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Der israelitische Lehrer · 1868-12-23 · 52 (23.12.1868) · p. Seite 319

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
52 (23.12.1868)
Date
1868-12-23
Page
Seite 319 (sequence 7)
Language
German
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319 sprechen, und deren eS doch in Würzburg, einer so! frommen Kehila nach Dutzenden geb?n muß, zugesellte,! welche die Anstalt, in welcher Herr Rab. Bambcrger j nicht selbst unterrichtet, mit beaufsichtigen und die als! Roei Eheschbon (f2VN die Rechnungen über Ein- > nähme und Ausgabe prüften und.so dem Publikum! und dem Herrn Rabbiner selbst eine Garantie böten I gegen alle Jrrthümer und Ungehörigkelten. Sicher- - lich würde eine solche Geschästsgestaltung der Anstalt; nur zum Segen dienen und ihr neue Wohlthäter zu- führen. Einer, der cS mit der Sache gut meint. - Bayern im Dezember. Ihr Correspondent aus Unterfranken, dessen getäuschten Hoffnungsausdruck i ch schon verstehe, ist doch ein gar zu großer yfcn, denn er gibt den Gemeinden der Oberpfal; in Nr. 48 sozusagen geradezu »nM. Er läßt der Oberpfalz gar keine jüdischen Elementar-Scbulen und deren sind ja in Regensburg, Sulzbach und Sulzbürg, Neumarkt, Floß, mit braven Lehrern, deren meiste unserm Verein angehören. *s Reumarkt ist eine ganz junge Gemeinde, die aber alsbald einen Lehrer berief, und gut besoldet? Irren wir aber nicht, so hat sie einen aus der Allezufrommen - Anstalt .der bekannten Kreisstadt bekommen. Die machen uns alte Lehrer total zu Schanden. Wir arincn Kerle waren froh, wenn wir bei einer Hockzeit einmal einen guten Bissen bekamen, obwohl wir's gegen die Praktik unsrer Vorgänger wieder ein „Küchengeld" einbrachten. Die aber beratschlagen, wenn ihrer zwei dabei Zusammentreffen — ob's Jeder allein thun würde, bezweifelt, man — ob sie wohl mitessen sollen, ob nämlich dem Ortsschächter, der doch für Alle approbirt j ist. zu trauen ist? Da könnte doch ein 5203 geschehen! Und fragt man sie, warum sie so bedenklich, und ob denn das, was der ganzen Gemeinde recht ist, ihnen nicht auch genügen könnte, ja da antworten sie: Der Rav — der Leser weiß schon welcher — ja der Rav ißt auch nicht von eines Jeden,-iu'NL'. Da haben wir'S: „Wie er sich räuspert und wie er spuckt, das haben sie ihm glücklich abgeguckt." Gehen wir zu etwas Anderem, Ernstem über und da gilt eö nichts.Geringerem als einer Lanze, die ich mit Ihnen, Herr Re-akleur, brechen will, weil Sie unsere Regierung bezüglich unsrer bayerischen Schul- und Cultusverbältniffe in einer der letzten Nummer des I. L. eine kleine Lobrede halten, die sie nicht mehr verdient. Weiland war dem so, und Bayern galt hierin, den Druck in politischer und coinmerzieller Beziehung , abgerechnet, als Musterstaat. Während man aber früher fast zu viel eingriff, ist man jetzt in die entgegengesetzte Richtung gerathen. Man hat uns völlige Autonomie, an der man im staatlichen allge- *) Ist bereits in der vorigen Nummer berichtigt. Die Rev. meinen Leben noch festhält, gewährt. Man überläßt Alles den Gemeinden. Wird ein Rabbinat erledigt, so stebt es den Gemeinden frei, sich beliebig an ein anderes, und läge es auch am Ende des Reiches, anzuschließen. Bei der Besetzung von Lehreiß'tellen'wird nickt nur in altbekannter Weise das PräsentationSrecht auf breitester Basis geübtdie Regierung genehmigt anch auf Kündigung abgeschlossene Dienstverträge. Ebenso genehmigt sie alle Gemeindeftatmen, und wenn sie auch di' unbilligsten Bestimmungen gegen Minoritäten enthalten. Alle Berninngen dieser Art fertigt sie'damit ab, daß sie gut heißt, was be-; schlossen worden. v I Ich könnte Ihnen ein gar wenig erbauli bes, ( einen Lehrer betreffendes Beispiel erzählen, fürchtete ich! nicht, boshaften Gemeinden eine«Handhabe zur Verj Übung einer Tücke gegen ihren L mrer, in einer ge-'! wissen Beziehung zn bieten. 8 « fragen bei dieser j Gelegenheit, wie viele Israeliten im Staatsdienst an- I gestellt sind? Run ja, es werden so ungefähr ein - Stücker — gar feine*) sein, trotzdem ein Ministerialer- I laß vom vorigen Jahre erklärte, es stände der Aui stellung von Israeliten, außer im Justizfach, kein gesetzliches Hinderniß entgegen. Wir biben von j-ber Advokaten, in neuer Jeit auch Notare iSr. Glaubens in Bayern, aber sie sind keine StaatSdiener; wir haben Aerzte, auch Militärärzte, aber nicht einer derselben ist Stabsarzt; wir haben einen Direktor einer Irren-Anstalt, aber er wurde ausdrücklich aur Rur und Widerruf angestellt. Selbst Dr. Herz in Erlangen, dieser berühmte und allseitig protegwte Mann, ist nickt als ordentlicher Professor angeft-llt. In der aktiven Armee ist uuireS Wissens anch nicht Ein Offizier unsres Glaubensbekenntnisses. Nicht zu vergessen, auch , etliche Ordensritter. Sie sehen, wie wenig in unserm j bayrischen Baterlande faktisch dem Prineip der Gleich-! berechligung im Staatsdienst Rechnung getragen ist.! Dagegen muß anerkannt werden, daß in ccmmcrzieller und gewerblicher Hinsi.t-t eine gesetzlichem Ungleichheit! nicht mehr besteht. (Das fehlte auch noch!.Red.)! An Details habe ich Ihne» heute weiüg zu be- 1 richten. Dar Rabbinat Schna ttach soll dermalen besetzt werden, und man sollte es kaum glauben, eS gibt zu dieser kleinen Stelle viele Bewerber nicht btos aus der Reihe der Würzburger Schule, welche nach allen Seiten ihre Netze auswirft, auch junge wissenschaftlich gebildete Männer des In- und Auslandes bewerben sich darum, uyd hoffen wir. eS werde einem! von diesen diese Stelle tverden. — Unsern, meist von Israeliten besuchten Handelslehrinststnken, droht die Selbstauflösung, wenn sie es nicht erlangen, daß ihre : Petition, zu der st« sich geeinigt, um Gewährung des | Rechts, daß ihr Besuch zum einjährigen Freiwillizendienst , *) In der Pfalz 'sind einige, so viel wir wissen. Red.

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