die Worte des CultnSministers eigentlich srets neck eines CommentarS bedürfen. Ein Vorgang aber zeigt, wie unendlich tief der Bildungsstand der Männer noch ist, welche Alles in mojorem dei gloiiam sich erlauben, ein Vorgang, der wohl in der parlamentarischen Geschichte unerhört sein mag. Herr LaSker hatte eine' Rede gegen das Ministerium gehalten. In seiner Erwiderung sagt Wantrup — ein Schulrgkh und früher Seminardirektor: „Was sie Rede des Abgeordneten LaSker betrifft, - so kann ich nur sagen, daß eine. Suppe, welche viele Fettaugen hat, darum immer noch nickt kräftig ist. Fübrk der Abg. Laster mir gegenüber endlich das Wort: ,',Mun<iii8vuit decipi ergo . . " an. 10 bemerke ich ihm darauf, daß eö uns und unseren Leuten nicht einsällr, zu betrügen, oder aus dem Betrügen ein Geschäft zu machen." — Laster hat auf diese Worte nur geantwortet, daß er eben Wantrup' als SckalkSnarren betrachte und ihm nicht antworte. Er hat daran recht gethan. Er hätte denn vom, „frommen Betrug" reden müssen, dessen sich so manche sckrtldig macken , wie z. B. in diesem Augenblick einer der Ersten Kreuzzeitungsmänner, Direktor eines Gymnasiums hDr.Preuß) wegen grober scandalöser Uniittlichkeiten in Untersuch- '■ ung ist. Bei der Debatso über (Gymnasien und Realschulen bemerkt der Wgeorenete Dr. Ko sch, daß die Juden die Sonderstellung, die man ihnen, gegen Gesetz und Recht, in Bezug aus die Unterrichtsertheilung an den Gymnasien und Realschulen noch immer anweisen wolle, zurückmiesen. Die Juden würden noch immer als die Stiefkinder des Staates bebandelt. In Posen sei ein Jude — Jutrosinski — nach Ujäbrigem Harren endlich als Lehrer an der Realschule definitiv angestellt worden. Nun sei. aber noch ein -Zweiter da, in Bezug auf welchen der Minister an den Magistrat zu Posen geschrieben habe: „Iwei Juden an einer Realschule — daS geht nickt!" ^Heiterkeit.> Das Rescript des Ministers, nach welchem den jüdischen Schulcandidaten zu rreffnbn sei, das; sie aus ihrer Zulassung zur Ableistung des Probejahres kein Recht für eine feste Anstellung zu folgern hätten, bestehe nach wie vor fort.. In Bezug auf die Universitäten finde die -Zurücksetzung allerdings weniger statt, aber auffallend sei eS doch, daß noch kein Jude, und wenn er sich auch noch so sehr ausgezeichnet, zum ordentlichen Professor befördnt worden sei. Der Minister eifere gegen Eonfesiionsloiizkei't, und dock lasse sich ein Beispiel anführen, daß er nickt einmal einen jüdischen Religionslehter für die an einer. Schule befindlichen jüdischen Kinder zulassen wolle. Der Minister scheine zu handlln, wie es ihm „gerade passe. Die Juden hätten abm ihr Reckt in der Verfassung und sie verlangten auch die volle Ausübung dieses Rechts. ' j Der Cultusminister! antwortet, daß die Regierung die Juden in keine Sonderstellung bringen wolle; die Staatsregierung lasie den Inden nur die Freiheit, sich selbst iif eine Sonderstellung zu b ringen.z!?) Die jüdischen Schüler brauchtet;;. B. am Sonnabend

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